Ministerin Schwesig für Senioren nicht zuständig?

Ministerin SchwesigIst Manuela Schwesig nur für das Thema „Familie“ im Amt? Sind die anderen Themen, insbesondere „Senioren“, für sie bestenfalls Prio 2? Zu diesem Eindruck kann kommen, wer die jüngsten Pressemitteilungen und Meldungen unter der Rubrik „Aktuelles“ aus dem Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verfolgt.

Sucht man auf der Webseite des Ministeriums ganz neutral nach „Meldungen“, so stellt man erstaunt fest, dass alle knapp 80 Treffer seit Amtseinführung der neuen Ministerin am 17.12.13 dem Bereich „Familie“ zugeordnet sind. Dies mag ein vorübergehender Ausdruck einer neuen Kategorisierung sein, die noch im Umbruch ist. Doch die dort angesprochenen Themen sind in der Tat sehr „familienlastig“ – Themen zu Senioren finden sich da jedenfalls gar nicht.

Gleiches gilt für die 6 Pressemitteilungen des BMFSFJ bis 12.2.14. Einziger Bereich bisher: „Familie“. Liest man die Inhalte, dann geht es oft um Kinder, um kinderlose Paare sowie um Chancengleichheit von Frauen und Männern. Alles wichtig und berechtigt – aber Senioren kommen nicht vor.

Bei Frau Schröder (17. Legislaturperiode) war das anders: knapp 145 Meldungen und PM zum Thema „ältere Menschen“. Unter Frau von der Leyen (16. Legislaturperiode) kam das BMFSFJ auf 107 PM und Meldungen zu dem Thema. Beide Ministerinnen hatten sich dabei den Senioren schon früh in ihrer Amtszeit zugewandt.

Ministerin Schwesig hat ihre 100 Tage noch nicht hinter sich, mit Kritik soll man also vorsichtig sein. Und es mag durchaus sein, dass sie es mit Obama hält: „The best is yet to come.“ Aber ein wenig Sorge bereitet die bisherige thematische Schieflage schon. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, die Ministerin verschiebe hier bewusst und engagiert die Prioritäten. Das ist für die negativ betroffenen Gruppen immer schlecht. Doch angesichts des demografischen Wandels (auch wenn manche(r) das Wort schon nicht mehr hören mag) ist es auch für unser Land mehr als bedenklich.

Hoffen wir also, das dies alles nur ein unrepräsentativer, schiefer erster Eindruck ist, der schnell vergeht. Aber ein aufmerksames Auge werden wir nun schon drauf haben.

“Senior” will keiner genannt werden

People congratulate and holding thumbs upEines der großen Geheimnisse der Kommunikation mit den Generationen 50plus liegt bekanntermaßen in der richtigen Ansprache. Das beginnt schon beim Namen. Wie sagt man: „das hier ist ein Produkt für Senioren“ ohne von „Senioren“, „älteren Menschen“ oder „Golden Ager“ zu sprechen?

Wir vom ReifeNetzwerk sind der Ansicht, dass man nicht ein Etikett  verwenden darf (z.B. „Senior“), um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen. Man muss die konkrete Lösung präsentieren. Eine Brille ist für Menschen mit Sehschwäche, ein Stock für solche mit Gehschwierigkeiten, die Sockenanziehilfe für die, die sich nicht so gut bücken können. Wer das jeweilige Problem hat, wird hinschauen, wer nicht, den interessiert es nicht.

Wie elegant und würdig, und dabei doch auch 100% verkäuferisch das gehen kann, hat Tchibo jetzt vorgemacht. Schauen Sie sich mal diesen kleinen Prospekt an. Keine Seniorin und kein Senior wird angesprochen und doch bzw. gerade darum! wird die Zielgruppe 1a erreicht.

Wir heben den Daumen für diese überzeugende Leistung, excellent practice! Glückwunsch, Tchibo!

Getestet: Kompakt-Vans für 50plus – keiner wirklich schlecht

Testergebnisse VansEine hohe Sitzposition, gute Rundumsicht und eine zeitgemäße Sicherheitsausstattung – das sind die Ausstattungsmerkmale eines Autos, die von Menschen über 50 besonders geschätzt werden. Hohe PS-Zahlen dagegen werden mit zunehmendem Alter immer unwichtiger. Nach Einschätzung der Generationen Netzwerk für Deutschland e. V. (GND) – einer Initiative des ADAC, zeichnen sich vor allem Kompakt-Vans durch diese Merkmale aus. Deshalb hat das Unternehmen neun Modelle dieser Fahrzeuggattung einem Test unterzogen. Ergebnis: Richtig schlecht schnitt keiner der Vans ab, aber auch die Note „Sehr gut“ gab es nicht. Weiterlesen

U-Theorie (1)

UVor einiger Zeit haben wir beim ReifeNetzwerk ein Projekt bearbeitet, in dem für die Zielgruppe „Senioren” Ansatzpunkte für einen Markenwechsel zu finden waren. Aus verschiedenen Untersuchungen war bekannt, dass in vielen Produktgruppen die Markentreue im Alter eher zunimmt. Die Frage war also: wie diese sich mit der Zeit weiter festigende Bindung wieder lösen?

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Ist das Internet reif?

Fotolia_18614583_S(KaetheKlein)Hallo, hier ist Käthe, ja ich war lange ruhig. Ein gutes Zeichen – gab nichts, worüber ich mich mal wieder geärgert habe… oder vielleicht bin ich auch schon zu „abgestumpft“? Eine Aktion der BAGSO hat mich aber aufgerüttelt… Gestern, am 29. Oktober war der internationale Internettag (es gibt ja mittlerweile für alles „einen Tag“). Und dieses nimmt die BAGSO zum Anlass, sich eine ganze Woche mit dem Thema zu beschäftigen. Thema: Ist das Internet reif für Ältere?

Ich kann das klar beantworten: NEIN! Manchmal kann ich Schriften nicht lesen, oder es blinkt und quietscht. Manchmal verliere ich mich auf den Seiten, oder ich finde einfach nicht das, was ich suche…. Natürlich gibt es auch gute Beispiele…. ich nutze die Möglichkeiten des Internets ja auch täglich, aber es gibt durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Bei der Entwicklung des ReifeSiegels habe ich auch meine Erfahrungen eingebracht.

Tablets für Generationen 50plus immer wichtiger

131022 TabletsDer Siegeszug der flachen Computer,

„Tablets“ genannt, nimmt weiter Fahrt auf. Und anders als bei anderen digitalen Trends surfen die Senioren diesmal recht weit vorne auf der Innovationswelle.

Laut einer Studie von „Tomorrow Focus Media“ bilden die Mitglieder der Generationen 50plus unter den Tablet-Besitzern mit 23% bereits das größte Segment. Weiterlesen

Aktuell: 66 Prozent der „Silver-Surfer“ nutzen soziale Netzwerke

Kurzmitteilung

Für ältere Internet-Nutzer werden soziale Netzwerke immer wichtiger. Einer repräsentativen Erhebung des Branchen-Verbandes „Bitkom“ zufolge nutzen inzwischen 66 Prozent der über 65-jährigen Internet-Nutzer (die sogenannten „Silver-Surfer“) Plattformen wie Facebook oder Twitter. 2011 waren es nur 40 Prozent. Bei Nutzern im Alter zwischen 50 und 64 Jahren sind 68 Prozent bei mindestens einem Dienst angemeldet (2011 nur 60 Prozent).

Insgesamt haben 78 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer bei mindestens einem sozialen Netzwerk ein Profil. 67 Prozent von Ihnen nutzen es aktiv – das bedeutet knapp 37 Millionen Deutsche.

Laut „Bitkom“ ist im Durchschnitt jeder Internet-Nutzer bei 2,5 sozialen Netzwerken angemeldet. Top-Netzwerker sind dabei Schüler und Studenten (93 Prozent). Unter Erwerbstätigen haben 84 Prozent Freiberufler und Selbstständige ein Profil im Netz. Aber auch 77 Prozent der Angestellten, 70 Prozent der Beamten und 68 Prozent der Arbeiter nutzen soziale Netzwerke.

 

Value Protection – Die grauen Eminenzen werden „wiederentdeckt“

In ihrer Ausgabe vom  24. Juni 2013 titelt die Hannoversche Allgemeine Zeitung auf Seite 3: Die grauen Eminenzen – Alt und wertvoll: Immer mehr Senioren stehen aktiv im Berufsleben – und haben Erfolg, weil sie leistungsfähig, motiviert und erfahren sind.

Vorstellt wird Klaus-Jürgen Batsch, 74 Jahre, Geschäftsführer der WIBA Verwaltungsgesellschaft. Neben seinem Job engagiert er sich als Mitglied der MSS-Unternehmerhilfe eG, die wiederum Mitglied im ReifeNetzwerk ist.  Aktuell habe er zwei Firmenchefs aus der Verschuldung geführt und einen sogar vor dem Konkurs gerettet, so Batsch.

Er gehört zu den mehr als 5.000 Menschen in Niedersachsen, die auch jenseits des 70. Geburtstags einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen – Tendenz steigend. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur stieg von 2007 bis 2012 allein die Zahl der über 60-Jährigen im Job um fast 82 Prozent auf annähernd 1,5 Millionen. Galten Senioren im Job bis vor einigen Jahren noch als Auslaufmodell, erhalten sie inzwischen immer häufiger eine Chance, auch jenseits der gesetzlichen Ruhestandsregelungen noch weiter zu arbeiten. Denn inzwischen haben viele Unternehmen nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln erkannt: Senioren sind häufig leistungsfähig, hoch motiviert und selten krank. „Ältere sind nicht weniger, sondern anders leistungsfähig als Jüngere“, stellt auch die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände fest.

Auch die Zusammenarbeit von Jüngeren und Älteren bringt den Unternehmen Vorteile: Während die Jüngeren zumeist über eine schnellere Auffassungsgabe verfügen, offener und unbekümmerter an eine Aufgabenstellung herangehen, sind die Älteren in der Lage, Dinge zu entkomplizieren. Sie haben durch Lebenserfahrung ein Gespür dafür entwickelt, ohne lange Umwege die passende Lösung zu finden.

Die Bremer Altersforscherin Ursula Staudinger hat herausgefunden, dass es mittlerweile 70-Jährige gibt, die die geistige Leistungsfähigkeit eines 35-jährigen haben und fordert einen umfassenden, auf langanhaltende Gesundheit ausgerichteten Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Unternehmen sowie bessere Fortbildungen.

Das sind auch die Forderungen, die das ReifeNetzwerk in seinen Programm Value Protection herausstellt. Value Protection ist ein Programm zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des über die Jahre aufgebauten Human Capitals. Erfahrung, Wissen, Kenntnis, Judgement sind die Schlagworte. Überall in einem Unternehmen sind diese Werte essentiell und müssen deshalb geschützt, gepflegt und entwickelt werden. Sie sind aber im Zuge innovativer Arbeitszeit- und Ruhestandsmodelle häufig in Vergessenheit geraten. Das Programm fördert diese Werte wieder zu Tage – kommunikativ begleitet und mit konkreten Maßnahmen.

Soziale Netze und die Generationen 50plus

diagrammEs ist gar nicht so einfach, die Mitgliederzahlen der sozialen Netze für Deutschland zu bestimmen. Untersuchungen rund um das Thema gibt es einige, aber sie haben unterschiedliche Berechnungsgrundlagen, sind mit unterschiedlichen Methoden ermittelt worden und widersprechen sich sogar zum Teil – ein einheitliches Bild ist so schwer zu zeichnen.

Noch anspruchsvoller wird es, wenn es um die Verteilung nach Altersgruppen geht. Besonders störend: jeder teilt den “Lebenszeitstrahl” in unterschiedliche, mit anderen nicht kompatible Abschnitte. (13-24 Jahre, 14-20 Jahre, 20-29 Jahre…)

Und bei den Generationen 50plus ist es am ärgsten, denn in vielen Untersuchungen endet das demographisch interessante Leben schlicht mit 50 oder 55 Jahren. Fast die Hälfte der Bevölkerung wird meist unter einem knappen “50+” subsumiert.

Auf trickr.de gibt es nun eine aktuelle Auswertung der gängigsten Studien rund um das Thema mit einer differenzierteren Alterssegmentierung. Dazu wurden die div. Studien und Statistiken analysiert, verglichen und konsolidiert. (Zu den einzelnen Quellen folgen Sie bitte dem trickr-Link.)

Wir haben diese Daten für das ReifeNetzwerk zusammengestellt und “Senioren-orientiert” aufbereitet. Finden Sie hier unsere Ergebnisse: Weiterlesen

Ist Seniorenmarketing überhaupt sinnvoll?

130503 SeniorenEine seniorengerechte Ansprache gibt es nicht!

Viele Bücher wurden geschrieben, viele Seminare abgehalten und viele Umfragen gemacht – alle zu dem Thema Seniorenmarketing – Wie erreicht man die Generation 50plus? Und was ist passiert? Nicht viel. Es gibt zwar so genannte Seniorenprodukte, aber viele dieser Produkte werden einfach nicht angenommen. Warum? Liegt es an der falschen Ansprache? Oder am falschen Produkt? Oder aber daran, dass Produkte und Ansprache die Zielgruppe nicht treffen? Vermutlich stimmen oft weder Produkte noch die Ansprache!

Wer sind die Senioren?

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