Neulich in einer Sparkasse …

… hat mich der Filialleiter um Rat gefragt.

Eine Sparkasse, die ihre Räumlichkeiten seniorenfreundlicher gestalten wollte, hat mich gefragt, wie sie am besten die Beratung älterer Kunden so vornehmen kann, dass sich Senioren wohl fühlen. Die Beratung findet dort in der Sparkasse in einem Großraumbüro an den Schreibtischen der Kundenberater statt. Der Filialleiter der Sparkasse hatte die Idee, an den Stühlen für die Kunden Klammern anzubringen, in die ältere Kunden ihren Gehstock einklemmen könnten.

BeratungDa musste ich dem Filialleiter erst mal einen Vortrag über die Stigmatisierung von Defiziten halten. Denn Menschen mit körperlichen Defiziten oder gar Gebrechen wollen diese nicht gleich jedem offenbaren. Und ein Klemmhalter für den Gehstock am Kundenstuhl ist kontraproduktiv, denn er betont das Angewiesen-Sein auf eine Gehhilfe in auffälliger Weise.

Viel besser ist ein freundlicher und aufgeschlossener Service der Kundenberater, der gerade bei älteren Sparkassenkunden besonders zuvorkommend sein sollte. Die herzliche Begrüßung mit dem Kundennamen, das Anbieten einer bequemen Sitzmöglichkeit, die Entgegennahme von Mantel, Schirm und Gehstock sowie ein respektvolles Beratungsgespräch auf Augenhöhe – erklärend aber nicht belehrend – sind Maßnahmen, bei denen der ältere Kunde sich verstanden und akzeptiert fühlt. Und die ideale Beratungssituation ist nicht das kleine separate Beratungszimmer, sondern eine gemütliche Beratungsecke im Geschäftsraum, in welcher der ältere Kunde sich einerseits nicht beobachtet fühlt (andere nicht mithören können), sich andererseits aber auch nicht isoliert vorkommt. Der Gehstock sollte dabei vom Kundenberater vor Beginn des Gespräches ganz selbstverständlich entgegengenommen und so platziert werden, dass er in Griffnähe ist aber nicht umfallen kann.

Arbeiten im Alter – eine Frage der Lebensplanung

Arbeiten im Alter wird in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert und publiziert und das ist gut so. Wenn man sich mit zunehmendem Alter mit seiner weiteren Lebensplanung auseinandersetzt, gehört dazu auch die Möglichkeit, einer weiteren Tätigkeit nachzugehen, in welcher Art auch immer. Und diese Entscheidung sollte jedem Einzelnen überlassen werden.

Jemand, der die längste Zeit seines Berufslebens körperlich schwer gearbeitet hat, wird gute Gründe haben, vorzeitig in Rente zu gehen. Für ihn stehen Themen wie Erhaltung der Gesundheit oder bestimmte Hobbies im Vordergrund. Andere wiederum werden aufgrund einer niedrigen Rente eine Nebentätigkeit anstreben oder ausüben müssen.

Die häufig zu lesende These „… ein hoher Bildungsabschluss wirkt sich sehr positiv auf die Erwerbsquote im Alter aus“, ist bei näherer Betrachtung nicht sonderlich überraschend. Wer sein Berufsleben mit einer guten Qualifikation begonnen, die Karriereleiter aufgestiegen und für den das Arbeitsleben ein wesentlicher Faktor im Leben ist, der wird hoffentlich auch rechtzeitig darüber nachdenken, wie er seine Ruhestandsphase – mit und ohne Müßiggang – gestalten kann. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Lebensphase individuell und befriedigend zu planen. Dies kann erfolgen durch:

  • eine Tätigkeit bis oder über die Regelarbeitsgrenze hinaus (auch in Teilzeit und unter Beachtung der rechtlichen Bedingungen),
  • einen befristeten Einsatz in Projekten oder Beratungsaufträgen (zum Beispiel als „Wissenscoach)
  • eine Home-Office-Tätigkeit oder auch den Weg in die eigene Selbständigkeit.

Gut beraten sind auch die Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechtzeitig dazu ansprechen und Möglichkeiten einer weiteren Beschäftigung anbieten können.

 

PortraitMeyerWerner Meyer, Personalexperte im ReifeNetzwerk, bietet Unternehmen zu diesem Punkt und dem damit einhergehenden demografischen Wandel Seminare und Beratungen an. Auch Führungskräfte, die bei diesen Überlegungen Hilfe benötigen, bietet das ReifeNetzwerk entsprechende Angebote an.

Herzlichen Glückwunsch Armin

KaetheHallo, hier ist Käthe. Rente mit 70 – das ist etwas was in der letzten Zeit immer wieder diskutiert wurde. Also ich hätte nichts dagegen. Solange mir das Arbeiten Spaß macht, will ich es auch tun! Und das man auch mit 75 Jahren noch fit und agil sein kann, zeigt doch Armin. Armin von der „Sendung mit der Maus“. Ja, ich bin immer noch ein Fan davon! Der hat letzte Woche seinen 75. Geburstag gefeiert! Hier gehts zu den Wünschen. Auch von mir: „Herzlichen Glückwunsch!“ Nicht nur Kinder haben gratuliert. Er sagt in seinem eigenen Geburtstagsfilm: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Ihm macht seine Arbeit also immer noch Spaß. Armin und Christoph haben auch Unterstützung von jüngeren Kollegen. Zum Beispiel Ralph, den ich auch sehr gerne mag. Die Sendung mit der Maus ist doch ein tolles Beispiel für „Altersgemischte Teams“.

Wege aus dem Renten-Engpass (1)

Engpass+Drei Entwicklungen führen die deutsche Bevölkerung in diesem Jahrhundert in einen dramatischen Renten-Engpass:

  1. Die Zahl der Beitragszahler geht zurück: es gibt zu wenige Neugeborene und zu wenige junge Zuwanderer.
  2. Die Zahl der Beitragsempfänger wächst (1): In den nächsten 25 Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter.
  3. Die Zahl der Beitragsempfänger wächst (2): Die Rentenzeit wächst stetig auf Grund kontinuierlich wachsender Lebenserwartungen.

Wie soll man reagieren? Und wer ist überhaupt „man”? Diesen Fragen geht das Berlin Institut in seiner kostenlosen Studie „Produktiv im Alter” nach. Anfang Dezember wurden einige Kernergebnisse der Studie auf einer Veranstaltung der Körber-Stiftung in Hamburg vorgestellt.  Weiterlesen

U-Theorie (1)

UVor einiger Zeit haben wir beim ReifeNetzwerk ein Projekt bearbeitet, in dem für die Zielgruppe „Senioren” Ansatzpunkte für einen Markenwechsel zu finden waren. Aus verschiedenen Untersuchungen war bekannt, dass in vielen Produktgruppen die Markentreue im Alter eher zunimmt. Die Frage war also: wie diese sich mit der Zeit weiter festigende Bindung wieder lösen?

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Rentenalter zu starr

Wer lange hart gearbeitet hat, soll ein sicheres Recht auf eine auskömmliche Rentenzeit haben.

Das klingt zunächst gut und richtig, und gilt als einer der fest verankerten Ecksteine der deutschen Sozialversicherung. Doch der Stein hat Risse. Zum einen wissen wir schon lange um das Problem der Altersarmut: kein auskömmliches Leben trotz braver, langjähriger Rentenzahlung.

Aber mit der schrittweisen Verschiebung der Lebenserwartungen in Richtung 90 Jahre hat sich noch ein weiteres Problem aufgetan: Das der leistungsfähigen wie -willigen Rentner.

Es gibt nämlich eine wachsende Gruppe von Männern und Frauen in Deutschland, die zwar das Rentenalter erreicht haben, aber gerne noch weiter arbeiten würden und könnten. Weiterlesen