Senioren: ja wie heißen sie denn?

Immer wieder erleben wir von Das ReifeNetzwerk bei unserer Arbeit, dass über die Zielgruppe der Alten sehr unscharfe Meinungen bestehen. Und diese Vorurteile und Unschärfen behindern in der Kommunikation und im Marketing die Erkenntnis des Möglichen und Nötigen und so auch die Entwicklung von guten Maßnahmen. Unsere Arbeit beginnt meist mit der elementaren Aufklärungsphase.

Warum ist das so? Es gibt viele Gründe, nicht zuletzt psychologische (Stichwort Berührungsangst), eine sehr grundsätzliche Quelle der Verwirrung ist sicher die korrekte Bezeichnung dieser interessanten Zielgruppe.

Schon im Rumpelstilzchen-Märchen wird deutlich, dass den Namen zu kennen Macht verleiht. Was benannt werden kann, kann erkannt werden. Wofür kein Name besteht, das ist an der Grenze der Existenz.

Eine erste Orientierung in Sachen “Bezeichnung der Zielgruppe der Alten” kann die Grafik hier geben, gewonnen via das Google-Plebiszit der Suchwort-Häufigkeit (Google Insights for Search).

 

 

Die Werte selbst sind keine absoluten Häufigkeiten sondern relative Verhältnisse. Auf Platz 6 dieser Liste liegt “ältere Menschen”.

“Pensionäre”, “60plus”, “PEGGI” und andere sind weit abgeschlagen.

Eine Sonderrolle nimmt “die alten” ein. Zwar werden hier noch höhere Werte erzielt, aber die alten Autos, die alten Käse und die alten Kamellen sind da mitgezählt.

Ebenfalls eine Sonderrolle hat “Rentner”. Der Begriff ist scharf definiert mit klarem wirtschaftlichen Fokus, er liegt in der Kategorie “Finanzen” (und nur da) bei Google entsprechend weit vorne.

Fazit: für die Suche wie fürs tagging und für hashtags ist “Senioren” mit Abstand der Winner.

Pensionäre und Rentner surfen mit auf der Welle

Haben Deutschlands Senioren Berührungsängste vor dem Neuen und scheuen deshalb das Internet? So richtig die Ausgangsthese wohl ist, so falsch ist der Schluß.

Dass im Alter konservative Haltungen eher zunehmen, ist bekannt, alles soll so bleiben, wie es vertraut ist. Doch dieser Wunsch stellt in puncto Internet-Nutzung immer weniger eine Hürde dar.

Denn seit gut 10 Jahren scheiden immer mehr Menschen aus dem Berufsleben aus, denen E-Mail, Online-Recherchen und Internet-Buchungen längst bekannt sind, die sich an diese Werkzeuge gewöhnt haben.

Und wer nicht am Arbeitsplatz seine ersten Web-Erfahrungen machte, der erfuhr im eigenen Wohnzimmer, wie Partner, Kinder und Enkel, aber auch Freunde und Nachbarn das neue Medium zunehmend sicher und selbstverständlich nutzen.

Ja, die Senioren und Pensionäre liegen 2-4 Jahre hinter dem großen Trend und Nein: den “Internet-Anschluss” werden sie nicht verpassen. Schon jetzt sind über 50% der Rentner-Haushalte online. Die Grafik zeigt auch, dass insbesondere die vermögenden Pensionäre schon jetzt im gehobenen Mittelfeld angekommen sind.

Die Zielgruppe ist hochinteressant, nun muss sie kommunikativ auch online erreicht werden. Wie immer und überall besteht die Kunst darin, sie dort abzuholen, wo sie ist. Hier sind gute Ideen und überzeugende Ansätze noch rar.
Einer der Gründe ist sicherlich, dass dieses Kunden- und Käuferppotenzial eine sehr viel differenzierte Ansprache erfordert, als das schlichte Wort “Senioren” vermuten läßt.