Gute Arbeit = Gesunde Arbeit = Gewinnbringende Arbeit

Kranke, schwächliche und leistungsgeminderte Beschäftigte sind für den Arbeitgeber ein erheblicher Kostenfaktor. Gesunde Beschäftigte hingegen erbringen in aller Regel wenigstens die vertraglich geschuldeten Leistungen. Wenig oder gar nicht mehr motivierte Arbeitnehmer leisten grundsätzlich weniger, liefern schlechtere Qualität, und das bei derselben Bezahlung. Motivierte Arbeitnehmer erbringen höhere und bessere Leistungen, sie stecken andere gleichsam positiv an, sie sind produktiver, tragen zu guter Stimmung und einem positiven Arbeitsklima bei und sind somit ein unmittelbarer Faktor für bessere Unternehmensergebnisse.

Investitionen in einen verbesserten Arbeits- und Gesundheitsschutz, insbesondere effektivere Präventionsmaßnahmen lohnen sich für alle Beteiligten, jedenfalls mittel- und langfristig. Untersuchungen haben ergeben, dass man mit einem sog. Return on Prevention (RoP) von 2,8 zu 1 rechnen kann. Liegt er auch nur etwas über 1 zu 1, hat sich jeder investierte Euro auch betriebswirtschaftlich gelohnt. Nicht zu unterschätzen ist ein weiteres Plus: Beim Kampf um gute Fachkräfte kann das Angebot guter und sicherer Arbeitsplätze entscheidend sein.

Zu einem solchen Angebot gehören Pflicht- und Kürelemente:

Das Pflichtprogramm umfasst vor allem die vom Arbeitsschutzgesetz geforderte Gefährdungsbeurteilung physischer und psychischer Belastungen, daraus abgeleitete Abhilfe- und Vorbeugungsmaßnahmen, entsprechende Unterweisungen, Dokumentationen, verlässliche Wirksamkeitsüberprüfungen und ggf. gezielte Nachbesserungen. Diese Verfahrensschritte sollen als kontinuierlicher Verbesserungsprozess gestaltet werden.

Ein weiteres Element bildet die betriebsärztliche und fachsicherheitstechnische Betreuung nach dem Arbeitssicherheitsgesetz. Für den verpflichteten Arbeitgeber sind diese Fachleute, gemeinsam mit dem obligatorischen Arbeitsschutzausschuss, die wichtigsten Garanten für sichere und gesunde Arbeit. Die Betriebsärzte sind ferner in die arbeitsmedizinische Vorsorge eingebunden, indem sie je nach Gefährlichkeit bestimmter Arbeiten Pflicht-, Angebots- oder lediglich Wunschvorsorge anzubieten haben. Der verstärkten Suche nach möglichen arbeitsbedingten Gefährdungen dient auch das Betriebliche Eingliederungsmanagement nach § 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch IX.

Zu empfehlenswerten Kürmaßnahmen zählen die von den Krankenkassen teilfinanzierte Betriebliche Gesundheitsförderung, aber auch Angebote zu den Themen Sucht (Prävention, Beratung, Entwöhnung, Kur), Mobbing (Prophylaxe, Aufdeckung, Bekämpfung), Bewegung, Ernährung etc. Ein ganzheitlich durchkomponiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement wäre von Vorteil für alle inner- und außerbetrieblichen Akteure.

Konzerne und Großunternehmen erledigen diesen Aufgabenkreis in der Regel durch eigene große Abteilungen. Kleinere und mittlere Unternehmen brauchen zumeist kompetente und preiswerte Hilfe von außen.

 

crbst_joachim_heilmannProf. Dr. jur. Joachim Heilmann ist Mitglied im Expertenteam der MSS-UnternehmerHilfe eG, das wiederum Mitglied im ReifeNetzwerk ist. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Arbeitsrecht, Zivilrecht, Europäisches Recht, IT-Recht, Forschungsförderung, Internationale Projekte und Kooperationen in Deutschland und Schweden.

Senioren-Offensive! Ein Manifest.

1           Situationsanalyse

Seit vielen Jahren sind die Senioren, die Generation 50plus (oder 60plus), die alten Menschen also, in der Defensive: Sie möchten doch bitte noch wahrgenommen werden von Medien und Marketing, noch ein wenig mitreden und kleinere Dienste erfüllen dürfen an (irgend)einem seniorengerechten Arbeitsplatz, noch am Rande auch stattfinden in Filmen, Features und Reportagen, noch etwas differenzierter gesehen werden in Statistiken (die gerne einfach die Gruppe ganz rechts unter „50 bis tot“ subsummieren).

Wie konnte es zu dieser defensiven Position des „wir wollen noch ein wenig mitmachen dürfen“, dieser gesellschaftlichen underdog-Position der Senioren kommen? Sie ist absurd und widernatürlich.

Die Ursachen für diese 180 Grad-Schieflage sind sicher vielfältig. Drei wesentliche Treiber sind

  • Werbung und Marketing: „Straffheit“, „Faltenfreiheit“, „Potenz“, „Fruchtbarkeit“ sind Weiterlesen