Was lernen wir vom Brexit?

Zunächst einmal den großen Einfluss des demografischen Wandels. Die Abstimmungs-ergebnisse in Großbritannien zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen der Jungen und der Alten: Nur 27% der 18- bis 24-Jährigen waren für den Brexit, aber 60% der über 65-Jährigen. Und der viel größere Anteil der Älteren gab dann den Ausschlag für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ein überzeugendes Beispiel für die „Macht“ der Älteren, die ja auch schon das Ergebnis der letzten Bundestagswahl in Deutschland nachhaltig beeinflusst haben.

Die Gründe für das Abstimmungsverhalten der Älteren in Großbritannien sind sicher vielfältig. Neben der Angstkampagne der Brexit-Gegner und neben der popularistischen Medienkampagne der Brexit-Befürworter hat aber sicher ein Motiv eine bedeutende Rolle gespielt: Die Furcht vor Veränderung bzw. das Festhalten am „Althergebrachten“ als Ausdruck einer konservativen Grundeinstellung. Die älteren Engländer können sich noch gut die frühere Größe und Macht des Vereinigten Königreiches erinnern und haben den schwindenden Einfluss ihres Landes im Verlauf der EU-Zugehörigkeit schmerzlich erlebt. Die Versprechungen der Brexit-Befürworter – England zur früheren Macht und Eigenständigkeit zurückzuführen – sind bei dieser Zielgruppe auf fruchtbaren Boden gefallen. Der derzeit desolate Zustand der Europäischen Union hat dann sein Übriges dazu getan.

Was lernen wir daraus? Erstens darf man den Einfluss der älteren Bevölkerung nicht unterschätzen. Zweitens muss man die Motive und Bedürfnisse dieser Zielgruppe genau kennen. Und drittens darf man (auch bei dieser „erfahrenen“ Zielgruppe) nicht erwarten, dass Entscheidungen aufgrund rationaler Überlegungen getroffen werden. Dies gilt nicht nur bei politischen Entscheidungen, sondern auch im Konsumbereich. Auch Unternehmen, die sich an die Zielgruppe älterer Konsumenten wenden, sollten dies berücksichtigen.

EU Wettbewerbe im Europäischen Jahr für aktives Altern

2012 ist das Jahr für aktives Altern und der Solidarität zwischen den Generationen. Die Europäische Union führt unter diesem Titel verschiedene Wettbewerbe durch, 5 davon laufen noch bis zum 1. September 2012.

Es winken keine spektakulären Preise, aber man bekommt Zugang zu und Aufmerksamkeit von neuen Gremien und Organsiationen innerhalb der EU, im EU-Umfeld und in deutschen öffentlichen Organisationen, vornehmlich im Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Zur Preisverleihung der EU Wettbewerbe wird man nach Brüssel eingeladen, auch das sicher kein alltägliches Erlebnis.

Eine Übersicht der EU Wettbwerbe findet sich hier, ebenso Details zu den Bedingungen der Teilnahme etc.

In der Tabelle hier haben wir die 4 interessantesten EU Wettbewerbe aus unserer Sicht aufgelistet.