Senior sells!

Einen unglaublichen Hype hat Deutschlands führende Werbeagentur Jung von Matt mit dem schrägen „Supergeil“-Video für Edeka ausgelöst. Bisher wurde der erst vor wenigen Tagen ins Netz gestellte Clip mehr als 1,8 Mio. mal abrufen und zählt damit schon jetzt zu den erfolgreichsten Werbekampagnen Edekas:

Supergeil

„Das Video ist eine musikalische Begegnung mit den Eigenmarken von Edeka”, sagte eine Sprecherin. „Ziel war es, die Vielfalt der Edeka-Eigenmarken auf humorvolle Art an ein jüngeres Publikum zu kommunizieren”, erklärte sie.

Protagonist der Video-Serie ist der 58-jährige Berliner Schauspieler Friedrich Liechtenstein, dem es dank seines Kult-Status, der sich bislang allerdings überwiegend auf Berlin beschränkte, und trotz seines etwas fortgeschrittenen Alters gelungen ist, genau dieses Ziel zu erreichen und besonders das Interesse einer jüngeren Zielgruppe auf die Supermarktkette zu lenken.

Das Video sei Teil der aktuellen Edeka-Eigenmarkenkampagne. „In der nächsten Woche starten im Rahmen dieser Kampagne der neue TV-Spot sowie begleitende Maßnahmen im Print- und Online-Bereich”, sagte die Sprecherin.

Wer nicht genug davon bekommen kann: hier gibts mehr …

E-Commerce 50+: Vertrauen ist gut …

Senior bezahlt mit Kreditkarte im Internet… Kontrolle ist besser – möchte man spontan ergänzen. Aber das ist im Internethandel nicht immer so einfach. Insbesondere nicht für ältere Semester, die sich ohnehin erst zögerlich mit dem Einkaufen im Internet vertraut machen – berichtet Lead Digital in der zweiten Ausgabe der Miniserie „Ältere Zielgruppen“ (Heft 03/2014). Zu unübersichtlich ist in den meisten Fällen die Benutzerführung und zu groß die Angst, mit einem schnellen Klick etwas auszulösen, was möglicherweise nicht wieder rückgängig zu machen ist. Schon das Anlegen eines Accounts, bei dem in der Regel ellenlange AGB zu akzeptieren sind, stellt für viele Ältere gefühlt eine unüberwindbare Hürde dar. Ganz zu schweigen vom Payment, welches üblicherweise vorab durch Bankeinzug, Kreditkarte oder Online-Dienste zu leisten ist. Weiterlesen

“Senior” will keiner genannt werden

People congratulate and holding thumbs upEines der großen Geheimnisse der Kommunikation mit den Generationen 50plus liegt bekanntermaßen in der richtigen Ansprache. Das beginnt schon beim Namen. Wie sagt man: „das hier ist ein Produkt für Senioren“ ohne von „Senioren“, „älteren Menschen“ oder „Golden Ager“ zu sprechen?

Wir vom ReifeNetzwerk sind der Ansicht, dass man nicht ein Etikett  verwenden darf (z.B. „Senior“), um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen. Man muss die konkrete Lösung präsentieren. Eine Brille ist für Menschen mit Sehschwäche, ein Stock für solche mit Gehschwierigkeiten, die Sockenanziehilfe für die, die sich nicht so gut bücken können. Wer das jeweilige Problem hat, wird hinschauen, wer nicht, den interessiert es nicht.

Wie elegant und würdig, und dabei doch auch 100% verkäuferisch das gehen kann, hat Tchibo jetzt vorgemacht. Schauen Sie sich mal diesen kleinen Prospekt an. Keine Seniorin und kein Senior wird angesprochen und doch bzw. gerade darum! wird die Zielgruppe 1a erreicht.

Wir heben den Daumen für diese überzeugende Leistung, excellent practice! Glückwunsch, Tchibo!

Neue Wege zur Versorgung mit Dienstleistungen im ländlichen Raum

Kurzmitteilung

BMEL logoIn einer Pressemitteilung von heute stellt das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein neues Projekt zur Stärkung der Versorgung ländlicher Regionen vor:

Angesichts des demografischen Wandels wird es für viele Unternehmen im ländlichen Raum immer schwieriger, den Bewohnern ihre Dienstleistungen auch in Zukunft in erreichbarer Entfernung anbieten zu können. „Um die Regionen nachhaltig weiter zu entwickeln, brauchen wir moderne, regionale und wirtschaftlich tragfähige Versorgungsnetze im ländlichen Raum“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich in Berlin. Deren Aufbau fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen eines Projekts: So sollen Sparkassenfilialen, deren Schließung infolge des demografischen Wandels aus wirtschaftlichen Gründen droht, mit neuen Geschäftsmodellen geöffnet gehalten werden. Weiterlesen

Amazon startet Store „50+ Active & Healthy Living“

amazon-shop-50-plus-300x180Es hat sich zwar inzwischen herumgesprochen, dass 50plus eine der kaufkräftigsten Zielgruppen überhaupt ist. Galt bisher die Gruppe der 14-49-Jährigen als vielversprechendste Konsumentengruppe, wird diese enge Begrenzung inzwischen von vielen Werbetreibenden auf 14-59 Jahre ausgeweitet. Allerdings ist in der öffentlichen Wahrnehmung davon derzeit kaum etwas zu spüren.

Aber das könnte sich bald ändern, denn jetzt hat mit Amazon.com der weltweit größte Online-Händler die zahlungskräftige 50plus Generation für sich entdeckt und startet eine entsprechende Shopping-Rubrik auf seiner Online-Plattform. Ab sofort bietet Amazon.com unter der Rubrik „50+ Active & Healthy Living“ in den USA Produkte speziell für die Generation(en) 50plus an. Dazu gehören mehrere hunderttausend Ernährungs-, Wellness-, Fitness- und Medizin-, Beauty- und Entertainment-Produkte für Best Ager. Besonders interessant scheint die Möglichkeit, Produkte über „Subscribe & Save“ für einen individuell festlegbaren Zeitraum zu abonnieren und dafür einen Preisnachlass zu erhalten. Darüber hinaus können sich Besucher der Seite auch Tipps rund um die die Themen Gesundheit, Pflege oder gesunde Ernährung holen.

Die Startseite präsentiert sich übersichtlich und gut strukturiert, Schriften sind ausreichend gut lesbar, auch wenn man vielleicht auf die ausschließliche Verwendung von Großbuchstaben in den Rubriken hätte verzichten sollen. Die Produktauswahl und die Bestellprozesse sind amazontypisch gewohnt einfach. Weiterlesen

E-Commerce 50plus: Es besteht Handlungsbedarf

Man Using Credit Card OnlineWer bisher meinte, E-Commerce sei lediglich etwas für die jüngere Generationen, der muss sich jetzt dank einer Studie des Unternehmens Anxo Management Consulting in Zusammenarbeit mit den Marktforschern der Konzept & Markt GmbH eines Besseren belehren lassen – so eine aktuelle Meldung von absatzwirtschaft.de. Denn immer mehr Konsumenten über 50 nutzen digitale Kommunikationswege. Immerhin 31% der befragten Best Ager-Haushalte besitzen ein Smartphone, bei den über 66-Jährigen sind es noch 22%. Interessanterweise sind die Älteren bei der Verwendung von Tablet PCs noch sehr zurückhaltend, obwohl diese durch eine besonders einfache Bedienung eigentlich ideale Computer für Senioren sein könnten. Weiterlesen

50plus-Produkte: Vom Hackenporsche zum Kultprodukt

TrolleyDer Markt für 50plus-Produkte wächst stetig. Die Nachfrage ist (noch) eher verhalten. Wo sind die Hürden und was sind die Gründe? Die Antworten auf diese Fragen zu finden, ist eines der Aufgabengebiete des ReifeNetzwerks.

 Thomas Ritter von der Ludwig Bertram GmbH, Laatzen, und Initiator des Sanivita Partnerkonzepts ist in der ganzen Welt unterwegs, um Produkte zu finden, die älteren Menschen eine lange Selbstständigkeit und eine hohe Lebensqualität ermöglichen. Die Palette umfasst Produkte zum Wohlbefinden, zur Erhaltung der Mobilität und der Sicherheit und viele nützliche Geräte für den Haushalt – vom Flaschenöffner bis zum flexiblen Schneidebrett. Alle Produkte erfüllen die Forderungen, für die sich auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (www.bagso.de) einsetzt.

Doch die Akzeptanz seitens der Verbraucher ist verhalten – sei es aus Unkenntnis oder aus Uneinsichtigkeit. Hilfe anzunehmen, fällt besonders älteren Menschen schwer. Sie wollen oder können sich nicht eingestehen, dass die Hände nicht mehr so kräftig sind, um ohne Hilfsmittel ein Glas zu öffnen. Sie nehmen lieber einen Sturz in Kauf, bevor sie einen Rollator akzeptieren. Oder Sie grenzen sich selbst aus der Gesellschaft aus, weil sie auf ein Hörgerät verzichten oder es nicht nutzen. Doch das muss nicht so bleiben.

 Hören macht schön

Die im Jahr 2010 von Widex Hörgeräte gestartete Kampagne beweist, dass mit der richtigen Ansprache und Humor das „Stigma des Alters“ wegfällt. Eine große Hürde ist genommen, wenn der  sogenannte „Trolley-Effekt“ eintritt. Der Rollkoffer wurde für die älteren Menschen konzipiert, aber zunächst nicht akzeptiert, da als „Hackenporsche“ verhöhnt. Erst als die Jungen den Vorteil erkannt und genutzt haben, sind auch die Ältern dem guten Beispiel gefolgt. 

Das ReifeNetzwerk hat Instrumente entwickelt, mit denen es gelingt, solche Produkte salonfähig zu machen.

Neues Verpackungsdesign bringt Hartmann AG 10% mehr Umsatz

Redesign für 50+ zahlt sich aus. Die Zielgruppe ist eine inzwischen vielfach umworbene Klientel, entwickeln sich die „Best Ager“ doch allmählich zum kaufkräftigsten Kundensegment. Allerdings sind Produkte und Markenbotschaften oftmals noch nicht auf diese Zielgruppe ausgelegt. Mit beigen Krankenkassendesign ist sie nicht mehr zu gewinnen – im Gegenteil: Die Generation fordert innovative Konzepte, was Produktdesign und Ansprache angeht. Belohnt wird zielgruppengerechtes Design mit positiven Auswirkungen auf den Umsatz. Das bestätigt Corry Berger, Brandmanager der Hartmann AG, nach dessen Aussage nach dem Relaunch der Pflegeserie Menalind (Hautpflege für Ältere) durch das neue Verpackungsdesign 10 Prozent mehr Umsatz erzielt werden konnte.

Pflegeserie Menalind im Vergleich

Die Pflegeserie Menalind nach dem Relaunch

Wichtigstes Kriterium bei der Neuentwicklung war, emotionales Design und Funktionalität miteinander zu verbinden. Dazu hat die Hamburger Designagentur VISID folgendes geändert:

Visuals, die die spezifische Anwendung darstellen, werden deutlich hervorgehoben. Auf den alten Produkten gab es diese zwar auch, jedoch viel kleiner.

– Die Haptik ist Best-Ager-freundlich und wurde anwendungsspezifisch optimiert.

– Der Öffnungsmechanismus ist einfacher zu bedienen und ist durch die Pumpflaschen hygienischer.

– Auf Umweltfreundlichkeit wurde besonderer Wert gelegt.

– Die farbliche Differenzierung der Produkte für die Anwendungsbereiche Pflege, Schutz und Reinigung mit Pink, Blau, Gelb wurde deutlicher in den Vordergrund gerückt.

Viele Kleinigkeiten, die die Zielgruppe mit vermehrten Käufen honoriert hat. Der Erfolg könnte auch für andere Unternehmen Ansporn sein, die eigenen Produkte auf ihre Akzeptanz bei der „Zielgruppe der Zukunft“ zu überprüfen. Es zahlt sich aus.

Senioren: Schlüssel für Wachstum noch ungenutzt

„Wir müssen ein realistisches und differenziertes Bild vom Alter zeichnen….Diese Potenziale des Alters müssen wir stärker nutzen.“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei der Vorstellung des Sechsten Altenberichts vor knapp 2 Jahren. Zu Konsum und Marketing wurde ausgeführt:  „Auf der Produzentenseite werden der Produkt- und Handelsgestaltung häufig noch Altersbilder zugrunde gelegt, die den tatsächlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Konsumwünsche älterer Menschen nicht entsprechen.“ So zu lesen in der BMFSFJ-Pressemitteilung vom 17.11.2010.

Was hat sich seitdem getan? Nicht viel, ist unsere Erfahrung im ReifeNetzwerk. In Gesprächen mit Produktmanagern stellen wir fest, dass sie die erhebliche Kaufkraft der 60- bis 80-Jährigen und die Potenziale für Wachstum durchaus kennen. Sie scheuen aber den Aufwand, sich mit dieser heterogenen Zielgruppe intensiv zu befassen. Dies kann auf lange Sicht zum Wettbewerbsnachteil werden. Argumente, wie „die kaufen ja ohnehin“, werden die Verbraucher selbst widerlegen. Senioren treten immer selbstbewusster auf und stellen klare Forderungen an Produkte und Dienstleistungen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass inzwischen die rebellischen ehemaligen 68-er allmählich im Rentenalter angekommen sind.

„Ohne die Älteren und deren erhebliches Einkommensvolumen im Blick zu haben, werden Unternehmen in Deutschland nicht mehr wachsen können“, sagt Martin Sonnenschein, Zentraleuropachef der Unternehmensberatung A. T. Kearney. „In 20 Jahren wird es in Deutschland mehr über 60-Jährige als unter 15-Jährige geben. Deshalb muss es viel mehr gute Geschäftsideen für diese Zielgruppe geben.“

Gute Idee

Die Verbrauchermarktkette real bietet einen neuen Service: Einmal die Woche werden Senioren (nach Anmeldung) mit einem Bus abgeholt und auch wieder (mit den Einkäufen) zurückgefahren. Eine echte Alternative zum “Lieferservice” wie ich finde. Schließlich wollen Senioren auch durch die Gänge schlendern und sich zum einkaufen inspirieren lassen. Manche Dinge können so einfach sein… Ein gutes Beispiel vielleicht auch für andere Supermärkte (auf dem Land)