>> Seniorenfernsehen: Ex-Spielfilmchefin Bettina Reitz attackiert ARD << …

fotolia/auremar

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… so titelt Spiegel-Online am 15.10.2015 anlässlich eines Interviews der ZEIT mit der Ex-Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks und neuen Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film. Es gäbe, so Reitz: „ … einen immer größeren Spalt zwischen denen, die 50 plus sind und auf ihr Fernsehen nicht verzichten wollen, und denen, die 30 minus sind und den ‘Tatort’ schauen, ohne sich darum zu scheren, wer ihn produziert. Wird der Abgrund nicht überbrückt, dann wird das System auseinanderbrechen. Dann wird es ein Seniorenfernsehen geben, namens ‘Das Erste’ und ‘ZDF’ – und ein digitales Angebot”.

Seniorenfernsehen darf man in diesem Zusammenhang wohl durchaus abwertend verstehen. Sind damit doch wohl die Fernsehkonsumenten gemeint, die das zeitlich starre Fernsehangebot regungslos über sich ergehen lassen. Frau Reitz verortet sie anscheinend nur bei den Älteren. Aber diese Haltung ist natürlich keineswegs altersspezifisch, sondern findet sich durchaus auch bei der jüngeren Generation, den sogenannten Couch-Potatoes. Nur dass die sich nicht von ARD und ZDF berieseln lassen, sondern von RTL, Pro Sieben und Konsorten.

Richtig an ihrer Analyse ist allerdings, dass die digitalen Angebote dem Fernsehen, wie wir es bisher gewohnt sind, langfristig den Garaus machen werden – allerdings wahrscheinlich sehr viel gründlicher, als sich das Frau Reitz im Moment noch träumen lässt. Streamingdienste und Mediatheken – übrigens auch von den Öffentlich Rechtlichen angeboten – YouTube, Amazon, Apple, Google – sie alle machen es möglich, sich unabhängig vom Standardfernsehangebot jederzeit das Programm anzuschauen, welches man sich am Smartphone, Tablet- oder Desktop-PC selbst zusammengestellt hat. Die erste Hälfte des Tatort läuft dann in der Mittagspause, der Rest abends nach den Nachrichten.

Federführend bei diesem selektiven Fernsehkonsum werden aber gerade die Älteren sein, denn sie legen weitaus größeren Wert auf relevante Inhalte als Jüngere. Sie werden werden es sein, die ihr Programm nach qualitativ hochwertigen Inhalten zusammenstellen und dabei nicht mehr nach dem Absender fragen. Es wird keinen Abgrund geben zwischen den Sehgewohnheiten von 50 plus und 30 minus – der Graben wird vielmehr zwischen einem hochwertigen, werbefreien und einem minderwertigen, werbefinanzierten Medienangebot, zwischen intelligentem Fernsehkonsum und gedankenloser Berieselung verlaufen. Nirgendwo wird Bill Gates Zitat: „Content is king“ wichtiger werden, als beim Angebot der Medien, wenn damit Geld verdient werden soll. Hochwertige und aufwendig produzierte Inhalte, wie sie ARD und ZDF in ihrem Angebot haben, werden dauerhaft nicht ausschließlich GEZ-finanziert zur Verfügung gestellt werden können. Andere Abomodelle – wie sie beispielsweise von Spotify, Napster und neuerdings auch Aldi bei den Musikflatrates angeboten werden – oder auch Pay-Per-View sind da deutlich flexibler und für die Nutzer attraktiver.

Die Älteren werden es sein, die sich das leisten wollen – und können. So gesehen bekäme das Wort Seniorenfernsehen eine ganz neue Bedeutung: Premiumfernsehen.

Das Internet: Eine Welt der Jungen für Junge?

IMG_0116„Das gesamte Online-Business ist hauptsächlich von der jungen Generation gestaltet. Silver Surfer sind auf diesem Feld kaum beruflich tätig. Trotz Mafo werden die meisten Marketingentscheidungen immer noch nach eigenen Präferenzen, Vorlieben, Vorstellungen, Schönheitsempfindungen getroffen. Deswegen ist die Online-Welt eine Welt der jungen Menschen für junge Menschen.“, so die These von Daniel Telaar, Head of Concept bei Razorfish Healthware, nachzulesen im Leitartikel „Das volle Leben“ der Ausgabe 02/2014 von Lead Digital.

Ja, da ist was dran. Zwar sind längst die sogenannten Best Ager als zahlungskräftige und  -willige Klientel ausgemacht, die mit Macht ins Netz drängt. Merkliche Zuwächse bei der Internet-Nutzung sind insbesondere bei Personen ab 50 Jahren zu verzeichnen, die höchsten Zuwachsraten gibt es im Alter zwischen 60 und 69 Jahren, während die der 14 – 49-Jährigen stagnieren – allerdings auf sehr hohem Niveau. Je oller desto doller – bei der Netznutzung der Älteren trifft das zu. Und dennoch werden die Älteren im Digitalmarketing nicht wirklich beachtet.   Weiterlesen

Senioren-Bachelor? Wer will das denn sehen?

Fotolia_18614583_S(KaetheKlein)Hallo, hier ist Käthe. Habe grade gelesen, dass Markus Lanz einen Senioren-Bachelor im ZDF angekündigt hat!! Wer will das denn sehen? Ältere Menschen, die sich gegenseitig anbiedern? Können Sie sich vorstellen, dass sich 20 erfahrene Frauen in ein Haus begeben um dann ab und an mal einen einzigen Mann zu treffen und auf seine Rose zu warten? Und um die Rose zu bekommen, alles, ja wirklich alles tun?? Mir fällt es schwer… aber ich versteh ja auch schon den jetzigen Bachelor nicht (und schon gar nicht die Frauen, die dort mitmachen.) Die Ankündigung klingt jedenfalls für mich so, als wenn jetzt Senioren-Veräppelung Herrn Lanz aus dem Quotenkeller helfen soll. Senior-Aufschrei!

Was meinen Sie?

Neue werberelevante Zielgruppe – 14-59 Jahre

14_59_rtl_erweitert_werberelevante_zielgruppe_nach_oben_evo_580x326Laut einer aktuellen Meldung aus der w&v werden die Fernsehsender RTLVoxSuper RTLn-tv und RTL Nitro ihre werberelevante Zielgruppe auf die Jahrgänge 14-59 Jahre ausweiten.

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 bleibt weiter bei 14-49. Was den Vergleich zwischen den Sendern nicht unbedingt einfacher macht – und die Frage aufwirft, ob da jemand den Schuss nicht gehört hat.

Ich hoffe wenigstens, dass dort, wo man die wirklich relevanten Zielgruppen klarer sieht, auch die Sendungen, das ganze Programm wieder mehr auf reifere, erwachsene Menschen zugeschnitten ist.

Neuer Sender Sat.1 Gold: Kernzielgruppe 49-64 Jahre

Gebäude der ProSiebenSat.1 Media AG

Foto: Holger Rauner © ProSiebenSat.1 Media AG

Starttermin für den neuen Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe, der als „erster Sender mit ausschließlich deutschen Formaten“ Frauen um die 50 für sich gewinnen will, soll der 17. Januar 2013 sein. Geschäftsführerin Katja Hofem, die auch schon für den Frauensender SIXX verantwortlich zeichnet, weiß wohl auch deshalb, was Frauen dieser Altersgruppe wünschen: Zum Einsatz kommen „sowohl beliebte Serienklassiker, Filme und Talkshows als auch spannende und informative Magazine“. Jeder Abend wird für ein eigenes Genre stehen, es wird einen Doku-, Spielfilm-, Krimi- und Serien-Abend geben. Außerdem angekündigt ist, dass „ein renommiertes TV-Magazin eines großen deutschen Verlags exklusiv bei Sat.1 Gold zu sehen sein wird“. Weitere Details dazu wurden nicht bekannt gegeben. Zudem würden zusammen mit Ulrich Meyer neue Formate aus der „Akte“-Welt produziert.

Katja Hofem zu dem Konzept: Weiterlesen

Fernsehtipp: 3sat Thema „AltersStark”

Menschen ab Mitte fünfzig sind heute im besten Alter! Das hat nicht nur die Werbung erkannt. Die Generation 50plus gestaltet diesen Lebensabschnitt heute bewusst und mit viel Energie. Mit dem „3sat thema“ setzt 3sat neben seinen Thementagen und Themenwochen einen weiteren Akzent in seinem Programm. Die Zuschauer erhalten einen kompakten Über- und Einblick in ein kulturrelevantes Thema unserer Zeit.
Am 26. September geht es im „3sat thema“ einen Abend lang ab 17.30 Uhr um das „Altern“. „Dernier Voyage – Die letzte Reise“ ist der erste von sieben Beiträgen zum „3sat thema“. Im Anschluss, ab 18.15 Uhr, folgen die Dokumentationen „Meine Traumvilla in Senegal“, „Age Company“, „Ruth rennt…“ und „Zweite Halbzeit – Sex im Alter“. Um 21.10 Uhr zeigt 3sat den preisgekrönten Spielfilm „Wolke 9“ von Andreas Dresen. Mit dem Zeichentrickfilm „Der alte Mann und der Fisch“ endet um 22.45 Uhr das „3sat thema“.

Die Generation 50plus im 3sat thema


Warum RTL an die „Best Ager“ ran will.

Die ARD weiß es, das ZDF weiß es schon lange und auch das ReifeNetzwerk wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen: Es gibt eine – zwar schon immer vorhandene, aber bisher sträflich vernachlässigte – agile und kaufkräftige Zielgruppe jenseits des Standards der 14-49 Jährigen. Das hat nun auch die Mediengruppe RTL erkannt und hat die 20-59 Jährigen zu ihrer Kernzielgruppe ernannt (wir berichteten).

Wie es zu dieser Abwendung von einer Zielgruppendefinition kam, die jahrelang wie in Stein gemeißelt schien, und was sich RTL davon verspricht, erklärt Matthias Dang, stellvertretender Geschäftsführer IP Deutschland, dem Werbezeitenvermarkter von RTL, in einem Interview mit der WELT: „Da steckt Geld, die Leute sind sehr aktiv und auch im Kopf junggeblieben.“

Von der ehemaligen Zielgruppe 14-49 will er nichts mehr wissen: „Bislang investierte die Industrie 70 bis 80 Prozent ihrer Budgets in diese Gruppe, die ihrerseits in zahllose Subgruppen zerfällt. Seitens der Kunden wurden die Produkt- und Kampagnenzielgruppen aber immer mehr nach oben ausgeweitet, erst bis zu den 54-Jährigen und dann bis zu den 59-Jährigen. Das war ein schleichender Prozess.“

Und er ist sich sicher, dass andere Sender seinem Beispiel folgen werden, auch wenn die ProSiebenSat.1-Gruppe erklärt hat, bei 14/49 bleiben zu wollen: „Wir haben das Thema jetzt mit drei Jahren Vorlauf angeschoben und sind damit nicht allein. Die ARD-Werbetochter, Tele 5 und Sky weisen 20/59 ebenfalls schon aus. Dem demographischen Wandel kann sich keiner entziehen, aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Zielgruppe etabliert.

 

ProSiebenSat.1 planen Best-Ager-Kanal

Na das ist doch mal ein gute Idee: Ein TV Kanal für “Best-Ager” (leider wurde in der Ankündigung darauf verzichtet, diese Gruppe näher zu beschreiben). Da bin ich mal gespannt, wie sich das Programm zusammensetzt – und auch was wann gesendet wird….. Vielleicht bekommen dann die Öffentlich/rechtlichen ja noch ernsthaft Konkurrenz….. Aber auch die Mediadaten werden spannend…. denn auf die immer gern genannte “Werbe-relevante-Zielgruppe der 14-49jährigen” wird man wohl nicht zurückgreifen wollen….