„Selbst ein Porsche 911 ist eigentlich ein Auto für Ältere“

CCP01_0051LayEin Beitrag von Kai Kolwitz am 26.8.2014 in Spiegel Online mit dem Titel „Autos für Senioren: Gib Gummi, Alter!“ bestätigt einen Artikel unseres Autors Peter Apel: Alte Menschen kommen in der Auto-Reklame nicht vor. Dabei ist der durchschnittliche Neuwagenkäufer in Deutschland jenseits der 50. Machen die Fahrzeughersteller etwas falsch? Er führt weiter aus: Glaubt man der Werbung der Fahrzeughersteller, dann nutzen in Deutschland nur junge, sportliche Menschen das Auto. In den Spots und Anzeigen hüpfen fast ausnahmslos Leute ans Steuer, die altersmäßig irgendwo zwischen bestandenem Abitur und vierzigstem Geburtstag liegen.

„Jeder Hersteller nennt als Zielgruppe immer die 25- bis 35-jährigen Gutverdiener. Aber die leisten sich in der Regel nur Gebrauchtwagen“, sagt Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen. Dabei bestehe die beste Kundschaft in Wirklichkeit aus älteren Menschen, sogenannten Best Agern: „Die haben Vermögen und Kaufkraft“, sagt Diez. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt diese Einschätzung. Das CAR-Institut der Universität Duisburg fand heraus, dass der durchschnittliche Neuwagenkäufer in Deutschland rund 52 Jahre alt ist – so alt wie noch nie. Rund ein Drittel aller Käufer hatte laut der Studie sogar den sechzigsten Geburtstag hinter sich.

Trotz dieser offensichtlichen Veränderungen schüren die meisten Hersteller mit ihrer Reklame immer noch den Jugendwahn, anstatt gezielt die etwas grauere Generation anzusprechen, führt Kai Kolwitz weiter aus. Bei der Entwicklung der Autos werden allerdings die Bedürfnisse der älteren Käufer durchaus berücksichtigt, so Willi Diez.

Die Mitglieder des ReifeNetzwerks kennen die Argumente der Autobauer, sehen aber durchaus schon erste Ansätze, durch die Auswahl der Bilder und Modells vorsichtig entsprechende Signale zu setzen. Seit über 9 Jahren beraten sie Unternehmen aller Branchen, die Scheu davor zu verlieren, der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Die mutigen Unternehmen haben damit Erfolg.

Die unterschätzte Marktmacht der Älteren

Marktmacher10TitelDie aktuell durchgeführte Online-Befragung des ReifeNetzwerks beweist: die Marktmacht der Älteren wird unterschätzt. Warum das Potenzial älterer Zielgruppen nicht genutzt wird, ist in der aktuellen Ausgabe des marktmacher50plus zu lesen.

Wer ältere Kunden erreichen will, braucht Themen und keine Klischees. Es müssen neue Bilder in der Werbung ausgewählt werden, die einen positiven Effekt in den Köpfen von Jung und Alt haben. Und es hilft auch, einen Blick nach Japan zu werfen, einem Land, das mit seinen älteren Kunden respektvoll umgeht und viele nachahmenswerte Lösungen anbietet.

Mit steigender Lebenserwartung ändern sich die Ansprüche der Kunden 50plus. Das gilt für Finanzdienstleistungen im besonderen Maße. Was ist zum Beispiel bei der Rente mit 63 oder Flexi-Renten-Modell zu beachten? Mitarbeiter, Finanzkunden und Berater müssen umdenken und sich um das Älterwerden und seine Folgen kümmern.

Neben den emotionalen Barrieren geht es um ganz realistische Fragen wie  Pflege und Wohnen im Alter. So müssen auch Seniorenresidenzen und Pflegeheime Öffentlichkeitsarbeit machen, um gute Mitarbeiter zu finden oder eine hohe Auslastung zu haben. Dies gilt auch für Handwerksbetriebe, die Wohnungen barrierefrei umbauen. Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt und nehmen an Weiterbildungsmaßnahmen teil, um das Markenzeichen „Generationenfreundlicher Betrieb Service + Komfort“ zu erwerben.

Doch das Umdenken gilt für alle Unternehmen. Wie sieht die Mitarbeiterstruktur aus, was wird für die Teambildung und Stressabbau für Alt und Jung gemacht und wie ist die Nachfolge geregelt? Von den ReifeNetzwerk-Experten werden Wege aufgezeigt, wie Unternehmen mit Weitblick vom demografischen Wandel profitieren können.

Die aktuelle Ausgabe des marktmacher50plus ist zu bestellen unter: www.reifenetzwerk.de.

Tanzlehrerin entdeckt neuen Markt

In der Zeitung „GESUND“ vom 25. April 2014 wird im Porträt auf Seite 12 die Tanzlehrerin Sylvia Scheerer vorgestellt. Sie hat eine Idee aus den Niederlanden aufgegriffen, den Rollator – der von einer Schwedin erfunden wurde – als Tanzgerät zu nutzen.

Sie schult Tanzlehrer für ein besonderes Präventionsprogramm. Die AOK  sieht im Rollator-Tanz eine überzeugende Präventionsmaßnahme zur Sturzprophylaxe. Damit die Krankenkasse das Projekt fördert, wurden die tänzerischen Elemente gemeinsam mit Ärzten, Physiologen und Psychologen entwickelt und an die Situation von Menschen mit Gehhilfen angepasst.

Das ReifeNetzwerk sieht in diesem Projekt einen guten Ansatz, der zeigt, was es bringt, über den Tellerrand zu blicken und innovative Wege zu gehen. In diesem Fall können  junge Tanzlehrer profitieren. Sie erweitern ihr Spektrum, sichern ihren Arbeitsplatz und bekommen eine andere Sicht auf ältere Menschen. Diese wiederum werden durch den Tanz sicherer, gewinnen Lebensfreude und ersparen sich eine aufwändige Rehabilitation. Daraus ergibt sich eine typische Win-Win-Situation.

In Workshops erarbeiten Mitglieder des ReifeNetzwerks mit ihren Kunden innovative Lösungen für reife Menschen.

Mein Garten – ein Ort voller Lebensfreude

GartenDie neue Broschüre des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen e.V.  ist ein gutes Beispiel, wie man die Bedürfnisse reifer Menschen ganz subtil berücksichtigt, sei es durch Auswahl der Sprache, der Bilder oder der Empfehlungen. Schön ausdrückt ist das durch den Slogan auf der ersten Seite: „Der Garten – ein Ort, an dem ich ewig jung bleibe“.

Die Broschüre „ Mein Garten – ein Ort voller Lebensfreude “ wendet sich an alle Gartenliebhaber, hat aber einen starken Fokus auf die älteren Gartenbesitzer, wohl wissend, dass der Garten bei Menschen ab 50 eine sehr hohe Priorität hat.

Unter der Überschrift „Veränderungen planen“ ist zu lesen, dass rund 62 Prozent der über 70-Jährigen sich in ihren Bewegungsabläufen eingeschränkt fühlen. Der Vorschlag einer altersgerechten Umgestaltung des Gartens ist sinnvoll und kann in kleinen Schritten erfolgen. Wie das aussehen kann, wird in der Broschüre ausführlich und reich bebildert gezeigt.

Das ReifeNetzwerk freut sich, dass seine Vorschläge zur Ansprache und Gestaltung in dieser Broschüre vorbildlich umgesetzt wurden (www.galabau-nordwest.de).

Seniorenauto – gibt’s das?

Seniorenauto“Man darf Produkte für Senioren machen – aber man darf nie sagen, dass sie für Senioren sind.” Sätze wie diese hatten fast Mantra-Charakter unter den Marketingverantwortlichen mit Zielgruppen über 50. Gern wurde noch spöttelnd hinzugefügt: “Auch wenn die 70 und 80 sind – alte Leute wollen die alle nicht sein!”

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Senior sells!

Einen unglaublichen Hype hat Deutschlands führende Werbeagentur Jung von Matt mit dem schrägen „Supergeil“-Video für Edeka ausgelöst. Bisher wurde der erst vor wenigen Tagen ins Netz gestellte Clip mehr als 1,8 Mio. mal abrufen und zählt damit schon jetzt zu den erfolgreichsten Werbekampagnen Edekas:

Supergeil

„Das Video ist eine musikalische Begegnung mit den Eigenmarken von Edeka”, sagte eine Sprecherin. „Ziel war es, die Vielfalt der Edeka-Eigenmarken auf humorvolle Art an ein jüngeres Publikum zu kommunizieren”, erklärte sie.

Protagonist der Video-Serie ist der 58-jährige Berliner Schauspieler Friedrich Liechtenstein, dem es dank seines Kult-Status, der sich bislang allerdings überwiegend auf Berlin beschränkte, und trotz seines etwas fortgeschrittenen Alters gelungen ist, genau dieses Ziel zu erreichen und besonders das Interesse einer jüngeren Zielgruppe auf die Supermarktkette zu lenken.

Das Video sei Teil der aktuellen Edeka-Eigenmarkenkampagne. „In der nächsten Woche starten im Rahmen dieser Kampagne der neue TV-Spot sowie begleitende Maßnahmen im Print- und Online-Bereich”, sagte die Sprecherin.

Wer nicht genug davon bekommen kann: hier gibts mehr …

E-Commerce 50+: Vertrauen ist gut …

Senior bezahlt mit Kreditkarte im Internet… Kontrolle ist besser – möchte man spontan ergänzen. Aber das ist im Internethandel nicht immer so einfach. Insbesondere nicht für ältere Semester, die sich ohnehin erst zögerlich mit dem Einkaufen im Internet vertraut machen – berichtet Lead Digital in der zweiten Ausgabe der Miniserie „Ältere Zielgruppen“ (Heft 03/2014). Zu unübersichtlich ist in den meisten Fällen die Benutzerführung und zu groß die Angst, mit einem schnellen Klick etwas auszulösen, was möglicherweise nicht wieder rückgängig zu machen ist. Schon das Anlegen eines Accounts, bei dem in der Regel ellenlange AGB zu akzeptieren sind, stellt für viele Ältere gefühlt eine unüberwindbare Hürde dar. Ganz zu schweigen vom Payment, welches üblicherweise vorab durch Bankeinzug, Kreditkarte oder Online-Dienste zu leisten ist. Weiterlesen

Das Internet: Eine Welt der Jungen für Junge?

IMG_0116„Das gesamte Online-Business ist hauptsächlich von der jungen Generation gestaltet. Silver Surfer sind auf diesem Feld kaum beruflich tätig. Trotz Mafo werden die meisten Marketingentscheidungen immer noch nach eigenen Präferenzen, Vorlieben, Vorstellungen, Schönheitsempfindungen getroffen. Deswegen ist die Online-Welt eine Welt der jungen Menschen für junge Menschen.“, so die These von Daniel Telaar, Head of Concept bei Razorfish Healthware, nachzulesen im Leitartikel „Das volle Leben“ der Ausgabe 02/2014 von Lead Digital.

Ja, da ist was dran. Zwar sind längst die sogenannten Best Ager als zahlungskräftige und  -willige Klientel ausgemacht, die mit Macht ins Netz drängt. Merkliche Zuwächse bei der Internet-Nutzung sind insbesondere bei Personen ab 50 Jahren zu verzeichnen, die höchsten Zuwachsraten gibt es im Alter zwischen 60 und 69 Jahren, während die der 14 – 49-Jährigen stagnieren – allerdings auf sehr hohem Niveau. Je oller desto doller – bei der Netznutzung der Älteren trifft das zu. Und dennoch werden die Älteren im Digitalmarketing nicht wirklich beachtet.   Weiterlesen

Wege aus dem Renten-Engpass (2)

luce alla fine del tunnelWachsende Rentnerzahlen, höhere Lebenserwartungen und sinkende Geburtenraten – für einige Jahrzehnte werden diese demografischen „Grundströmungen” Deutschland prägen und dabei an Kraft noch deutlich zunehmen.

Das Berlin Institut hat in einer Studie Empfehlungen erarbeitet, wie dem sich hieraus ergebenden und sich weiter zuspitzenden Renten-Engpass zu begegnen ist. In Teil 1 unseres Berichts haben wir die Empfehlungen für staatliche Stellen behandelt.

In diesem Teil 2 geht es um die Empfehlungen für die Betriebe.

Die kostenlose Studie selbst („Produktiv im Alter”, 60 Seiten konzentrierte Information) kann beim Berlin Institut bestellt werden. Auszüge wurden Anfang Dezember in der Körber-Stiftung vorgestellt.

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Wege aus dem Renten-Engpass (1)

Engpass+Drei Entwicklungen führen die deutsche Bevölkerung in diesem Jahrhundert in einen dramatischen Renten-Engpass:

  1. Die Zahl der Beitragszahler geht zurück: es gibt zu wenige Neugeborene und zu wenige junge Zuwanderer.
  2. Die Zahl der Beitragsempfänger wächst (1): In den nächsten 25 Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter.
  3. Die Zahl der Beitragsempfänger wächst (2): Die Rentenzeit wächst stetig auf Grund kontinuierlich wachsender Lebenserwartungen.

Wie soll man reagieren? Und wer ist überhaupt „man”? Diesen Fragen geht das Berlin Institut in seiner kostenlosen Studie „Produktiv im Alter” nach. Anfang Dezember wurden einige Kernergebnisse der Studie auf einer Veranstaltung der Körber-Stiftung in Hamburg vorgestellt.  Weiterlesen