Arbeitnehmer sind so alt wie nie zuvor in Deutschland – Tendenz steigend. Zu Beginn der 1990er Jahre waren knapp 44 Prozent der Erwerbspersonen über 40, heute sind es bereits 58 Prozent. Damit wächst die Sorge: Wird die deutsche Wirtschaft durch die Alterung ihrer Belegschaften Produktivität und Innovationskraft einbüßen, weil Ältere weniger leistungsstark und kreativ sind?
„Nein“, sagt Volkswirt Joachim Möller im aktuellen Beitrag seiner regelmäßigen Kolumne auf KarriereSPIEGEL und räumt damit mit einem Mythos auf, auf den auch unser Autor Peter Apel in seinem Manifest hingewiesen hat. „Ältere können nicht nur mithalten, sondern auch ausstechen.“ Zwar nimmt die sogenannte fluide geistige Leistungsfähigkeit tendenziell mit dem Lebensalter ab – das heißt, Ältere verfügen über weniger Kapazität, sich auf neue Aufgaben einzustellen, sie können schlechter irrelevante Informationen wegfiltern und sie haben mehr Schwierigkeiten, sich in neuen Situationen adäquat zu verhalten.
Andererseits ist die höhere Berufs- und Lebenserfahrung der Älteren zweifellos produktivitätsfördernd. Der Rückgriff auf den gespeicherten Erfahrungsschatz ist vorteilhaft bei der Problemlösung im betrieblichen Alltag. Ältere sind meist schon länger im Betrieb, sie kennen die Abläufe genau. Ihr Qualitätsbewusstsein ist im Schnitt höher und sie arbeiten präziser.
Für Unternehmen sind ältere Mitarbeiter deshalb keinesfalls ein Wettbewerbsnachteil – im Gegenteil. Entscheidend ist, Alterung als Prozess zu begreifen. Eine betriebliche Strategie, die erst dann gegensteuert, wenn Defizite auftreten, ist verfehlt. Die geistige und körperliche Fitness im Alter ist das Resultat eines lebenslangen Prozesses. Es kommt zudem auf das richtige Maß bei den Anforderungen an: Unterforderung erweist sich als ebenso schlecht für die Produktivität wie Überforderung.
Die Sorge vor einer automatisch nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft aufgrund alternder Belegschaften ist also unbegründet. Es ist ohne weiteres möglich, die Beschäftigungsfähigkeit und Innovationskraft bis ins höhere Alter zu erhalten. Man muss aber einiges dafür tun.
Wie der Weg zu nachhaltigerer Wettbewerbsfähigkeit in einer älter werdenden Volkswirtschaft erfolgreich eingeschlagen werden kann hat Das Reifenetzwerk in seinem Programm “VALUE Protection” vorgestellt. Wir sind überzeugt, dass die wesentlichen Impulse aus den Unternehmen kommen müssen, von den Führungskräften wie von der Belegschaft – über alle Altersgruppen hinweg. Richtig aufgesetzt und intern kommuniziert ist das ein Win-Win-Programm!
Quelle: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/a-850666.html