Umzugsprämie für Senioren – und dann?

Fotolia_68950202_XS+Vor wenigen Tagen schlug IG Bau Gewerkschaftschef Robert Feiger vor, Senioren 5.000 Euro staatliche Umzugsprämie für den Wechsel in kleinere Wohnungen zu zahlen. „Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen. Diesen Missstand müssen wir beheben”, sagte Feiger der BILD-Zeitung.

Was möglicherweise gut gemeint war – denn es gibt durchaus ältere Menschen, denen ihre Wohnung zu groß ist, die aber Aufwand und Kosten für einen Umzug scheuen – wurde überwiegend kritisch aufgenommen. Die BILD-Zeitung selbst titelte gewohnt plakativ:

RENTNER SOLLEN GROSSE WOHNUNGEN RÄUMEN ++ IG-BAU-CHEF ROBERT FEIGER WILL UMZUGSPRÄMIE FÜR SENIOREN ++ SIE SOLLEN PLATZ MACHEN FÜR JUNGE FAMILIEN!

„Richtiges Thema, falscher Vorschlag“, befand die taz. Die Realität sähe anders aus. Noch nie seien die über 65-Jährigen so mobil wie heute. Sei der Job getan, zögen die Best-Ager von Köln ins hübsche Görlitz oder vom langweiligen Dorf in die anregende Innenstadt. Jedoch – und hier käme der Vorschlag des IG-BAU-Chefs ins Spiel – klagten die Senioren darüber, dass die kleinere Wohnung mehr koste als die viel zu große mit einem alten Mietvertrag. Statt einer Umzugsprämie sei deshalb etwas ganz anderes nötig: ein Umzugsmanagement, etwa der kommunalen Wohnungseigentümer, das garantiert, dass die verlassene große Wohnung, ebenso wie die kleine neue zum selben Preis vermietet wird wie an die Vormieter.

Der Chef des Sozialverbands SoVD, Adolf Bauer, nannte die Maßnahme «im Einzelfall sinnvoll». Er warnte jedoch: „Kein Mensch darf sich gezwungen fühlen, seine Wohnung räumen zu müssen.“

Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, lehnt eine Umzugsprämie ebenfalls ab. „Damit ist nichts gewonnen, denn es müssen ja geeignete Alternativen zur Verfügung stehen“, sagte Articus zu BILD. Es fehle noch an genügend altengerechten Wohnungen.

Die Idee verweise zwar auf ein drängendes Problem, sagte Bauministerin Barbara Hendricks (SPD). Denn es gäbe in der Tat zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Familien mit Kindern. Sie halte allerdings diesen Vorschlag für nicht geeignet, dieses Problem zu lösen.

Ein wenig erinnert die Idee an den sozialpolitischen Irrweg des ehemaligen Junge-Union-Chefs Philipp Mißfelder, der vor mehr als zehn Jahren „sehr alten“ Menschen eine neue Hüfte verweigern wollte. Soll mit dem IG-Bau-Vorschlag in die gleiche Kerbe gehauen werden?Jung gegen Alt? Aufkündigung des Generationenvertrages? Zeigt der Vorschlag gar in Richtung „Sozialverträgliches Frühableben“, dem Unwort des Jahres 1998 in Deutschland, welches darauf anspielte, dass ein Mensch mit Erreichen des Rentenalters volkswirtschaftlich betrachtet mehr Kosten verursacht, als er Nutzen bringt? Sicher nicht, auch wenn der Vorschlag bei unreflektierter Betrachtung als ein weiteres Mosaiksteinchen in diese Richtung wahrgenommen werden könnte.

Es kann nicht Ziel sein, fehlenden Wohnraum für junge Familien zu schaffen, indem man den Älteren signalisiert, dass sie sich sozialschädlich verhalten, wenn sie in ihren „zu großen“ Wohnungen wohnen bleiben möchten. Die gewohnte Umgebung aufgeben und sich bei einer Verkleinerung des Haushaltes von liebgewonnen Gegenständen trennen zu müssen, sich neu zu orientieren, die gewohnte Infrastruktur zu verlieren, ist eine der großen Sorgen, die das Älterwerden begleiten, zumal für viele irgendwann ein weiterer Umzug in eine Seniorenunterkunft oder ein Pflegeheim ansteht.

Sinnvoller erscheint da, was Ministerin Barbara Hendricks und CDU-Sozialexperte Karsten Möring unisono fordern: „Besser als Prämien wäre es, den altersgerechten Umbau von Wohnungen zu fördern“. Hierdurch könnten Kosten für Sozial- und Pflegekassen „in erheblichem Umfang“ eingespart werden. Letztendlich hätte dies auch positive wirtschaftlich Folgen, denn nach einer Studie des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) ist zurzeit nur ein Prozent des deutschen Wohnungsbestandes in einem altersgerechten Zustand. Bis 2020 müssten mindestens 800.000 Wohnungen angepasst oder neu gebaut werden. Insbesondere das Handwerk würde also von einem Ausbau der Förderung profitieren. Viele Betriebe haben ohnehin die Älteren als lukrative Zielgruppe ausgemacht, die darüber hinaus bekannt ist für ihre hohe Zahlungsmoral.

Das ReifeNetzwerk unterstützt Handwerksbetriebe dabei, sich diesen lukrativen aber anspruchsvollen Markt zu erschließen.

Ich liebe das Magazin „ viva! “

KätheHallo hier ist endlich mal wieder Käthe. Ja, es war ruhig in den letzten Wochen. Mir ist aber auch so nichts Besonderes aufgefallen. Heute möchte ich mal ein großes Lob aussprechen – an die Macher das Magazins viva! vom Stern. Ich habe mir die aktuelle Ausgabe vor der letzten Bahnfahrt gekauft. Die Fahrt verging wie im Flug. Ich habe tatsächlich alle Artikel gelesen. Es ist wirklich für jeden was dabei: Reisen, Kochen, Finanzen, Menschen (bekannte und unbekannte), Kultur, Garten und Gesundheit. Das Papier ist auch toll – matt und gut zu greifen. Das kann man auch im Sonnenlicht lesen. Und auch nicht auf jeder zweiten Seite eine Anzeige. Auch mein Mann war ganz angetan. Sonst liest er meine Zeitschriften ja nur unter dem Motto „Frauen-Versteh-Magazine“. Schade ist nur, dass viva! nur alle 2 Monate erscheint.

Ist das Internet reif?

Fotolia_18614583_S(KaetheKlein)Hallo, hier ist Käthe, ja ich war lange ruhig. Ein gutes Zeichen – gab nichts, worüber ich mich mal wieder geärgert habe… oder vielleicht bin ich auch schon zu „abgestumpft“? Eine Aktion der BAGSO hat mich aber aufgerüttelt… Gestern, am 29. Oktober war der internationale Internettag (es gibt ja mittlerweile für alles „einen Tag“). Und dieses nimmt die BAGSO zum Anlass, sich eine ganze Woche mit dem Thema zu beschäftigen. Thema: Ist das Internet reif für Ältere?

Ich kann das klar beantworten: NEIN! Manchmal kann ich Schriften nicht lesen, oder es blinkt und quietscht. Manchmal verliere ich mich auf den Seiten, oder ich finde einfach nicht das, was ich suche…. Natürlich gibt es auch gute Beispiele…. ich nutze die Möglichkeiten des Internets ja auch täglich, aber es gibt durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Bei der Entwicklung des ReifeSiegels habe ich auch meine Erfahrungen eingebracht.

Surfverhalten analysiert: Die Hits der Älteren

Alt&JungWas interessiert die Älteren im Netz? Was unterscheidet ihr Surfverhalten von dem der Jüngeren? Sind die gängigen Klischees wirklich wahr? Antworten darauf liefert die aktuelle Studie von nugg.ad „So surft das Netz“. Untersucht wurden dabei nicht nur die Präferenzen verschiedener gegensätzlicher sozialer Gruppen sondern auch deren saisonale Verteilung.

Überraschung 1: Jüngere besuchen sehr viel häufiger bildungsbezogene Sites als Ältere. Das widerspricht deutlich dem gängigen Klischee, dass die unter 39-Jährigen sich im Internet am intensivsten mit Sex & Games beschäftigen. Bildung steht bei Ihnen an erster Stelle!
Überraschung 2: Kaum Überraschungen bei den Älteren! Verlässlich steuern sie am liebsten die Seiten an, auf denen man sie auch erwartet: Garten, Nachrichten, Finanzen stehen bei Ihnen ganz oben in der Gunst. Auf Platz 1 jedoch – und das überrascht dann doch ein wenig – finden sich Versicherungen als beliebtestes Ziel der 50plus-Surfer. Und nicht zu unterschätzen: Reisen steht bei Ihnen auf Platz 5 aus immerhin einem Portfolio von 24 möglichen Präferenzen. Für das ReifeNetzwerk eine schöne Bestätigung des vor kurzem durchgeführten Test von Reiseportalen auf ihre 50plus-Tauglichkeit. Thomas Cook wurde hier Testsieger mit einer allerdings wenig berauschenden Note von 3,0. Da gibt es also selbst für den Testsieger noch Einiges an Optimierungsnotwendigkeiten.

Die Studie beleuchtet aber neben dem Surfverhalten der verschiedenen Altersgruppen auch das geschlechter-, bildungs- und shoppingspezifische Surfverhalten. Grafisch aufbereitet finden sich in diesen Bereichen ebenso interessante Ergebnisse, die manches Klischee bestätigen aber auch mit überkommenen Vorstellungen aufräumen.

Ist Seniorenmarketing überhaupt sinnvoll?

130503 SeniorenEine seniorengerechte Ansprache gibt es nicht!

Viele Bücher wurden geschrieben, viele Seminare abgehalten und viele Umfragen gemacht – alle zu dem Thema Seniorenmarketing – Wie erreicht man die Generation 50plus? Und was ist passiert? Nicht viel. Es gibt zwar so genannte Seniorenprodukte, aber viele dieser Produkte werden einfach nicht angenommen. Warum? Liegt es an der falschen Ansprache? Oder am falschen Produkt? Oder aber daran, dass Produkte und Ansprache die Zielgruppe nicht treffen? Vermutlich stimmen oft weder Produkte noch die Ansprache!

Wer sind die Senioren?

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“Die 66″ – mein Messe-Tip

Fotolia_18614583_S(KaetheKlein)Hallo, hier ist Käthe! Am vorletzten Wochenende war ich in München auf der Messe “Die 66″. Ist ja die größte für uns Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Ich wollte da schon immer mal hin – und diesmal hat endlich geklappt. Was soll ich sagen – ich war überwältigt.

Was es nicht alles so gibt: Reisen, Räder, Autos, Kosmetik, Möbel, Computer und noch so vieles mehr. Wären da nicht die vielen älteren Besucher gewesen, ich hätte nicht gemerkt, dass ich auf einer Messe für ältere Menschen bin. Eigentlich wollte ich ja nur einen Tag bleiben und mir am zweiten München anschauen, dann war ich aber doch zwei Tag auf der Messe. Neben den Austellern wurden auch noch sehr viele interessante Vorträge angeboten. Auch das Bühnenprogramm und die Modenschauen haben mich begeistert.

Ich bin ja selten zufrieden zu stellen – aber hier war ich es. Ganz ohne wenn und aber. Für nächstes Jahr habe ich mir den Termin schon notiert: “Die 66″, 04. bis 06. April 2014, Leipzig, http://www.die-66.de. Aber vielleicht fahre ich vom 25. bis 27. Oktober auch schon nach Leipzig.

Unglaublich: die Autokäufer werden älter!

130416 Senioren im AutoFokus online berichtet von einer Sensation: deutsche Neuwagenkäufer werden immer älter! Diese überraschende Erkenntnis hat eine Forschungsgruppe rund um Professor Ferdinand Dudenhöffer an der CAR Universität Duisburg Essen herausgearbeitet.

Nach der Studie ist der durchschnittliche Neuwagenkäufer 52 Jahre alt, bei Mercedes sogar 56, bei SEAT (jüngste Käufergruppe) auch immerhin schon 44 Jahre.

Doch was ist daran eigentlich überraschend? Weiterlesen

Schweizer genießen ihr Alter

Hallo, hier ist mal wieder Käthe. Wegen der vielen Feiertage habe ich das tägliche Geschehen nicht so verfolgt…. und meine Meinung zu Verkäufern, Läden und Banken ist ja bekannt. Geändert hat sich immer noch nichts. Ich werde oft immer noch als Deppin behandelt. Aber je älter ich ich werde, desto mehr sage ich auch vor Ort meine Meinung.

Was ich aber heute berichten will: Ich liebe die Schweizer für Ihre Offenheit! Laut einer aktuellen Umfrage des Internetportals 50plus.ch. genießen die Erfahrenen ihren Sex heute mehr als mit 25! Kein Wunder – hat man(n) (und Frau) doch auch mehr Erfahrung und weiß, was man will. So wie halt auch im Leben außerhalb des Bettes! Hier lesen Sie mehr zu der Untersuchung.

Und wo wir grad beim Thema sind: Unbedingt anschauen muss ich mir auch noch den Film “Paradies: Liebe“. Ältere Damen fliegen nach Kenia um Liebe und Aufmerksamkeit von ihren jüngeren Partnern zu bekommen. Paradies

Heute also mal etwas Anderes aus der Welt der Damen über 50. Aber wir können doch über alles reden – Oder?

Ab in die Tonne – Ü60 in den Müllcontainer?

Tonne

Im Rahmen eines Studienprojektes zum Thema „Ü60 – Design für morgen“ hat der Designstudent Philipp Stingl einen Mini-Haushalt in einem Müllcontainer eingerichtet. Er studiert Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Das Studienprojekt beschäftigte sich mit dem Design für Menschen, die alt sind oder in Zukunft alt sein werden. Diese Tonne sei sozusagen sein Zukunftsszenario, so Stingl und weiter: „Na ja, wenn künftig also so viele alte Menschen Teil unserer Gesellschaft sind, dann kollabiert das Sozialsystem, die Leute werden ohne Rente verarmen und auf der Straße leben. Und damit sie dort leben können, gibt es dann eben diese „humanitären Hilfscontainer“. Die werden dann an irgendwelchen Plätzen aufgestellt, damit die Alten darin leben und vielleicht auch Rohstoffe sammeln können.“

Um es gleich vorwegunehmen: Die Aktion ist nicht ganz ernst gemeint. Stingl stellte bei seinen Recherchen fest, dass in der Diskussion über den demografischen Wandel immer sehr negativ argumentiert wird und wollte dies ein wenig überspitzen. Seine Tonne wurde auf der Kunst- und Gewerbemesse im Leipziger Grassimuseum ausgestellt. Die Reaktion auf das Werk reichte von erwartungsgemäß empörter Ablehnung bis zu Verständnis und sogar Lob.

Obwohl dieses Projekt mit einem Augenzwinkern vorgestellt wurde, sensibilisiert es doch  für Fragen nach der Zukunft unserer alternden Gesellschaft: Wird unser Sozialsystem unter dem Druck der demografischen Entwicklung tatsächlich kollabieren? Werden wir uns auf ein Altersprekariat einstellen müssen? Wie werden die nachfolgenden Generationen unter dem Eindruck eines zunehmend schwieriger zu erwirtschaftenden Lebensunterhalts mit den Älteren umgehen? Reicht es wirklich nur für einen Müllcontainer?

Von der Rentner-Mülltonne sind wir wohl zum Glück noch etwas entfernt. Aber der provokative Hinweis ist wertvoll. Denn nicht nur die Rentner müssen sich auf knappere Zeiten einstellen, sondern auch die Wirtschaft, die gerade lernt, in der Generation 50+ eine goldene Zukunft zu sehen. In einer Mülltonne ist wenig Platz für 3D-Flachbildschirme und Massagebetten. Wer hier auf besondere Absatzpotenziale hofft, sollte auch dazu beitragen, dass bis ins hohe Alter Kraft und Lust zum Kauf besteht. Wir vom ReifeNetzwerk sehen hier noch viel Nachholbedarf.

Zielgruppen Senioren kein Thema auf der DKM

Heute beginnt die DKM – die größte Messe für Finanzdienstleister. Passend dazu erscheint auch die neue Ausgabe vom Versicherungsboten mit dem Leitthema: Die Silver-Ager eine unterschätzte Zielgruppe! Leider finden die Zielgruppen der Menschen über 50 auf der Messe nicht statt. Kein einziger der Vorträge und Kongress widmet sich den kaufkräftigen Zielgruppen. Warum? Haben Makler vielleicht Angst vor erfahrenen Versicherungsnehmern. Glaubt man der aktuelle Studie der VGH Versicherung ist der Versicherungsschutz kein Thema für ältere Menschen. Einzig im Bereich Hausratversicherung sehen viele ein Handlungsbedarf. Vielleicht, wollen sich daher Makler und Versicherungen nicht mit Kunden”belasten”, die anstrengend und anspruchsvoll sind.