50plus-Report: Kurzmeldungen aus dem Netz

Reiter 50plus NewsBunt und vielfältig aber auch selbstbewusst und konsumerfahren – genauso unterschiedlich wie die Generationen 50plus sind auch die Kurzmeldungen zum Thema, von denen wir die wichtigsten aus den Monaten August und September 2016 zusammengefasst haben.

50plus Hotels begehen „Internationalen Tag der älteren Generation“
Die „50plus Hotels“, die sich auf die Ansprüche erfahrener Reisender spezialisiert haben, begehen am 1. Oktober den „Internationalen Tag der älteren Generation“: Im Jahre 1990 von den Vereinten Nationen als „Internationaler Tag der älteren Menschen“ ausgerufen, stellt er diese Zielgruppe ins Zentrum der Aufmerksamkeit … weiterlesen

Ruhestandsplanung: Generation 50plus blickt skeptisch in die Zukunft
Vier von fünf Bundesbürgern schätzen ihre finanzielle Situation als „gut“ bis „sehr gut“ ein. Nur die Altersgruppe 50plus teilt diesen Optimismus nicht. Im Gegensatz zu den Jüngeren geht sie davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in den kommenden drei bis fünf Jahren verschlechtern wird … weiterlesen

 Die Generation 50 Plus konsumiert bewusst
… In Europa will jeder dritte über 50-Jährige und jeder zweite unter 35 seine Ausgaben erhöhen. Das hat das Konsumbarometer 2016 – Europa, eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag der Commerz Finanz, ergeben, in deren Fokus Verbraucher zwischen 50 und 75 Jahren stehen … weiterlesen

Kaufkraft der Best Ager
Aktiv, interessiert, qualitätsbewusst: Die Generation 50plus ist für den Konsum unersetzlich. Zu diesem Schluss kommt das „Konsumbarometer 2016 – Europa“, das die Ergebnisse einer Befragung von über 10.500 Verbrauchern aus 13 europäischen Ländern präsentiert … weiterlesen
Zum Download der Studie (Reiter Konsumbarometer)

ANE & FRED – Lifestyle-Blog 50plus
Ane und Fred sind zwei Lifestyle-Blogger mit Firmensitz in Leonding. Sie sind ein Beispiel dafür, dass die Blogger-Szene auch in ihrer Altersgruppe Anklang findet. Mit ihren Fotostrecken will das Team unter anderem wieder mehr zum realen Shoppen animieren: „Wir sind keine Feinde des Onlineshoppings, aber wir verfechten das reale und regionale Einkaufen … “ … weiterlesen
Auf der Facebookseite in den Fotostrecken des Blogger-Teams schmökern.

kress-Interview mit „Meins“-Chefredakteurin Sabine Ingwersen: „Mit 50 ist noch lange nicht Schluss“
„Die Meins-Leserin ist selbstbewusst, optimistisch, voller Lebensenergie und Mut. Von Auswandern über Motorradfahren bis hin zu Tindern – alles geht mit 50plus! Und auch im Job ist noch lange nicht Schluss. So wundert es mich gar nicht, dass gut ein Viertel der Frauen 50plus sich vorstellen kann, ihren Job nochmals zu wechseln.“
Zum Interview

Bundesverband Initiative 50Plus empfiehlt den Internet-Marktplatz für Senioren und Pflege WohnPortal Plus
Ausgezeichnet: Der Bundesverband Initiative 50Plus e. V. spricht eine Verbraucherempfehlung für Deutschlands ersten digitalen Marktplatz für barrierearmes Wohnen, Senioren- und Pflegeimmobilien und Dienstleistungen im Alter und bei Pflegebedarf aus … weiterlesen

Finanzen und Vorsorge: die Generation 50 plus in Zeiten der Digitalisierung
Für die Generation 50 plus bedeutet die Finanzplanung in erster Linie die Altersvorsorge aufzubessern, das ersparte Vermögen zu erhalten und sich den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen. Dabei spielt die Digitalisierung für diese Generation eine große Rolle … weiterlesen

50 plus: Die „vergessene” Anleger-Generation
Viele Berater konzentrieren sich auf junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen und in Geldanlage- und Vorsorgethemen unerfahren sind. Fortgeschrittene Anleger werden dagegen glatt übersehen. Das könnte sich rächen … weiterlesen

Urlaub 50plus: Best Ager setzen auf Individualität und bleiben Europa treu
Was sind die Wunsch-Reiseziele der Generation 50plus, welche Länder werden gemieden und worauf wird im Urlaub Wert gelegt? Diese und andere Fragen hat die Online-Singlebörse 50plus-Treff.de im Juni in ihrer diesjährigen großen Mitgliederbefragung zum Thema Urlaub und Reisen gestellt. Über 1.700 Mitglieder haben teilgenommen. „Die Ergebnisse verraten nicht nur die beliebtesten Urlaubsländer, sondern zeigen auch, wie wichtig den Über-50-Jährigen Vielseitigkeit und Individualität beim Reisen ist.“ So Marianna Exter, Geschäftsführerin von 50plus-treff.de … weiterlesen

So ticken die neuen Frauen 50plus
Obwohl die Zielgruppe der Frauen 50plus für Unternehmen immer wichtiger wird und weiter in den Fokus rückt, fühlt sich diese in den Medien und in der Werbung bislang unterrepräsentiert. Das zeigt eine Studie des Frauenmagazins Meins und YouGov …. weiterlesen

Grau dich – schließen wir jetzt Frieden mit dem Altern?

Google Suchergebnis

Google Suchergebnis – Ist Grau das neue Blond?

Daniel Behrendt hat in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 27./28. August 2016 einen Beitrag veröffentlicht mit der Überschrift „Grau dich!“ .

Was in Amerika schon üblich ist – nämlich graue Haare nicht mehr zu färben – war in Deutschland lange kein Thema. Die Versuche von Anbietern entsprechender Haarpflegeprodukte waren erfolglos. Das könnte sich jetzt ändern und zwar durch ein 14-jähriges Mädchen namens Tavi Gevinson. Die US-Bloggerin hat schon 2010 den Look „Granny Hair“ vorgestellt. Jetzt scheint Grau auch in Deutschland allmählich seinen Schrecken zu verlieren.

Laut Daniel Behrendt fordert auch die Frauenzeitschrift Brigitte unter dem Titel „Graue Haare färben? Schluss damit!“ ihre Leserinnen auf, zu ihren grauen Haaren zu stehen. Bloggerinnen jenseits der 50 sollen Frisuren und Looks empfehlen, die graues Haar effektvoll in Szene setzt. Auch Haarkosmetikhersteller empfehlen, mit dem Färben aufzuhören und bieten Produkte an, damit die Haare glänzen und Spannkraft haben. Der Trend, so Behrendt, ist unübersehbar: Er geht vom Verstecken zum Verwöhnen.

Interessant ist, dass er sogar die Bibel zitiert. So steht im Buch der Weisheit „Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.“ Er führt dazu, es sei die wohlbekannte Ermahnung, Respekt vor dem Alter zu zeigen. Denn Alter kann auch Erfahrung und Klugheit bedeuten. Es kann auch bedeuten, bei sich angekommen zu sein, es nicht mehr jedem beweisen zu müssen. Und es kann auch bedeuten, nachsichtig zu sein mit den Jüngeren – und die Überholspur jenen zu überlassen, die noch glauben, es gehe immer nur bergauf im Leben.

Wie schön, dass der Autor dieser Zeilen die Grundforderung der Experten des ReifeNetzwerks so gut auf den Punkt gebracht hat. Ob sich in Deutschland allerdings der Trend zum grauen Haar so schnell durchsetzen wird, wage ich zu bezweifeln.
Solange Optik und soziale Anerkennung noch so stark korrelieren, ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir vom ReifeNetzwerk tun dies seit 10 Jahren und – was erfreulich ist – mit zunehmendem Erfolg.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.

Keine Lust auf Beige

In der Hannoverschen Allgemeine Zeitung vom 13. August 2016 habe ich einen Beitrag von Kerstin Hergt gelesen, der mir aus der Seele gesprochen hat.

Sie stellt darin ein Buch von Ari Set Cohen: „Advanced Style: Older & Wiser“ vor. Erschienen bei powerHouse Books, 272 Seiten, 23,99 Euro.

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Ari Seth Cohen: “Advanced Style”

Ari Seth Cohen ist ein New Yorker Blogger, der seit acht Jahren betagte Frauen und Männer fotografiert, die sich nicht in Beige kleiden, sondern einen zum Teil sehr extravaganten und farbigen Kleiderstil frönen. Das lässt auch für Deutschland hoffen und wer genau hinsieht, weiß, dass die These der Farbforscher der Bergischen Universität Wuppertal nicht unbedingt stimmen muss. Wollen sie doch, so Kerstin Hergt, den Beweis erbracht haben: „Mit zunehmendem Alter entfärbt sich der Mensch, weshalb Senioren bei der Kleidung das viel bespöttelte Rentnerbeige bevorzugen. Alte Menschen  wollten „optisch nicht laut“ sein, schussfolgerten die Wissenschaftler.“

Die Experten vom ReifeNetzwerk wissen, dass sich das Altersbild in den letzten Jahren sehr gewandelt hat. Gerade die jüngeren Älteren verstecken sich nicht mehr – weder in beiger Kleidung noch halten sie mit ihrer Meinung hinter dem Berg. Sie fordern Service und Dienstleistungen und ein Angebot, das ihren Wünschen entgegen kommt. Unsichtbarkeit gehört sicherlich nicht dazu.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.

Initiative der Deutschen Versicherer: „7 Jahre länger leben“

GDV-LandingPageEine Initiative des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer GDV  (www.gdv.de) „7 Jahre länger leben“ zeigt, dass die Lebenserwartung schneller steigt als die meisten Menschen in Deutschland denken. Interessant ist die Tatsache für Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die älteren Menschen in Deutschland anbieten. Die Experten des ReifeNetzwerks weisen schon länger darauf hin, dass sich das Altersbild und die Bedürfnisse älterer Menschen in den letzten 10 Jahren positiv verändert haben. Daher möchten wir, dass die 7 Mythen über das Alter bald der Vergangenheit angehören. Sie sind zu finden auf der Website www.7jahrelaenger.de.

7 Mythen über das Alter

Mythos 1: Wer alt ist, fühlt sich auch alt.
Das Lebensgefühl der heutigen „Alten“ hat sich im Vergleich zu früheren Generationen stark gewandelt. So stellt beispielsweise der Deutsche Alterssurvey (DEAS) fest, dass sich die körperliche Gesundheit der Menschen in der zweiten Lebenshälfte über die vergangenen Jahrzehnte nennenswert verbessert hat. 70-Jährige sind heute in der Regel so fit und gesund, wie es 60-Jährige noch vor 20 Jahren waren. Das heißt auch: Sie können sich noch verwirklichen und aktiv leben.

Mythos 2: Wer älter wird, baut geistig ab.
Es ist zwar richtig, dass die geistigen Fähigkeiten mit dem Alter abnehmen. Der Prozess lässt sich jedoch verlangsamen. Ein Mensch, der an seiner Umwelt und an Bildung interessiert ist, hat Studien zufolge die besten Voraussetzungen, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Denn unsere Gehirnareale, die mit Erinnerung und Lernen zu tun haben, produzieren jeden Tag neue Nervenzellen. Wer sich mit Menschen umgibt, seinen Horizont erweitert und zum Beispiel eine neue Sprache lernt, fördert das Wachstum dieser Gehirnzellen.

Mythos 3: Alte Menschen entwickeln sich nicht mehr weiter.
Das Bild vom sturen und unveränderlichen Senior stimmt nicht, wie die Entwicklungspsychologin Jule Specht herausgefunden hat. Denn auch im Alter – häufig zwischen 60 und 70 Jahren – kann sich die Persönlichkeit noch einmal komplett wandeln. So kann aus der traditionellen Omi noch eine wilde Rebellin werden. Oder umgekehrt.
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Was lernen wir vom Brexit?

Zunächst einmal den großen Einfluss des demografischen Wandels. Die Abstimmungs-ergebnisse in Großbritannien zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen der Jungen und der Alten: Nur 27% der 18- bis 24-Jährigen waren für den Brexit, aber 60% der über 65-Jährigen. Und der viel größere Anteil der Älteren gab dann den Ausschlag für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ein überzeugendes Beispiel für die „Macht“ der Älteren, die ja auch schon das Ergebnis der letzten Bundestagswahl in Deutschland nachhaltig beeinflusst haben.

Die Gründe für das Abstimmungsverhalten der Älteren in Großbritannien sind sicher vielfältig. Neben der Angstkampagne der Brexit-Gegner und neben der popularistischen Medienkampagne der Brexit-Befürworter hat aber sicher ein Motiv eine bedeutende Rolle gespielt: Die Furcht vor Veränderung bzw. das Festhalten am „Althergebrachten“ als Ausdruck einer konservativen Grundeinstellung. Die älteren Engländer können sich noch gut die frühere Größe und Macht des Vereinigten Königreiches erinnern und haben den schwindenden Einfluss ihres Landes im Verlauf der EU-Zugehörigkeit schmerzlich erlebt. Die Versprechungen der Brexit-Befürworter – England zur früheren Macht und Eigenständigkeit zurückzuführen – sind bei dieser Zielgruppe auf fruchtbaren Boden gefallen. Der derzeit desolate Zustand der Europäischen Union hat dann sein Übriges dazu getan.

Was lernen wir daraus? Erstens darf man den Einfluss der älteren Bevölkerung nicht unterschätzen. Zweitens muss man die Motive und Bedürfnisse dieser Zielgruppe genau kennen. Und drittens darf man (auch bei dieser „erfahrenen“ Zielgruppe) nicht erwarten, dass Entscheidungen aufgrund rationaler Überlegungen getroffen werden. Dies gilt nicht nur bei politischen Entscheidungen, sondern auch im Konsumbereich. Auch Unternehmen, die sich an die Zielgruppe älterer Konsumenten wenden, sollten dies berücksichtigen.

Zehn Jahre Seniorenmarkt: Was hat sich verändert?

Vor zehn Jahren war das Thema „Senioren“ hochaktuell. Ausgelöst durch das 2004 erschienene Buch „Das Methusalem-Komplott“ von Frank Schirrmacher wurden der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft intensiv in den Medien diskutiert. Einer der Schwerpunkte war das Seniorenmarketing und die damit verbundenen Chancen für Unternehmen.

Heute – nach über zehn Jahren – ist es ruhiger um dieses Thema geworden. Zum einen haben sich Prioritäten verschoben, zum anderen hat sich aber auch vieles gewandelt – für ältere Verbraucher sogar manches verbessert. Jedenfalls lohnt es sich, die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre einmal Revue passieren zu lassen.

Politisches Interesse
Nach dem Medien-Hype vor zehn Jahren fand das Thema Senioren auch Einzug in die Politik: Das Familienministerium und auch einige Länderministerien erweiterten ihren Namen um die Bezeichnungen Senioren oder Demografie. Senioren-Ableger der etablierten politischen Parteien wurden gegründet. Senioren-Initiativen wie Wirtschaftsfaktor Alter, Wirtschaft und Demografie (BW) oder Seniorenwirtschaft (NRW) fanden Zuspruch. Heute sind diese Initiativen weitgehend wieder verschwunden, obwohl es mehr ältere Mitbürger denn je gibt.

Privatwirtschaftliche Seniorenangebote
Auch das mediale Interesse an diesem Thema hat nachgelassen. Vor zehn Jahren gab es mehr Senioren-Portale im Internet als heute. Informationsportale für Unternehmen wie seniorenmarkt.de oder reifemaerkte.de haben aufgegeben, die von der Deutschen Post gegründete Internet-Plattform „Vital in Deutschland“ mit Seniorenangeboten wurde ebenso wie der von der Deutschen Post an Rentner verschickte Newsletter „Renten Service“ eingestellt. Seniorenzeitschriften wie Lenz oder Tengo gibt es nicht mehr. Und der Versuch des ADAC, mit dem GND (Generationen Netzwerk für Deutschland) einen speziellen Verein für ältere Mitbürger aufzubauen, ist ebenfalls gescheitert. Die Älteren haben all diese Seniorenangebote nicht angenommen, weil sie nicht wie Senioren angesprochen und behandelt werden wollen.

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Ein Bild von einer Generation – zehn Jahre Altersbilder in der Werbung

fotolia.de / sippakorn, milka

fotolia.de / sippakorn, milka

Zehn Jahre „Das ReifeNetzwerk“ – zehn Jahre Altersbilder in der Werbung. Was hat sich getan? Oder anders: Hat sich etwas getan?

Es war  in den 1990-er Jahren, als in den Werbeblöcken des Fernsehens wie aus einer anderen Welt ein Mann in sichtbar fortgeschrittenem Alter mit langem, weißen Rauschebart auftauchte und verkündete: „Ah – ein Stadtmensch! Sie glauben wohl auch, dass wir hier oben etwas altmodisch sind. Aber das stimmt nicht. Wir haben das neue Milka Fresh erfunden …“ und endete mit dem Satz „Aber Vorsicht: It’s cool, man!“. Peter Steiner, ein Schweizer Schauspieler und Musiker, wurde mit der Figur des „Alpöhi“ Kult, verhalf der Marke Milka zu ungeahnten Höhenflügen und stürmte mit den Singles „It‘s Cool Man“ und „Geierwally“ die Charts.

Mit seinem Auftritt löste der damals schon 76-Jährige fast so etwas wie eine Revolution in der Werbung aus. Ein älterer Mensch, der Jugendsprache spricht – ein Aha-Erlebnis für viele, wurde doch erstmals mit einem älteren Menschen für ein zielgruppenübergreifendes Produkt geworben. Und mehr noch: Mit der Verbindung von Senioren und Jugendsprache wurde mit herkömmlichen Werbebildern radikal gebrochen.

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Rasenmäherwerbung aus dem Jahr 2005 (Brill)

Seniorenprodukte für Senioren
Bis zu diesem Zeitpunkt scheute sich die Industrie, mit älteren Menschen für ihre Produkte zu werben. Ältere Menschen stigmatisierten das Produkt als ebenfalls alt und damit „uncool“, so die einhellige Meinung. Wenn sie in Fernseh-, Zeitungs- und Zeitschriftenwerbung gezeigt wurden, dann vor allem in der Oma- oder Opa-Rolle, gemütlich im Sessel sitzend und Bonbons an die Enkel verteilend. Oder schlimmer noch – als Witzfiguren wie in einer Rasenmäherwerbung, für die sich die Produzenten – Agentur wie Kunde – noch heute schämen dürften.

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10 Jahre ReifeNetzwerk: Der Absatz- und Personalmarkt für Ältere nimmt an Fahrt auf

RNW-Logo-10JahreVor zehn Jahren, am 17. November 2005, gründete ich mit Kolleginnen und Kollegen in Hannover das ReifeNetzwerk. Das gemeinsame Ziel war, Unternehmen beim Einstieg in den wichtigen und wachsenden Markt für ältere Menschen zu unterstützen, da diese (Ziel-) Gruppe sowohl als Konsumenten als auch für den Arbeitsmarkt immer wichtiger wird. Also weg von der Fokussierung auf den Jugendmarkt hin zu den Älteren, die andere Bedürfnisse und Erfordernisse haben als die Jungen, aber treibende Kräfte in Wirtschaft und Gesellschaft sind.

Vor zehn Jahren wurden die Expertinnen und Experten des ReifeNetzwerks noch als Exoten angesehen. Doch das hat sich im Laufe der Jahre geändert. Älterwerden ist ein sensibles Thema. Menschen ab 50 – sogenannte Best Ager – wollen nicht über das Alter angesprochen werden. Wie wichtig die richtige Ansprache ist, zeigen Studien, die unter anderem auch vom ReifeNetzwerk durchgeführt wurden. So wurde auch der Begriff PEGGI’s kreiert. Das bedeutet: Persönlichkeit – Erfahrung – Geld – Geschmack und Interessen. Der Begriff hat sich zwar nicht durchgesetzt, die Bedeutung aber schon. Um es kurz zu machen: die Ansprache über das Alter funktioniert – von einigen Ausnahmen abgesehen – ab Mitte 70. Davor empfiehlt sich die Ansprache über Interessen und Themen wie Sicherheit rund um das Haus, Barrierefreiheit, Gesundheit und komfortables Reisen. In allen Fällen gilt: Angebote und Produkte dürfen nicht den Anschein erwecken, Lösungen für Alter, Krankheit oder Gebrechlichkeit zu sein. Hier haben Unternehmen eine Menge dazu gelernt, auch – so hoffen wir – durch unsere Arbeit.

Die Digitalisierung verändert die Welt
Die zunehmende Digitalisierung und Komplexität in Wirtschaft und Beruf ergeben ganz neue oder andere Bedürfnisse und Erfordernisse. So werden so „alte Tugenden“ wie Beratung und Service bei den Konsumenten wieder ganz groß geschrieben. Wenn sich heute eine Frau Anfang 60 ein neues Telefon kauft, möchte sie kein Seniorentelefon, das sie stigmatisieren könnte, sondern ein schickes Mobiltelefon. Wenn sie keine Kinder oder Enkel hat, die ihr die Bedienung erklären, möchte sie eine kompetente Beratung, die ihr nicht das Gefühl gibt, sie sei ein wenig beschränkt. Das Gefühl wird einem durchaus vermittelt, wenn man an einen smarten Verkäufer gerät, der zwar lauter, aber nicht verständlicher spricht. Das Thema lässt sich auf alle Bereiche ausdehnen.

Beispiel Beipackzettel – sei es bei Medikamenten oder bei Kosmetik: sie sind so klein oder unverständlich, dass nicht nur Ältere zumindest eine Brille braucht, um sie lesen zu können. Einige Unternehmen haben das erkannt und gehen hier mit gutem Beispiel voran – ein Beweis, dass Probleme lösbar sind, wenn man die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher im Auge hat.

Menschen, die früher gern einkaufen gingen, fühlen sich inzwischen häufig überfordert vom immer unübersichtlicher werdenden Angebot. Folgender Fall: Die gesuchten Produkte sind umgeräumt, die wenigen Verkäuferinnen und Verkäufer zwar oft kompetent, aber schwer zu finden. Hier würden sich viele einen Einkaufsberater wünschen. Daher weichen zunehmend auch ältere Menschen immer häufiger auf Onlinebestellungen aus, da sie so in Ruhe bestellen können und die Ware auch noch geliefert bekommen. Nicht nur im Einzelhandel – sondern für alle Lebensbereiche – gilt: Service wird in einer komplexen Welt ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden. Daher sollten sie die älteren Mitarbeiter auch als interne Ratgeber nutzen und sie verstärkt in Beratung Service einsetzen. Die Experten des ReifeNetzwerks unterstützen Unternehmen dabei gern mit ihrer langjährigen Erfahrung.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.

>> Seniorenfernsehen: Ex-Spielfilmchefin Bettina Reitz attackiert ARD << …

fotolia/auremar

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… so titelt Spiegel-Online am 15.10.2015 anlässlich eines Interviews der ZEIT mit der Ex-Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks und neuen Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film. Es gäbe, so Reitz: „ … einen immer größeren Spalt zwischen denen, die 50 plus sind und auf ihr Fernsehen nicht verzichten wollen, und denen, die 30 minus sind und den ‘Tatort’ schauen, ohne sich darum zu scheren, wer ihn produziert. Wird der Abgrund nicht überbrückt, dann wird das System auseinanderbrechen. Dann wird es ein Seniorenfernsehen geben, namens ‘Das Erste’ und ‘ZDF’ – und ein digitales Angebot”.

Seniorenfernsehen darf man in diesem Zusammenhang wohl durchaus abwertend verstehen. Sind damit doch wohl die Fernsehkonsumenten gemeint, die das zeitlich starre Fernsehangebot regungslos über sich ergehen lassen. Frau Reitz verortet sie anscheinend nur bei den Älteren. Aber diese Haltung ist natürlich keineswegs altersspezifisch, sondern findet sich durchaus auch bei der jüngeren Generation, den sogenannten Couch-Potatoes. Nur dass die sich nicht von ARD und ZDF berieseln lassen, sondern von RTL, Pro Sieben und Konsorten.

Richtig an ihrer Analyse ist allerdings, dass die digitalen Angebote dem Fernsehen, wie wir es bisher gewohnt sind, langfristig den Garaus machen werden – allerdings wahrscheinlich sehr viel gründlicher, als sich das Frau Reitz im Moment noch träumen lässt. Streamingdienste und Mediatheken – übrigens auch von den Öffentlich Rechtlichen angeboten – YouTube, Amazon, Apple, Google – sie alle machen es möglich, sich unabhängig vom Standardfernsehangebot jederzeit das Programm anzuschauen, welches man sich am Smartphone, Tablet- oder Desktop-PC selbst zusammengestellt hat. Die erste Hälfte des Tatort läuft dann in der Mittagspause, der Rest abends nach den Nachrichten.

Federführend bei diesem selektiven Fernsehkonsum werden aber gerade die Älteren sein, denn sie legen weitaus größeren Wert auf relevante Inhalte als Jüngere. Sie werden werden es sein, die ihr Programm nach qualitativ hochwertigen Inhalten zusammenstellen und dabei nicht mehr nach dem Absender fragen. Es wird keinen Abgrund geben zwischen den Sehgewohnheiten von 50 plus und 30 minus – der Graben wird vielmehr zwischen einem hochwertigen, werbefreien und einem minderwertigen, werbefinanzierten Medienangebot, zwischen intelligentem Fernsehkonsum und gedankenloser Berieselung verlaufen. Nirgendwo wird Bill Gates Zitat: „Content is king“ wichtiger werden, als beim Angebot der Medien, wenn damit Geld verdient werden soll. Hochwertige und aufwendig produzierte Inhalte, wie sie ARD und ZDF in ihrem Angebot haben, werden dauerhaft nicht ausschließlich GEZ-finanziert zur Verfügung gestellt werden können. Andere Abomodelle – wie sie beispielsweise von Spotify, Napster und neuerdings auch Aldi bei den Musikflatrates angeboten werden – oder auch Pay-Per-View sind da deutlich flexibler und für die Nutzer attraktiver.

Die Älteren werden es sein, die sich das leisten wollen – und können. So gesehen bekäme das Wort Seniorenfernsehen eine ganz neue Bedeutung: Premiumfernsehen.

Making-of der Zeitschrift „dabei sein in Hannover“

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Zeitschriften für die Generationen im Alter über 50 Jahre sind stark im Kommen – wir haben hier bereits einige Beispiele vorgestellt. Viele versuchen, eine breite Themenpalette abzudecken. Der Erfolg ist bisher eher durchwachsen. Mehr Chancen versprechen sich die Medienhäuser von Special-Interest-Ausgaben wie das Magazin dabei sein, welches von unserer Gastautorin Jutta Junge – Chefredakteurin der Zeitschriften Haus & Markt und dabei sein – betreut wird:

Auf dem Zeitschriftenmarkt ist viel in Bewegung. Die Zeitschrift der Zukunft, so zeigt sich, kann nicht mehr generell sein, sie muss speziell sein. Diese Herausforderung haben wir angenommen, als wir im November 2013 mit unserer „dabei sein“ an den Start gingen.

Doch die Idee war gar nicht so neu, sie war eine logische Entwicklung. „dabei sein“ erscheint in der Verlagsgesellschaft Haus und Markt mbH, die im 37. Jahrgang die Zeitschrift „Haus & Markt“ herausgibt. „Haus & Markt“ wendet sich an den Ein- und Zweifamilienhausbesitzer im älteren Baubestand.

Durch unsere tägliche Arbeit haben wir, die Redaktion und der Anzeigenverkauf festgestellt, dass bei dieser Zielgruppe ab einem bestimmten Alter Komfort und Gesundheit immer stärker in den Mittelpunkt rücken. Das belegten auch in der Vergangenheit durchgeführte Leserbefragungen; der demografische Wandel ist zudem eine bekannte, gesellschaftspolitisch relevante Tatsache. Beiträge rund um das Komfortwohnen wurden in der Vergangenheit in den Haus & Markt-Ausgaben zwar berücksichtigt, aber nicht in dem gewünschten Umfang und in der möglichen Vielfalt. Weiterlesen