Smart Home: Alte Menschen akzeptieren moderne Technik

Tablett als Bediengerät

Tablet-PC als altersgerechtes Bediengerät
Foto: Cibek

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche schreitet mit ungeheurem Tempo voran – vom Arbeitsplatz über die Mobilität bis hin ins Wohn- und Schlafzimmer. Häufig unbemerkt in der öffentlichen politischen Diskussion ist auch die Wohnungswirtschaft längst in der digitalen Welt angekommen. Im Vermietungsprozess sind bereits seit vielen Jahren digitale Medien im Einsatz. Auch ein digitaler Prozess von der Mängelanzeige bis zur Handwerkerbeauftragung ist längst Standard.

Dennoch hat die Wohnungswirtschaft gegenüber vielen anderen Branchen einen immensen Nachholbedarf. So sind zum Beispiel die Gebäudezustandserfassung und die Mieterkommunikation in der Regel nicht oder nur teilweise in einem digitalen Prozess erfasst. Unter dem Stichwort Wohnungswirtschaft 4.0 suchen vermehrt Wohnungsunternehmen nach Ansätzen für ein Gesamtkonzept, das unter anderem die Aufgabenfelder Energie und Energieerzeugung, digitale Datenerfassung und Mieter-Portallösungen sowie digitale Erfassungs- und Abrechnungsprozesse von Energieverbräuchen beinhaltet.

Entgegen einer teilweisen digitalen Zurückhaltung in der Branche setzen bereits seit Anfang des neuen Jahrtausends Wohnungsunternehmen unterschiedlicher Größen und Rechtsformen technische Assistenzsysteme ein. Diese halten mit Bezeichnungen wie Ambient Assisted Living (AAL) und Smart Home zunehmend in Mietwohnungen Einzug. Sie helfen älteren und beeinträchtigten Menschen, länger sicher, komfortabel und eigenständig in ihrer angestammten Umgebung und Wohnung leben zu können. Aber nicht nur Mieter(innen), sondern auch Wohnungsunternehmen und die Gesellschaft profitieren. Zudem wird der Gesundheitsstandort Wohnung gestärkt.

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Initiative der Deutschen Versicherer: „7 Jahre länger leben“

GDV-LandingPageEine Initiative des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer GDV  (www.gdv.de) „7 Jahre länger leben“ zeigt, dass die Lebenserwartung schneller steigt als die meisten Menschen in Deutschland denken. Interessant ist die Tatsache für Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die älteren Menschen in Deutschland anbieten. Die Experten des ReifeNetzwerks weisen schon länger darauf hin, dass sich das Altersbild und die Bedürfnisse älterer Menschen in den letzten 10 Jahren positiv verändert haben. Daher möchten wir, dass die 7 Mythen über das Alter bald der Vergangenheit angehören. Sie sind zu finden auf der Website www.7jahrelaenger.de.

7 Mythen über das Alter

Mythos 1: Wer alt ist, fühlt sich auch alt.
Das Lebensgefühl der heutigen „Alten“ hat sich im Vergleich zu früheren Generationen stark gewandelt. So stellt beispielsweise der Deutsche Alterssurvey (DEAS) fest, dass sich die körperliche Gesundheit der Menschen in der zweiten Lebenshälfte über die vergangenen Jahrzehnte nennenswert verbessert hat. 70-Jährige sind heute in der Regel so fit und gesund, wie es 60-Jährige noch vor 20 Jahren waren. Das heißt auch: Sie können sich noch verwirklichen und aktiv leben.

Mythos 2: Wer älter wird, baut geistig ab.
Es ist zwar richtig, dass die geistigen Fähigkeiten mit dem Alter abnehmen. Der Prozess lässt sich jedoch verlangsamen. Ein Mensch, der an seiner Umwelt und an Bildung interessiert ist, hat Studien zufolge die besten Voraussetzungen, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Denn unsere Gehirnareale, die mit Erinnerung und Lernen zu tun haben, produzieren jeden Tag neue Nervenzellen. Wer sich mit Menschen umgibt, seinen Horizont erweitert und zum Beispiel eine neue Sprache lernt, fördert das Wachstum dieser Gehirnzellen.

Mythos 3: Alte Menschen entwickeln sich nicht mehr weiter.
Das Bild vom sturen und unveränderlichen Senior stimmt nicht, wie die Entwicklungspsychologin Jule Specht herausgefunden hat. Denn auch im Alter – häufig zwischen 60 und 70 Jahren – kann sich die Persönlichkeit noch einmal komplett wandeln. So kann aus der traditionellen Omi noch eine wilde Rebellin werden. Oder umgekehrt.
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Gartenarbeit ohne Bücken: Hochbeete sind eine Lösung

2+Die Gartenarbeit kann ab einem bestimmten Alter beschwerlich werden, besonders das Bücken lässt manchen Gartenbesitzer in fortgeschrittenem Alter über Alternativen nachdenken. Denn eigentlich liegt Gartenarbeit gerade bei den Älteren voll im Trend und sie haben anders als die Jüngeren die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten, sich intensiv mit dieser Freizeitbeschäftigung auseinanderzusetzen. Für Gartenberater oder -planer bietet es sich daher an, diese lukrative und kauffreudige Klientel unter anderem über die Vorzüge von Hochbeeten zu aufzuklären.

Gärtnern auf hohem Niveau
Hochbeete lohnen sich für jeden Garten, vor allem, wenn sie für den eigenen Kräuter- und Gemüsebau genutzt werden. Auch Anfänger behalten leicht den Überblick, selbst wenn sie vieles durcheinander pflanzen. Die Kräuter, Salate und Gemüsepflanzen können dichter gesetzt und nach der Ernte kann jede entstehende Lücke wieder genutzt werden. Aber auch Zierpflanzen können in Hochbeeten schön in Szene gesetzt werden.

Rückenfreundlich und pflegeleicht
Der größte Vorteil von Hochbeeten ist aber das rückenfreundliche Arbeiten. Bücken braucht sich hier niemand mehr, wenn er die Höhe des Hochbeets an seine Körpergröße anpasst. Und sogar im Sitzen vom Rollstuhl aus kann man seine Leidenschaft an speziellen Hoch- und Tischbeeten ausleben. Der anfänglich größere Aufwand durch das Bauen und Füllen des Beetkastens wird bereits im ersten Anbaujahr wettgemacht.

Hochbeete in der Gartengestaltung
Unter einem Hochbeet verstehen die meisten Menschen ein freistehendes, kastenförmiges Gebilde zum Anbau von Nutzpflanzen. Doch es gibt viel mehr Möglichkeiten, Hochbeete in den Garten zu integrieren. Gut ist, wenn man  sie von vornherein mit einplant. Besonders an der Terrasse kann es sinnvoll sein, niedrige Hochbeete als Abgrenzung zu bauen. Bepflanzt man sie nur teilweise, kann man die restlichen Flächen mit einer passenden Abdeckung zum Sitzen oder zur Aufbewahrung von Sitzkissen, Gartenutensilien u.a. nutzen. Bei Reihenhäusern kann ein Hochbeet, kombiniert mit einer Kletterhilfe, wirkungsvoller Sichtschutz zur Nachbarterrasse sein.

Selbst im Vorgarten leistet ein Hochbeet nützliche und gestalterische Dienste. Ein kleiner Baum im Hochbeet ist besser mit dem Auto unterfahrbar. Ein erhöhtes Zierbeet gliedert eine Pflasterfläche, kann als Sitzplatz dienen und die Pflanzen sind hier sicher vor dem Zertreten. Im Vorgarten lassen sich Hochbeete auch schön mit anderen, einzeln stehenden Elementen wie Mülltonnenschränken und Fahrradboxen kombinieren.

Das richtige Beet finden
Musste man sich vor einigen Jahren das Hochbeet noch selbst bauen, gibt es inzwischen eine Vielzahl von mehr oder weniger durchdachten Hochbeeten zu kaufen. Viele locken mit günstigen Preisen, doch sollte man jedes Angebot erst genau unter die Lupe nehmen, um die Schwachstellen vor dem Kauf zu erkennen. Die meisten preiswerten Hochbeete sind für viele Menschen nicht hoch genug (oft nur 40 – 80 cm).

Angebote aus Kunststoffen sind sehr leicht und schnell aufgebaut, meist aber ziemlich hässlich und sie bleichen mit der Zeit aus. Modern, aber durchaus gefällig sind Hochbeete aus verzinkten oder einbrennlackierten Blechen. Sie bestehen aus wenigen Wandteilen und sind schnell aufgebaut.

Auf passendes Zubehör achten
Ein weiteres Kaufkriterium ist das Angebot an passendem Zubehör. Ein exakt auf das Beet  abgestimmter Frühbeetaufsatz aus Alu-Rahmen und Acryl-Scheiben ist nicht teurer und zudem viel leichter und handlicher als eine Eigenkonstruktion. Neben Maßen, Materialien und Qualität spielt auch der eigene Geschmack eine große Rolle. Welche Beetform und -farbe, ob eher rustikal oder modern, muss jeder für sich entscheiden.

Die Füllung entscheidet
Durch Unkenntnis und Fehlinformationen werden die meisten Hochbeete wie Hügelbeete befüllt. Richtig ist, eine nicht sackende, mineralische Dränageschicht einzufüllen und die Substratschicht an die gewählte Kulturmethode anzupassen. Für die meisten Kulturpflanzen reichen 30 bis 40 cm Substrathöhe völlig aus. Das selbst gemischte oder fertige Kultursubstrat schüttet man über einer Trennlage in Form eines Dränagevlies auf. Es kann dann direkt bepflanzt werden.

Vor dem Kauf oder Bau des Hochbeets und dem Füllen mit Dränage- und Substratschicht ist es sinnvoll, ein gutes Buch zum Thema zu lesen (s.u.) oder sich Rat von Experten zu holen.

Gartenberater und Gartenplaner helfen weiter
Für Gartenberater oder Gartenplaner bieten wir besondere Seminare an oder weisen in Vorträgen auf die vielen Möglichkeiten hin. Besonders wichtig ist dabei die richtige Ansprache der Zielgruppe 50plus. Um diese Zielgruppe zu überzeugen, muss man Fingerspitzengefühl mitbringen und nicht das Rückenproblem und das Alter, sondern die vielfältige und bequeme Nutzung in den Fokus stellen.

Cover HochbeeteViel mehr über Materialwahl, Füllung und den Anbau von Nutzpflanzen in Hochbeeten erfahren Sie im Buch, das beim Kosmos-Verlag für 14,99 € im Buchhandel erschienen ist. Die Autoren sind ausgewiesene Praktiker, die schon viele Jahre mit dem Bau, der Füllung und Bepflanzung von Hochbeeten experimentieren und hier ihr Wissen in profunden Texten und über hundert schönen Fotos wiedergeben.

 

 


 

AutorenBrigitte Kleinod ist Biologin, Gartenplanerin und Autorin zahlreicher Gartenbücher. Mit ihren eigenen Hochbeeten experimentiert sie seit vielen Jahren und hält Vorträge, Fortbildungen und Seminare zum Thema. Sie berät Privatkunden, Schulen, Seniorenheime und Gartenbauvereine zur Gartengestaltung und dem ergonomischen Arbeiten im Garten und an Hochbeeten (www.kleinod-garten.de). Sie ist schon lange mit dem ReifeNetzwerk verbunden.
Manfred Stiebler ist gelernter Modellbauer und betreibt eine eigene Holzwerkstatt. Vor 35 Jahren baute er seine ersten Hochbeete und hat sie seither immer weiter entwickelt. Herausgekommen sind ergonomisch ausgeklügelte, formschöne und haltbare Beete, die man bei ihm bestellen kann. Seine Erfahrungen mit dem Anbau von Nutzpflanzen in Hochbeeten gibt er in Vorträgen weiter. (www.stima-hochbeet.de)

Gesundheitsshop 2016: Einkauf wird zum Ereignis

Auf der OTWorld 2016 waren wichtige Fragestellungen: Wie soll die virtuelle Welt in ein Retail-Konzept der Gesundheitshäuser integriert werden, welches die großen Vorteile von on- und offline miteinander verbindet? Wie geht die Zielgruppe 55plus mit diesem Thema um?

Als Innenarchitektin habe ich mich mit meinem Team schon früh auf die Gestaltung von Gesundheitshäusern fokussiert und viel Erfahrung mit der Zielgruppe 55plus gesammelt. Auf der OTWorld 2016 haben wir gezeigt, wie die Antwort auf diese Fragestellungen im Gesundheitsshop lautet: die Kunden werden in einer angenehmen Atmosphäre abgeholt – das ist besonders älteren Kunden wichtig. Sie haben sofort das Gefühl, dass sie hier genau richtig sind. Durch innovative Warenpräsentationssysteme können Online-Inhalte dargestellt und direkt genutzt werden. Es wird also die virtuelle Welt integriert und die Kunden werden dabei nicht überfordert.

Der Ladenbau muss hierbei den Anforderungen dieses „Multichannel-Retail“ mit funktionalen und gängigen Planungskonzepten gerecht werden. Der Einkauf als Ereignis, der Laden als Erlebniswelt, das kann kein Onlineshop. Dies herauszuarbeiten und für den Endkunden spürbar zu machen heißt: der Point of Sale wird zum Point of Emotions.

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Spektakuläre Wände aus Echtholz, edel wirkende Steinauslagen sowie schwebende Ware und digitale Medientechnologien – dies sind nur einige Elemente des Gesundheitsshops der Zukunft. Innovative Bildschirmtechnik mit funktionellem Design, raffinierte Beleuchtungstechnik für aktuelle Warenpräsentationssysteme sowie Material- und Farbspiele bieten neue Möglichkeiten für die Ansprache der Kunden im Sanitätshaus der Zukunft.

 

PARKRAUM ist ein Büro für Innenarchitektur mit Firmensitz in Stuttgart. Die Experten entwickeln komplette Retail-Konzepte oder stehen beratend zur Seite – sei es nur in der Entwurfsphase, der Beleuchtungsplanung, der Projektdurchführung oder vom Anfang bis zum Ende. Im Einklang mit der Architektur werden alle Beteiligten durch den ganzheitlichen Gestaltungsprozess im Sinne des Bauherrn geführt.

PARKRAUM
Konzepte und Consulting

Diplom-Ingenieurin Elke Park
Teichstrasse 14
70186 Stuttgart
Fon: +49-711-483530
Fax: +49-711-4870234

www.park-raum.de
ep@park-raum.de

Zehn Jahre Seniorenmarkt: Was hat sich verändert?

Vor zehn Jahren war das Thema „Senioren“ hochaktuell. Ausgelöst durch das 2004 erschienene Buch „Das Methusalem-Komplott“ von Frank Schirrmacher wurden der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft intensiv in den Medien diskutiert. Einer der Schwerpunkte war das Seniorenmarketing und die damit verbundenen Chancen für Unternehmen.

Heute – nach über zehn Jahren – ist es ruhiger um dieses Thema geworden. Zum einen haben sich Prioritäten verschoben, zum anderen hat sich aber auch vieles gewandelt – für ältere Verbraucher sogar manches verbessert. Jedenfalls lohnt es sich, die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre einmal Revue passieren zu lassen.

Politisches Interesse
Nach dem Medien-Hype vor zehn Jahren fand das Thema Senioren auch Einzug in die Politik: Das Familienministerium und auch einige Länderministerien erweiterten ihren Namen um die Bezeichnungen Senioren oder Demografie. Senioren-Ableger der etablierten politischen Parteien wurden gegründet. Senioren-Initiativen wie Wirtschaftsfaktor Alter, Wirtschaft und Demografie (BW) oder Seniorenwirtschaft (NRW) fanden Zuspruch. Heute sind diese Initiativen weitgehend wieder verschwunden, obwohl es mehr ältere Mitbürger denn je gibt.

Privatwirtschaftliche Seniorenangebote
Auch das mediale Interesse an diesem Thema hat nachgelassen. Vor zehn Jahren gab es mehr Senioren-Portale im Internet als heute. Informationsportale für Unternehmen wie seniorenmarkt.de oder reifemaerkte.de haben aufgegeben, die von der Deutschen Post gegründete Internet-Plattform „Vital in Deutschland“ mit Seniorenangeboten wurde ebenso wie der von der Deutschen Post an Rentner verschickte Newsletter „Renten Service“ eingestellt. Seniorenzeitschriften wie Lenz oder Tengo gibt es nicht mehr. Und der Versuch des ADAC, mit dem GND (Generationen Netzwerk für Deutschland) einen speziellen Verein für ältere Mitbürger aufzubauen, ist ebenfalls gescheitert. Die Älteren haben all diese Seniorenangebote nicht angenommen, weil sie nicht wie Senioren angesprochen und behandelt werden wollen.

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Neulich in einer Sparkasse …

… hat mich der Filialleiter um Rat gefragt.

Eine Sparkasse, die ihre Räumlichkeiten seniorenfreundlicher gestalten wollte, hat mich gefragt, wie sie am besten die Beratung älterer Kunden so vornehmen kann, dass sich Senioren wohl fühlen. Die Beratung findet dort in der Sparkasse in einem Großraumbüro an den Schreibtischen der Kundenberater statt. Der Filialleiter der Sparkasse hatte die Idee, an den Stühlen für die Kunden Klammern anzubringen, in die ältere Kunden ihren Gehstock einklemmen könnten.

BeratungDa musste ich dem Filialleiter erst mal einen Vortrag über die Stigmatisierung von Defiziten halten. Denn Menschen mit körperlichen Defiziten oder gar Gebrechen wollen diese nicht gleich jedem offenbaren. Und ein Klemmhalter für den Gehstock am Kundenstuhl ist kontraproduktiv, denn er betont das Angewiesen-Sein auf eine Gehhilfe in auffälliger Weise.

Viel besser ist ein freundlicher und aufgeschlossener Service der Kundenberater, der gerade bei älteren Sparkassenkunden besonders zuvorkommend sein sollte. Die herzliche Begrüßung mit dem Kundennamen, das Anbieten einer bequemen Sitzmöglichkeit, die Entgegennahme von Mantel, Schirm und Gehstock sowie ein respektvolles Beratungsgespräch auf Augenhöhe – erklärend aber nicht belehrend – sind Maßnahmen, bei denen der ältere Kunde sich verstanden und akzeptiert fühlt. Und die ideale Beratungssituation ist nicht das kleine separate Beratungszimmer, sondern eine gemütliche Beratungsecke im Geschäftsraum, in welcher der ältere Kunde sich einerseits nicht beobachtet fühlt (andere nicht mithören können), sich andererseits aber auch nicht isoliert vorkommt. Der Gehstock sollte dabei vom Kundenberater vor Beginn des Gespräches ganz selbstverständlich entgegengenommen und so platziert werden, dass er in Griffnähe ist aber nicht umfallen kann.

Luftverkehrsbranche + Serviceleistungen = Boom-Branche?

Airport Terminal Waiting Area and Flying AirplaneFast die Hälfte aller Menschen im Ruhestand verbringt ihre Freizeit mit Reisen. Sie tätigen zudem fast ein Drittel aller Urlaubsreisen der deutschen Bevölkerung. Dabei hat das Flugzeug als Verkehrsmittel für Urlaubsreisen bei älteren Menschen in den letzten 20 Jahren stetig an Wichtigkeit zugenommen Die Tourismusbranche kann somit in Bezug auf den demografischen Wandel als Boom-Branche bezeichnet werden. Insbesondere in Verbindung mit Serviceleistungen können ältere Menschen für Flughäfen lukrativer werden. Dies liegt zum einen daran, dass für mehr als die Hälfte der älteren Generation Serviceleistungen wichtig bzw. relevant sind. Zum anderen kann durch Serviceleistungen die Kundenbindung gefördert werden.

Daher muss sich auch die Luftverkehrsbranche damit auseinandersetzen, wie sie ihr Serviceangebot auf Flughäfen in Bezug auf ältere Menschen gestalten bzw. welche Serviceleistungen sie für diese Zielgruppe anbieten sollten, um deren Bedürfnisse nach Sicherheit, Selbständigkeit, Mobilität, Partizipation, Gesundheit und Lebensqualität zu befriedigen. Da die Hälfte der Senioren entweder Einschränkungen beim Hören oder beim Sehen und ein Viertel der älteren Menschen sogar Probleme mit beiden Sinnesorganen hat, ist es ebenfalls wichtig, den Flughafen an den altersbedingten Veränderungen der älteren Menschen auszurichten bzw. zu überprüfen, ob diese den Anforderungen genügen. So können der Verlust der Sehkraft sowie das Nachlassen der Farbwahrnehmung dazu führen, dass die Beschilderung im Flughafen seniorengerecht angepasst werden muss. Auch sollten z.B. Lautsprecherdurchsagen deutlich und nicht zu schnell gesprochen werden, da älteren Menschen das Filtern von Geräuschen, insbesondere wenn eine hohe Geräuschkulisse herrscht, schwer fällt. Zusätzlich können Einschränkungen im Bewegungsapparat dazu führen, dass Treppen vermieden und Rolltreppen bevorzugt werden. Insgesamt können durch Serviceleistungen diese Einschränkungen vermindert werden und sie können dabei helfen, den Aufenthalt eines Seniors im Flughafen angenehmer zu gestalten. Diese Optimierungen sind denkbar bei Parkmöglichkeiten, Orientierungshilfen (z.B. Beschilderung), Check-in Service, Anreisemöglichkeiten zum Flughafen, Gepäckwagen, Sitzgelegenheiten, Gepäckträgerservice und in den sanitären Anlagen. Für ältere Menschen kann z.B. ein Shuttle-Service, der sie zu Hause abholt und bis vor das Terminal bringt, von Bedeutung sein, damit diese nicht auf andere Personen als „Bringer“ angewiesen sind und ihre Selbständigkeit wahren können. Ebenso lässt sich vermuten, dass aufgrund des Bedürfnisses nach Lebensqualität und damit verbunden nach Komfort ein Park&Sleep&Fly-Angebot eines Flughafenhotels für ältere Menschen, insbesondere für Personen mit einem längeren Anreiseweg, wichtig sein kann. Aufgrund der Abnahme der Muskelkraft kann es älteren Menschen schwerer fallen, ihr Gepäck zu heben oder für längere Zeit in der Warteschlange beim Check-in Schalter zu stehen. Daher kann ein Gepäckträgerservice, der das Gepäcktragen übernimmt, eine Serviceleistung sein, die Senioren in Anspruch nehmen. Weiterhin wäre ein Gepäcklieferservice, durch den das Gepäck per Paket versendet oder per Lieferservice befördert wird, u.U. hilfreich. Vor allem für ältere Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen anreisen und sich so den Transport des Gepäcks mit öffentlichen Verkehrsmitteln ersparen, könnte dieser Service von Bedeutung sein. Außerdem können durch einen Check-in Service, bei dem der Check-in vom Flughafenpersonal übernommen wird, die Schwierigkeiten beim längeren Stehen umgangen werden.

Aus den oben genannten Gründen sollten also die Betreibergesellschaften von Flughäfen ihren Airport auf Seniorentauglichkeit untersuchen und spezielle Serviceleistungen für sie anbieten, um die Zielgruppe der Senioren weiter zu erschließen bzw. ihnen einen Aufenthalt angenehmer zu gestalten.

 

IMG_0012Lisa Denise Engelke ist Studentin der Hochschule Hannover im Master Unternehmensentwicklung, Bachelor of Science Betriebswirtschaftslehre, Abschlussarbeit: Analyse der Bedürfnisse der Generation 60plus zur Ableitung von Serviceangeboten für einen norddeutschen Flughafen.

 

Schulgärten: Wie sich alte Hasen für “junges Gemüse“ einsetzen können

In Schulgärten erleben Kinder die Jahreszeiten, lernen wie sich Erde anfühlt und wie aus winzigen Samenkörnern essbares Gemüse wird. Vor allem für „Hochhauskinder“ sind solche Orte eine wichtige Erfahrung in einem Leben, das sich sowohl in der Schule als auch zu Hause überwiegend in geschlossenen Räumen abspielt. In vielen Schulgärten mangelt es jedoch an personellen und zeitlichen Ressourcen. Die betreuenden Lehrer, die sich häufig noch in ihrer Freizeit engagieren, geraten angesichts enger Stundenpläne und der kurzfristigen Aufmerksamkeit mancher Schüler schnell an ihre Grenzen. In den Ferien wird die Pflege des Schulgartens vollends zum Problem.

Das 2010 entstandene Koblenzer Projekt „Netzwerk Generationen-Schulgärten“ fand einen Lösungsweg: Senioren, die sich bestens auskennen, die eigene Gartenarbeit aber aufgegeben haben, packen neben den Schülern soweit mit an wie sie es leisten können. In der Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Altersgruppe gewinnen beide Seiten. Das Projekt wurde mit der UN-Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet und von der Koblenzer Bürgerstiftung unterstützt. Mehr über das Netzwerk …

Ähnlich wie manchen Schulgärten ergeht es dem Uni-Gardening-Projekt im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin. Anne Schindhelm, die Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Hochschulen bei dem Projekt berät, beklagt die Fluktuation, die durch Ortwechsel, Prüfungsstress und fehlendem gärtnerischen Wissen bei den jungen Menschen entsteht. Sie hofft nun über Vorträge zum Beispiel in der Volkshochschule, interessierte Bürger und Bürgerinnen im Rentenalter für eine Mitarbeit zu gewinnen, um gegenseitigen Erfahrungsaustausch und eine Kontinuität der Gartenarbeit auch in den Semesterferien zu erreichen. Zum Projekt …

Ein Fazit aus der Zusammenarbeit zwischen Älteren und Jungen in Koblenz: Das Gartenwissen in Deutschland liegt heute in der Hand der Großeltern-Generation („Generationen 50plus“). Schulgärten oder sogar Universitäten können davon profitieren, wenn es ihnen gelingt, Seniorpartner und Seniorenpartnerinnen zu finden.

Das ReifeNetzwerk unterstützt diese Idee.

 

36c6500bbfAndrea Preißler (Biowerkstatt Bildung und Projekte), Mitglied des ReifeNetzwerks, berät Unternehmen zur Errichtung von Mitarbeitergärten als teambildende Maßnahme von Jung und Alt. Auch die Beratung zur Gestaltung von besonderen Gärten in Pflegeheimen, die eine positive Wirkung auf ihrer Bewohnerinnen und Bewohner haben und so auch zum guten Ruf der Häuser beitragen, wird angeboten.

Radfahren und Senioren – das Dreamteam für Fahrradhändler

Radsport boomt - auch bei Senioren. © fotolia - Gina Sanders

Radsport boomt – auch bei Senioren. © fotolia – Gina Sanders

Fahrradfahren boomt, und das nicht nur bei den Jüngeren. In ihrer Ausgabe vom 10. Juli 2015 meldet die Leipziger Volkszeitung, dass die Einwohner Leipzigs bundesweit die meisten Fahrräder besäßen. So kämen auf umgerechnet 1.000 Einwohner 912 Stück, was einen bundesweiten Rekord darstellt. „Es gibt eine ganz neue Kultur im Umgang mit Fahrrädern – nicht nur bei jungen Leuten, sondern auch bei Senioren.” So erklärte Torben Heinemann vom Amt für Verkehrs- und Tiefbau den Rekord, der selbst Fachleute ein wenig überraschte.

„Gesundheit, Mobilität und aktive Freizeitgestaltung haben heute über alle Altersstufen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, der mit zur steigenden Beliebtheit des Fahrrads beiträgt. Besonders attraktiv ist die Bewegung auf zwei Rädern bei der wachsenden Gruppe der über 50-Jährigen und bei Senioren“, stellte der Pressedienst Fahrrad bereits im vergangenen Jahr fest, und weiter: „Das typische Seniorenrad, das viele in Form eines trägen Citybikes mit tiefem Einstieg und wenig Innovation vor Augen haben, gibt es so kaum mehr auf dem Markt. Im gleichen Maße wie sich Lebensstil und Lebensgefühl der Senioren verändert bzw. vervielfältigt haben, hat sich auch die Radtechnik diversifiziert.“

Mit den aktuellen E-Bikes ist Fahrradfahren auch für Ältere wesentlich einfacher und komfortabler geworden. Zum Beispiel bringen Nabendynamos und LED-Beleuchtung viel Licht nahezu wartungsfrei auf die Straße, welches sich selbst bei Rädern der 700- bis 1.000-Euro-Klasse auch noch selbsttätig einschaltet. Einige Modelle werden sogar mit der gewohnten Rücktrittbremse angeboten, denn: „Was nützt die beste Bremsanlage, wenn der Umgang ungewohnt ist oder gar eine abschreckende Wirkung hat?“, erläutert Victoria Arnold vom Pedelec–Pionier Flyer. Stufenlose Automatikgetriebe, wartungsarme Antriebe, Vollfederung, integrierte Kabelschlösser oder Gepäckträger mit einem praktischem System zum schnellen Anbringen von Körben oder Taschen überzeugen gerade die Älteren in den Punkten Komfort und Bedienbarkeit.

Aber es gibt auch ältere Radfahrer, die mit dem bequemen und gemütlichen Dahinradeln nichts am Hut haben und sich stattdessen lieber von knochenharten, ungefederten Rennrädern quälen lassen.  Weiterlesen

Sitzplätze und Karaoke

Schon seit vielen Jahren weist das ReifeNetzwerk darauf hin, dass sich der Handel auf die Bedürfnisse der älteren Kunden einstellen muss. Besonders Serviceleistungen sind gefragt und werden zum Teil auch schon angeboten. Doch es geht mehr, wie eine Meldung aus Japan zeigt.

„Angesichts des demografischen Wandels sprechen Japans Convenience-Stores jetzt verstärkt ältere Menschen als Kunden an. Das berichtet die Japan Times. Bisher hatten sich die Shops eher als Platz für junge Kunden mit Fast-Food, Konzert-Tickets und Comics profiliert. Jetzt rücken Themen wie Heim-Belieferung, gesunde Bento-Boxen und Apotheken-Sortiment stärker in den Fokus der Branche. Einige Shops bieten offenbar für die ältere Generation bereits gesundheitliche Beratung, Sitzplätze und sogar Karaoke zur Unterhaltung“.

Quelle: convenience shop 04-2015 Seite 7 Japan/Kyoto