Demenz – Pflegeheim oft die bessere Alternative

Momentan häufen sich Berichte über Aktivitäten für demente Menschen. Sei es über Theaterstücke wie „Wer bist Du, Mama“, über Kunst- und Musikprojekte wie Klang und Leben, Bücher wie „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger, Fernsehfilme wie „Franziska“ und „Das Recht auf Würde“, Radiosendungen und Dokumentationen. Selbst die Yellow Press mischt mit, wenn es zum Beispiel einen prominenten Politiker wie Walter Scheel oder eine Schauspielerin wie Inge Meysel betrifft.

Es ist erfreulich, dass sich so viele Medien des Themas annehmen. Werden doch ständig mehr Menschen von dieser Krankheit erfasst und die Angehörigen sind fast immer überfordert. Sie verstehen nicht, was mit dem Menschen vor sich geht, den sie ihr ganzes Leben lang kennen und jetzt ist er oder sie auf einmal ganz anders. Der Schock, von der eigenen Mutter oder Vater, der eigenen Frau oder Mann nicht mehr erkannt zu werden sitzt tief und ist sehr schwer zu akzeptieren.

Noch schwerer ist es einzusehen, dass man mit der Pflege überfordert ist, vor allem, wenn man berufstätig ist oder eine große eigene Familie zu versorgen hat. Viele Söhne und Töchter glauben, man sei dazu verpflichtet, seinen Vater oder Mutter selbst zu pflegen. Ein Pflegeheim in der näheren Umgebung ist aber oft  die bessere Alternative. Leider trägt die negative Medienberichterstattung dazu bei, sich mit dieser Entscheidung schwer zu tun und überfordert sich lieber weiter.

Meine Kollegin Friedlies Reschke und ich arbeiten seit mehreren Jahren für Pflegeeinrichtungen und haben uns davon überzeugt, dass es sehr gute Einrichtungen gibt. Unsere eigenen Eltern waren bzw. sind dort gut untergebracht und werden professionell gepflegt und liebevoll betreut. Wir sind überzeugt: Es war eine richtige und gute  Entscheidung.

Exkurs:
Zunehmend machen Unternehmen schon Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Das ist eine Möglichkeit, die Belastung – vor allem für Frauen, die die Pflege überwiegend übernehmen – zu reduzieren. Dazu erscheint in Kürze hier ein Beitrag.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.

Messen 50plus:

Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Messen sind eine sehr gute Möglichkeit, seine Kunden aktiv und direkt zu erreichen. Nicht umsonst gibt es für die Zielgruppen 50plus auch viele „Sondermessen“. Aber wie findet man für sein Produkt die passende Messe?

Kaum eine Stadt, eine Gemeinde, die nicht eine eigene Messe oder einen Tag für das kaufkräftige Publikum anbietet. Die Namen sind ganz unterschiedlich wie zum Beispiel „Die 66“, „Vital Plus“, „in ViVa“, „SenNova“ und „Die besten Jahre“. Allerdings sagen die Bezeichnungen nichts über die Ausrichtung der Messe aus. Doch was unterscheidet eigentlich eine Messe für die Generationen 50plus von anderen Verbrauchermessen? Im Grunde genommen sollte es keine großen Unterschiede geben. Schließlich ändert sich ja nicht das komplette Leben, nur weil man die 50 überschritten hat. Und genau hier liegt die Krux.

Ausrichtung oft nicht klar

Eine Messe für Menschen über 50 ist nicht automatisch ein Erfolgsgarant. Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn die Erwartungen der Besucher und Aussteller erfüllt werden. Aussteller wollen ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen und verkaufen, Besucher wollen sich informieren. Daher sollten die Messen eine klare Ausrichtung haben und thematische Schwerpunkte setzen. Menschen über 50 interessieren sich vorrangig für Gesundheit, finanzielle Vorsorge, Haus und Garten, Reisen und Technik. Die Bereiche Pflege und Seniorenheime sind Randthemen, die auf diesen Messen einen viel zu großen Raum einnehmen. Menschen zwischen 50 und 60 schauen sich vielleicht nebenbei nach Pflegeangeboten für ihre Eltern um, aber es ist nicht der Grund des Messebesuchs.

Wenn die Messe ein Sammelsurium verschiedener Bereiche ist, sind die Besucher in der Regel unzufrieden. Auch für die Aussteller lohnt sich der Aufwand nicht, wenn nicht die passenden Interessenten an den Stand kommen.P1010691

 

Gute und verständliche Information ist gefragt

Auch wenn die Besucher und Besucherinnen eine sehr heterogene Gruppe sind, so eint sie doch eines: Sie sind konsumverfahren, kennen sich in den für sie interessanten Themen aus und wollen verständliche Informationen. Eine Messe 50plus sollte diesem Informationsbedürfnis immer Rechnung tragen.P1020525

Vorträge sind ein guter Weg, um Informationen zu transportieren. Allerdings sollten „echte“ Informationen weitergegeben werden – die Vorträge dürfen keine reinen Werbeveranstaltungen sein. Auch sollten die Aussteller diesem Informationsbedürfnis der Besucher verstärkt Rechnung tragen und ihre Präsentation danach ausrichten. Bunte Bilder und kurze Werbebotschaften sprechen nicht an. Hier ist auch der Messeveranstalter gefordert. Er sollte den Ausstellern aktive Unterstützung bei der passenden Ansprache, der Auswahl von Themen und auch bei der Schulung von Standmitarbeitern anbieten. Entweder bietet er diesen Service selbst an oder empfiehlt sachkundige Berater.

 

Vorbereitung ist das A und O

Damit eine Messe erfolgreich ist, sollten die Messeveranstalter diese im Vorfeld intensiv vermarkten. Die Zielgruppe(n) müssen aktiv angesprochen und auf den persönlichen Mehrwert durch die zu erwartenden Informationen, Unterhaltung und Aussteller hingewiesen werden. Tageszeitungen und Magazine sind dafür gute Möglichkeiten, da sich Menschen über 50 nicht nur online sondern auch über diese Medien informieren. So lassen sich für die potentiellen Besucher viele verschiedene Themen transportieren, die „Lust machen auf mehr“. Auch die Aussteller können die Zeitung für sich nutzen, indem sie zum Beispiel mit echten Produktinformationen und Tipps, PR in eigener Sache betreiben.

P1010678

Sondermessen lohnen sich

Messen für die Zielgruppen 50plus lohnen sich, wenn sie ein schlüssiges Konzept haben und gut vorbereitet sind. So ergibt sich für alle eine „Win-Win-Situation“. Die Besucher können sich umfangreich informieren, die Aussteller können ihre Produkte vorstellen und der Messeveranstalter kommt auch auf seine Kosten. Und der Markt bietet immer noch Ansatzpunkte. Auch neue Messen für die Generationen 50plus haben eine Chance. Denn es gibt sie noch, die „weißen Flecken“ auf der Messelandkarte. Allerdings ist eine Messe 50plus kein Selbstläufer. Man muss sich intensiv mit der Zielgruppe auseinandersetzen, um ihren Nerv zu treffen. Menschen über 50 haben schließlich schon jahrzehntelange Kauferfahrung. Sie wissen sehr gut was sie wollen und was nicht!

 

Autorin:

Friedlies Reschke ist freiberufliche Beraterin für alle Fragen und Aufgabenstellungen zu marketing und kommunikation. Ein Schwerpunkt ist die Ansprache der Generationen 50plus. Sie ist Mitglied im ReifeNetzwerk.friedlies reschke

Kontakt: friedlies@reschke-pr.de

Inkontinenzprodukte? Cool bewerben?

Werbung für Inkontinenzprodukte? Sicher kein leichtes Thema für eine Werbeagentur. Dabei hat etwa jeder Zehnte seine Blase nicht im Griff – ca. sechs bis acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an Inkontinenz. Sowohl Männer als auch Frauen können betroffen sein, wobei Frauen durchschnittlich zwei- bis viermal häufiger daran leiden als Männer (www.harninkontinenz-info.de). Zunehmende Blasenschwäche im Alter ist allerdings für die Betroffenen häufig ein Tabuthema.

Abhilfe ist zwar vorhanden – Inkontinenz ließe sich gut in den Griff kriegen und wäre damit eigentlich recht harmlos – wäre da nicht die Scham, insbesondere bei Männern. Was also tun für einen Hersteller von Inkontinenzprodukten, um seine Produkte an den Mann zu bringen und dabei gleichzeitig alle Klippen dieses etwas „schlüpfrigen“ Themas souverän zu umschiffen?

Stirling Gravitas – © SCA Hygiene Products AB

Inkontinenz? Kein Thema für Stirling Gravitas – © SCA Hygiene Products AB

Die Werbeagentur AMV BBDO aus London hat es geschafft, für den Hygieneartikelhersteller Tena einen Spot zu entwickeln, dem dies auf originelle Weise gelingt: Die Hauptfigur des Spots – Stirling Gravitas – ist ein Mann, der es gewohnt ist, in sämtlichen Lebenslagen absoluter Chef im Ring zu sein und die volle Kontrolle innezuhaben. Plötzlich im Wohnzimmer auftauchende Löwen, Jonglieren mit rotierenden Kettensägen, barfuß über glühende Kohlen wandeln oder Medizinbälle auf den Zeigefingern spinnen… Peanuts für Stirling Gravitas. Klar, dass sich so einer von verstärktem Harndrang oder Blasenschwäche nicht beeindrucken lässt und natürlich auch hier die volle Kontrolle behält  – mit TENA Men. Das kommt dank des selbstironischen Untertons durch gnadenlose Übertreibung supercool rüber und plötzlich macht es Spaß, sich einen Spot für Inkontinenzprodukte mehrmals hintereinander anzuschauen.

Mitte März 2015 fiel mit der Veröffentlichung des Spots im Internet der Startschuss der Kampagne, die auf humorvolle Weise zur Enttabuisierung von Blasenschwäche beigetragen soll. Eine reichweitenstarke Anzeigenkampagne in der „Bild am Sonntag“, dem „Fokus“ und weiteren männeraffinen Titeln soll zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen. Natürlich hat Stirling Gravitas auch einen (englischsprachigen) Twitter-Account, auf dem er weitere Einblicke in seinen Mach(o)er-Kosmos gewährt:

„Warum eine Uhr tragen, wenn du entscheiden kannst, wie spät es ist?“

„Kann ich das mit etwas Extra-Gluten bekommen?“

„Wer möchte meine nächste Ex-Frau werden?“

Bei soviel Selbstbewusstsein nimmt man es ihm selbstverständlich auch ab, wenn er sagt: „Inkontinenz passiert. Komm’ damit klar.“

Unser Fazit: Glückwunsch an Agentur und Kunden. Gelungene Umsetzung, Ziel erreicht, alle Daumen hoch!

Liebling, ich habe die SOS-Funktion geschrumpft …

Haier Seniorenuhr

Senioren Smartwatch mit SOS-Taste

Kurz bevor Apple laut allen Tech-Medien am 9. März seinen Micro-Computer fürs Handgelenk, die Apple Watch, vorstellen wird, präsentiert der chinesische Hersteller Haier – nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Haushaltsgeräte – auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine Smartwatch, die sich insbesondere an ältere Kundenschichten wendet. Was bisher ein Merkmal von sogenannten Seniorenhandys war – eine SOS-Taste – hat der Technikproduzent nun in eine Armbanduhr integriert. Sie ist durch eine SIM-Karte mit einer Telefon-Funktion ausgestattet. Über die rote SOS-Taste kann die Uhr im Notfall ein Alarmsignal an bis zu drei Nummern senden. Darüber hinaus verfügt die Uhr über ein Mikrofon und Lautsprecher sowie einen GPS-Tracker. Mithilfe einer Smartphone-App für iOS oder Android können Angehörige eine „sichere Zone“ für den Träger definieren. Sobald der diese Zone verlässt, wir ein Alarm ausgelöst. Klingt ein wenig nach „elektronischer Fußfessel“, kann aber für orientierungslose Demenzkranke durchaus nützlich sein.

Außerdem sind weitere GPS-basierte Funktionen integriert wie z. B. eine Rückverfolgung des Aufenthaltortes über mehrere Tage. Über die Uhr können auch Hintergrundgeräusche mitgehört werden, um sich beispielsweise bei unbeantworteten Anrufen ein Bild vom Wohlbefinden der Person machen zu können.

Die Akkulaufzeit gibt Haier mit bis zu zwei Tagen an – viel zu kurz, was aber bei nahezu allen Wearables ein Problem ist, insbesondere für den anvisierten Kundenkreis, der ein regelmäßiges Aufladen schnell einmal vergessen haben dürfte. Hier sollte der Hersteller über ein Stromsparmanagement nachdenken, welches die Akkulaufzeit drastisch verlängert. Selbstverständlich ebenso nachgedacht werden müsste über eine möglichst einfache Aufladefunktion. Die Oldschool-Lösung – Ladekabel + Netzteil – ist sicherlich keine sinnvolle Option. Der OLED-Bildschirm der Uhr besitzt eine Diagonale von 2,43 cm. Laut Hersteller soll die Uhr auch bis zu 30 Meter wasserfest sein. Die voraussichtliche Verfügbarkeit der Uhr gibt Haier mit Mai 2015 an, Preise werden noch bekannt gegeben.

Interessant ist, dass der Hersteller die Uhr als „vernetzte Armbanduhren für Kinder und Senioren“ präsentiert und mit der gleichen Technologie auch ein Halsband für Haustiere auf den Markt bringt …

BAGSO-Checklisten: Lesen und Surfen ohne Grenzen!

Eine gute Lesbarkeit von Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren und anderen Informationsmedien ist ein Gewinn für alle Leserinnen und Leser. Für die Generation der über 50-Jährigen ist Komfort beim Lesen wegen einer oft nachlassenden Sehfähigkeit besonders wichtig. Um konkrete Tipps für Verbesserungen von Formularen bis hin zu Zeitschriften zu geben, hat die BAGSO die Checkliste „Nutzerfreundliche Printmedien“ erarbeitet. Bei deren Entwicklung bezog sie ältere Leserinnen und Leser als Experten und die Fachkompetenz des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, der Mitglied der BAGSO ist, mit ein. Mit Hilfe der Checkliste können Zeitschriften, Broschüren und andere Printmedien auf ihre Schriftgröße, auf Abstände, Kontraste, Leseführung und Verständlichkeit hin überprüft werden.

Das Internet hat älteren Menschen viel zu bieten. Es hält zum Beispiel Informationen zum Zeitgeschehen, Gesundheit und Reisen bereit und ermöglicht, bestehende Kontakte zu pflegen oder neue zu knüpfen. Unübersichtliche Internetseiten mit blinkenden Elementen und komplizierte Menüs erschweren die Handhabung und halten insbesondere ältere Menschen von der Nutzung ab. Dabei haben schon kleine Veränderungen oft große Wirkung.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) hat diese Checklisten erstellt, um Unternehmen, Verbänden und öffentlichem Sektor als Verfasser und Hersteller von Printmedien und Internetseiten ein einfaches Werkzeug an die Hand zu geben. Die Checklisten sind zum Selbstkostenpreis bei der BAGSO Service GmbH zu bestellen.

Nähere Informationen gibt darüber hinaus:
Nicola Röhricht
BAGSO Service GmbH
Hans-Böckler-Straße 3
53225 Bonn
Telefon: 0228 – 55 52 55 – 0
Fax: 0228 – 55 52 55 – 66
www.bagso-service.de

Goldgrube: Ältere Käufer

Best_Ager+
  • Kaufkräftige Senioren bieten Chancen und neue Geschäftsfelder für Händler
  • Funktionieren werden nur Konzepte, die der älteren Zielgruppe weniger das Gefühl geben, alt zu sein, echten Service-Mehrwert stiften und Senioren nicht wie eine verblödete Randgruppe behandeln
  • Neue Technologien sind aktuell ein Hindernis, auf dem Weg ins Herz und den Kopf der Zielgruppe

Wer ist die Zielgruppe der Zukunft? – Die Zielgruppe mit Vergangenheit

Sind Sie 60 Jahre alt, älter oder kennen Sie Menschen in dieser Lebensphase? Willkommen in der Welt der Generation „60 plus“, oder auch „Best Ager“ genannt! Prognosen sagen, dass die Bundesrepublik bereits 2030 mit einem Rentneranteil von fast 50 Prozent die älteste Bevölkerung Europas haben wird. Bereits heute zählt ein Fünftel der Deutschen zu den über 65-Jährigen. Ebenso wächst die Lebenserwartung und damit die Zeitspanne, die ein Deutscher nach dem Eintritt ins Rentenalter frei gestalten kann. Weiterlesen

Neulich am Flughafen …

Dass man sich als junger Mensch nur schlecht in die Situation älterer Menschen hineinversetzen kann, ist bekannt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die heutige Generation junger Werbefachleute oder Marketingverantwortlicher so oft Probleme hat, Produkte und Dienstleistungen seniorengerecht zu gestalten oder Werbung zu machen, die bei Älteren „ankommt“.

Alters-Simulationsanzug

Alters-Simulationsanzug, Foto: Fraport AG

Im konkreten Fall ging es darum, einen großen Flughafen seniorenfreundlicher zu gestalten. Also ließ SENIOЯRESEARCH junge Leute in einen „Alters-Simulationsanzug“ schlüpfen, die sich dadurch wie 70- oder 80-Jährige fühlten. Plötzlich ist man in seiner Beweglichkeit eingeschränkt und findet jede körperliche Anstrengung mühsam; man hört schlecht, hat eine eingeschränkte Sicht und eine veränderte Farbwahrnehmung.

Wir konnten dadurch viele Ursachen für körperliche Belastungen sowie Wahrnehmungs- und Orientierungsprobleme von Senioren im Flughafen ermitteln. Viel interessanter waren jedoch die emotionalen Auswirkungen solcher Beeinträchtigungen. Denn interessanterweise hatten die Handicaps massive Einflüsse auf die gefühlsmäßige Befindlichkeit der jungen männlichen und weiblichen Anzugträger: Sie entwickelten aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit und des verengten Gesichtsfeldes sehr schnell ein starkes Unsicherheitsgefühl. Sie konnten die eigenen körperlichen Dimensionen und Fähigkeiten nicht mehr richtig einschätzen, bekamen Ängste und verhielten sich übervorsichtig. Und das stark verminderte Hörvermögen führte nicht etwa zu verstärkten Höranstrengungen, sondern im Laufe der Zeit zu einer gewissen Gleichgültigkeit.

Zum erwähnten Unsicherheitsgefühl kam noch das Gefühl, isoliert und ausgegrenzt zu sein. Sehr schnell kann sich da ein Minderwertigkeitsgefühl entwickeln, das in Verbindung mit dem Erleben des Überfordert-Seins zu einer gefährlichen Mischung aus Gleichgültigkeit und Unberechenbarkeit führen kann.

Über Rolf Kirchmair
Kirchmair
Inhaber und Geschäftsführer des 2005 in Frankfurt am Main gegründeten Instituts SENIOЯRESEARCH, das die Motive, Bedürfnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen älterer Nutzer und Verbraucher erforscht. Neben seinem Institut berät er vor allem kleinere und mittlere Unternehmen beim Marketing für die Zielgruppen 50plus, ist Autor vieler Publikationen zum Thema, hält Vorträge und ist Dozent an mehreren Hochschulen.

Webseite: www.seniorresearch.de, Kontakt: info@seniorresearch.de

 

VW Golf – das Lieblingsauto der Deutschen

Das LieblingsautoDas im ersten Halbjahr 2014 mit Abstand meistverkaufte Auto in Deutschland war der VW Golf: Mit 7,4 % aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw war er mit Abstand das beliebteste Automodell vor dem VW Passat (2,3%) und dem VW Polo (2,1%).  Erst  dann  folgte die 3er-Reihe von BMW (2,0%) als erstes Modell einer Konkurrenzmarke. VW ist damit der erfolgreichste deutsche Automobilhersteller – die Konzernmarke Audi noch gar nicht eingerechnet.

Aber wie sieht das bei den Senioren aus, bei den über 60-jährigen Autofahrern? Die aktuelle b4p-Studie (Deutschlands größte Markt-Media-Studie) gibt hier Auskunft: Von knapp 2.500 befragten 60 – 69-jährigen Personen, welchen Pkw sie am häufigsten nutzen, nannten 41 Prozent (!) den VW Golf. Der Golf ist damit bei den älteren Autofahrern der absolute und konkurrenzlose Favorit.

Woran liegt dies? Hier sind wir auf Hypothesen angewiesen. Zum einen ist VW gerade für ältere Autofahrer nicht nur eine etablierte und seriöse Marke, sondern sie hat auch eine lange erfolgreiche Tradition, die Ältere (als Inbegriff des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg) miterlebt haben. Zum anderen ist der VW Golf technisch immer auf der Höhe seiner Zeit und hat trotzdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und schließlich verfügt er über Fahrzeugmerkmale und Eigenschaften, die den Bedürfnissen älterer Autofahrer entgegenkommen.

Martin Kind: „Ich will 104 Jahre alt werden“

Martin Kind

Martin Kind beim 3. ReifeForum des ReifeNetzwerkes

Martin Kind, erfolgreicher Unternehmer und Hannover 96-Klubchef, wünscht sich  zu seinem 70. Geburtstag nur: „Ich will 104 Jahre alt werden“.

In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 28. April 2014 sagt er, dass er sein Leben liebt: „Ich bin fit. Ich arbeite gerne. Ich lebe gerne. Ich nehme Herausforderungen und Verantwortung an.“ … Sein Arzt habe ihm gesagt, er hätte gute Gene und das könne klappen.

Das ReifeNetzwerk gratuliert Martin Kind zu seinem Geburtstag und wünscht ihm, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen. Gleichzeitig sind seine Aussagen Wasser auf die Mühlen des ReifeNetzwerks. Es ist schon lange der Meinung, dass  kostbaren Ressourcen vergeudet werden, wenn man die Erfahrung, das Wissen und das Urteilsvermögen älterer Arbeitnehmer nicht nutzt. Bei der Diskussion zur Rente mit 63 oder bis 70 Jahren werden diese positiven Faktoren viel zu selten erwähnt.

Das Projekt „Value Protection“ vom ReifeNetzwerk-Mitglied Peter Apel greift diese Aspekte auf. Value Protection ist ein Programm zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des über die Jahre im Unternehmen aufgebauten Human Kapitals. Die von Mitarbeitern erworbenen Werte wie Erfahrung, Wissen, Kenntnis und Urteilsvermögen müssen geschützt, gepflegt und entwickelt werden – auch im Hinblick auf den demografischen Wandel. Value Protection ist das Programm, mit dem dies möglich ist.

Mehr dazu unter www.reifenetzwerk.de