Initiative der Deutschen Versicherer: „7 Jahre länger leben“

GDV-LandingPageEine Initiative des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer GDV  (www.gdv.de) „7 Jahre länger leben“ zeigt, dass die Lebenserwartung schneller steigt als die meisten Menschen in Deutschland denken. Interessant ist die Tatsache für Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die älteren Menschen in Deutschland anbieten. Die Experten des ReifeNetzwerks weisen schon länger darauf hin, dass sich das Altersbild und die Bedürfnisse älterer Menschen in den letzten 10 Jahren positiv verändert haben. Daher möchten wir, dass die 7 Mythen über das Alter bald der Vergangenheit angehören. Sie sind zu finden auf der Website www.7jahrelaenger.de.

7 Mythen über das Alter

Mythos 1: Wer alt ist, fühlt sich auch alt.
Das Lebensgefühl der heutigen „Alten“ hat sich im Vergleich zu früheren Generationen stark gewandelt. So stellt beispielsweise der Deutsche Alterssurvey (DEAS) fest, dass sich die körperliche Gesundheit der Menschen in der zweiten Lebenshälfte über die vergangenen Jahrzehnte nennenswert verbessert hat. 70-Jährige sind heute in der Regel so fit und gesund, wie es 60-Jährige noch vor 20 Jahren waren. Das heißt auch: Sie können sich noch verwirklichen und aktiv leben.

Mythos 2: Wer älter wird, baut geistig ab.
Es ist zwar richtig, dass die geistigen Fähigkeiten mit dem Alter abnehmen. Der Prozess lässt sich jedoch verlangsamen. Ein Mensch, der an seiner Umwelt und an Bildung interessiert ist, hat Studien zufolge die besten Voraussetzungen, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Denn unsere Gehirnareale, die mit Erinnerung und Lernen zu tun haben, produzieren jeden Tag neue Nervenzellen. Wer sich mit Menschen umgibt, seinen Horizont erweitert und zum Beispiel eine neue Sprache lernt, fördert das Wachstum dieser Gehirnzellen.

Mythos 3: Alte Menschen entwickeln sich nicht mehr weiter.
Das Bild vom sturen und unveränderlichen Senior stimmt nicht, wie die Entwicklungspsychologin Jule Specht herausgefunden hat. Denn auch im Alter – häufig zwischen 60 und 70 Jahren – kann sich die Persönlichkeit noch einmal komplett wandeln. So kann aus der traditionellen Omi noch eine wilde Rebellin werden. Oder umgekehrt.
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Klare Vorstellungen erleichtern die Arbeit

Wie oft hören wir von potentiellen Auftraggebern den Satz, „machen Sie mal eben..“ Dabei kann es um einen Auftrag zu Gestaltung einer Webseite, einer Anzeige, einer Zeitung, die Erstellung eines Textes oder eines Kommunikationskonzepts gehen. Das Ergebnis kann aber nur gut werden, wenn es klare Vorstellungen darüber gibt, was damit erreicht werden soll. Es spart außerdem Zeit, Geld und Nerven.

„Die Idee kommt beim Sprechen“

© fotolia/ibreakstock

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In einem Vorgespräch ist zu klären, was sich der Auftraggeber vorstellt. Dazu muss man sich Zeit nehmen. Es ist überraschend, wie man beim Sprechen auf die besten Ideen kommt. Heinrich von Kleist hat seine Gedanken „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ in einem Brief an Otto August Rühle von Lilienstern festgehalten. Dort rät er ihm, Probleme, …,  zu lösen, indem er mit anderen darüber spricht. Dabei ist nicht wichtig, dass dem Gegenüber die Materie bekannt ist, sondern der ausschlaggebende Punkt ist das eigene Reden über den Sachverhalt. Mit dieser Methode könne man sich selbst am besten belehren: „Die Idee kommt beim Sprechen“. Das ist ein Vorteil für den Auftraggeber und den Auftragsnehmer.

 Experten als Sparringpartner

Man kann sich einen Sachverhalt auch selbst vortragen, doch ein Gegenüber zwingt dazu, strukturiert zu reden. Zudem kann es förderlich sein, wenn dieser zu erkennen gibt, dass er einen „halb ausgedrückten Gedanken schon […] begriffen“ habe. Auf dieser Basis kann die Zusammenarbeit aufsetzen. Es muss allen Beteiligten klar sein, dass das eine ernstzunehmende Methode ist und entsprechend honoriert werden muss.

Vom PDCA-Prinzip lernen

Das Plan – Do – Check – Act-Prinzip hat seinen Ursprung im Qualitätsmanagement. Der PDCA-Zyklus beschreibt die Phasen im kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). KVP ist die Grundlage aller Qualitätsmanagement-Systeme. Damit wird im Unternehmen eine stetige Verbesserung der Prozesse und Abläufe verfolgt mit dem Ziel, die Effizienz, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit des Unternehmens zu verbessern. Das Vorgehen sollte auch auf die Zusammenarbeit mit Dienstleistern angewandt werden.

Wertschätzung und klare Absprachen

Wer einmal versucht hat, sich selbst eine Anzeige oder Webseite zu basteln und sich der handelsüblichen Angebote bedient, stellt schnell fest, dass – selbst bei großem Talent – es Zeit braucht, bis man ein akzeptables Ergebnis erzielt. Das Gute dabei ist, dass man so lernt, die Arbeit der Dienstleister besser einzuschätzen und zu schätzen. Dazu kommen klare Absprachen und auch – von Seiten der Berater – eine ehrliche Stellungnahme zu genannten Vorstellungen. Oft sind die Budgets zu klein, um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen oder das Produkt nicht mehr zeitgemäß und daher nicht oder nur schwer vermarktbar. Da sind offene Worte notwendig und auch einmal ein klares Nein zu einem Auftrag.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.

MSS-Experten helfen Unternehmern bei der Rezertifizierung

Vielen Unternehmern ist nicht klar, wie viele – oft ungenutzte – Chancen in einem funktionierenden Qualitätsmanagementsystem (QMS) für das eigene Unternehmen liegen. QMS und deren Zertifizierung darf nicht lästig empfunden werden, sondern diese Unternehmenschance zu erkennen, ist das Anliegen der MSS-Experten. Sie können aufgrund langjähriger Erfahrung als Unternehmer, Geschäftsführer, Auditoren bei Zertifizierungsgesellschaften oder Qualitätsmanagement-Beauftragte Unternehmer auf dem Weg zur Rezertifizierung begleiten.

Die DIN EN ISO 9001 „Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“ wurde überarbeitet und im November 2015 neu herausgegeben und löst damit die bisherige Ausgabe 2008 ab. Dies macht in vielen Fällen ein Umdenken im Unternehmen notwendig.

fotolia/Robert Kneschke

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Zwei wesentlichen Änderungen sind darin zu sehen, dass es nun um eine „High Level Structure“ geht und dass der Risikobetrachtung ein größeres Gewicht zukommt. In Vorträgen und persönlichen Gesprächen zeigen die MSS-Experten transparente Wege auf, wie die Unternehmer die Rezertifizierung gezielt erreichen können. Dabei kommt ein besonderes Tool zum Einsatz, das auf dem INQA-Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ aufbaut. Die Qualitätsmanagement-Beauftragten bleiben dabei intern und extern wichtige Ansprechpartner.

Dazu der MSS-Experte Klaus Eberhardt: „Wir helfen Unternehmern ganz pragmatisch, sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen. Ganz wichtig ist, dass die Führungsrolle akzeptiert wird und die Qualitätsmanagement-Beauftragten mit ihrem umfassenden Wissen der individuellen Fragestellungen im Unternehmen gut eingebunden sind“. Klaus Eberhardt hat die Handlungshilfen von INNav (INQA-Navigationshilfe) mit erarbeitet und damit ein Tool geschaffen, das für Unternehmer und Handwerker interessant ist und von den MSS-Experten bei der Rezertifizierung nach ISO 9001:2015 angewendet wird.

 

Monika Prött Das ReifeNetzwerk wurde 2005 von Monika Prött initiiert. Die ReifeNetzwerk-Experten unterstützen Unternehmen, die auf dem Absatz- oder Personalmarkt 50plus ihre Chancen nutzen. Die Expertise der über 10jährigen Erfahrung und die Mitgliedschaft bei MSS-UnternehmerHilfe eG kommen diesen Unternehmen zugute.

Was läuft schief im Umgang mit Menschen?

Beobachtungen aus dem Alltag

Die äußere Haltung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, war durch die verschränkten Arme vor der Brust gekennzeichnet. So widerspricht es auch jeder Lebenserfahrung, dass – wie im Falle von Volkswagen – einige Softwareentwickler in den USA die Idee umsetzten, durch eine neue Software den Schadstoffausstoß zu manipulieren, ohne den „Chef“ darüber zu informieren. Es scheint mehr als unwahrscheinlich zu sein, dass der Vorstandsvorsitzende und andere Mitglieder des Vorstandes von der gesamten Problematik nichts gewusst haben wollen. Allein dies besonders gravierende Negativbeispiel zeigt deutlich die Defizite in der Menschenführung auf, für die es eine Fülle von Beispielen in der Praxis gibt. Welches sind die Spielregeln, wie wir miteinander umgehen sollten? Welche Rolle spielt dabei gutes Benehmen und was ist das?

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Ein friedliches und frohes Weihnachtsfest

Ein friedliches und frohes Weihnachtsfest

© fotolia – A. Dudy

Liebe Leserin und Leser,

wir danken Ihnen für Ihre Anregungen und Kommentare im Jahr 2015 und hoffen, dass Sie uns auch im kommenden Jahr die Treue halten. Das ReifeNetzwerk hat im November 2015 sein 10-jähriges Bestehen gefeiert und wir werden unsere Arbeit im Absatz- und Personalmarkt 50plus verstärkt fortsetzen.

Unsere Welt ist im Umbruch. Die Experten vom ReifeNetzwerk wollen ihre Erfahrung und Expertise einbringen, um mitzugestalten und dazu beitragen, dass das Jahr 2016 ein friedliches und glückliches Jahr wird.

In diesem Sinn möchten wir Ihnen ein friedliches und frohes Weihnachtsfest wünschen und einen guten Start in das Jahr 2016.

Ihre Monika Prött und Kolleginnen und Kollegen

Der VW-Skandal und die ratlosen Senioren

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVor einem Jahr habe ich an gleicher Stelle geschrieben „VW Golf – das Lieblingsauto der Deutschen“ und dabei betont, dass dieses Fahrzeug gerade bei älteren Autofahrern der absolute und konkurrenzlose Favorit ist. Heute gehe ich davon aus, dass gerade die älteren Autofahrer besonders schockiert sind, denn sie erleben einen Vertrauensbruch erfahrungsgemäß noch schmerzlicher als andere. Und VW tut bisher wenig, um das Vertrauen in die Marke wieder herzustellen.

Lauter offene Fragen
Der VW-Skandal ist jetzt schon über vier Wochen alt, und Fahrer von VW Dieselfahrzeugen sind ratlos. Insbesondere Senioren unter ihnen haben bange Fragen, die unbeantwortet bleiben: Ist mein Fahrzeug betroffen? Hat es durch die Abgas-Manipulation an Wert verloren? Hat es nach der Umrüstung eine reduzierte Motorleistung? Kann es möglicherweise aus dem Verkehr gezogen werden?

VW hat sich bisher nicht an seine Kunden gewandt. VW-Werkstätten sind überfragt. Und wenn man auf die VW Website geht, gibt es unter der Rubrik „VW aktuell“ und „News“ nur vier Wochen alte Meldungen, in denen VW beteuert, das „Vertrauen wieder gewinnen“ zu wollen und „mit Hochdruck an einer Lösung“ zu arbeiten. Neuere Meldungen gibt es nur auf der Website der Volkswagen AG; dort wird aber nur davon gesprochen, dass die EA 288-Motoren nicht betroffen sind. Kein Wunder, dass ratlose VW Fahrer ihre Fragen jetzt zunehmend an den ADAC oder an das Kraftfahrtbundesamt stellen.

Total verfehlte Seniorenpolitik
Auch wenn VW selbst noch nicht alles aufgearbeitet hat und die Rückrufaktion erst im Jahr 2016 erfolgen soll, eine Kommunikationspolitik ist nicht erkennbar. Gerade Senioren, die einen Großteil der VW Dieselfahrer ausmachen, hätten Wert auf einen schnellen und direkten Kontakt durch VW – und sei es in Briefform – gelegt. Man hätte ihnen sagen können, dass ihr Fahrzeug kostenlos überprüft wird, und dass sie ihre Kaufentscheidung nicht zu bereuen brauchen. Wichtig wäre es gewesen, dass sich die älteren (und das gilt auch für viele jüngere) Kunden von VW wertgeschätzt gefühlt hätten und geplante Maßnahmen nicht nur aus den Medien erfahren hätten.

>> Seniorenfernsehen: Ex-Spielfilmchefin Bettina Reitz attackiert ARD << …

fotolia/auremar

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… so titelt Spiegel-Online am 15.10.2015 anlässlich eines Interviews der ZEIT mit der Ex-Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks und neuen Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film. Es gäbe, so Reitz: „ … einen immer größeren Spalt zwischen denen, die 50 plus sind und auf ihr Fernsehen nicht verzichten wollen, und denen, die 30 minus sind und den ‘Tatort’ schauen, ohne sich darum zu scheren, wer ihn produziert. Wird der Abgrund nicht überbrückt, dann wird das System auseinanderbrechen. Dann wird es ein Seniorenfernsehen geben, namens ‘Das Erste’ und ‘ZDF’ – und ein digitales Angebot”.

Seniorenfernsehen darf man in diesem Zusammenhang wohl durchaus abwertend verstehen. Sind damit doch wohl die Fernsehkonsumenten gemeint, die das zeitlich starre Fernsehangebot regungslos über sich ergehen lassen. Frau Reitz verortet sie anscheinend nur bei den Älteren. Aber diese Haltung ist natürlich keineswegs altersspezifisch, sondern findet sich durchaus auch bei der jüngeren Generation, den sogenannten Couch-Potatoes. Nur dass die sich nicht von ARD und ZDF berieseln lassen, sondern von RTL, Pro Sieben und Konsorten.

Richtig an ihrer Analyse ist allerdings, dass die digitalen Angebote dem Fernsehen, wie wir es bisher gewohnt sind, langfristig den Garaus machen werden – allerdings wahrscheinlich sehr viel gründlicher, als sich das Frau Reitz im Moment noch träumen lässt. Streamingdienste und Mediatheken – übrigens auch von den Öffentlich Rechtlichen angeboten – YouTube, Amazon, Apple, Google – sie alle machen es möglich, sich unabhängig vom Standardfernsehangebot jederzeit das Programm anzuschauen, welches man sich am Smartphone, Tablet- oder Desktop-PC selbst zusammengestellt hat. Die erste Hälfte des Tatort läuft dann in der Mittagspause, der Rest abends nach den Nachrichten.

Federführend bei diesem selektiven Fernsehkonsum werden aber gerade die Älteren sein, denn sie legen weitaus größeren Wert auf relevante Inhalte als Jüngere. Sie werden werden es sein, die ihr Programm nach qualitativ hochwertigen Inhalten zusammenstellen und dabei nicht mehr nach dem Absender fragen. Es wird keinen Abgrund geben zwischen den Sehgewohnheiten von 50 plus und 30 minus – der Graben wird vielmehr zwischen einem hochwertigen, werbefreien und einem minderwertigen, werbefinanzierten Medienangebot, zwischen intelligentem Fernsehkonsum und gedankenloser Berieselung verlaufen. Nirgendwo wird Bill Gates Zitat: „Content is king“ wichtiger werden, als beim Angebot der Medien, wenn damit Geld verdient werden soll. Hochwertige und aufwendig produzierte Inhalte, wie sie ARD und ZDF in ihrem Angebot haben, werden dauerhaft nicht ausschließlich GEZ-finanziert zur Verfügung gestellt werden können. Andere Abomodelle – wie sie beispielsweise von Spotify, Napster und neuerdings auch Aldi bei den Musikflatrates angeboten werden – oder auch Pay-Per-View sind da deutlich flexibler und für die Nutzer attraktiver.

Die Älteren werden es sein, die sich das leisten wollen – und können. So gesehen bekäme das Wort Seniorenfernsehen eine ganz neue Bedeutung: Premiumfernsehen.

Fachtagung – Dienstag, 15. September, Henriettenstiftung Hannover

Kurzmitteilung

Leben im Alter: Niedersachsen schafft Chancen!

Tagungsort: Großer Saal der Henriettenstiftung, Marienstraße 72, 30171 Hannover
Organisation: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e.V. (LVG&AFS)
Teilnahmegebühr: 20,00 Euro pro Person
Anmeldeschluss:   01. September 2015
Programminhalte: http://www.gesundheit-nds.de/index.php/veranstaltungen

Schulgärten: Wie sich alte Hasen für “junges Gemüse“ einsetzen können

In Schulgärten erleben Kinder die Jahreszeiten, lernen wie sich Erde anfühlt und wie aus winzigen Samenkörnern essbares Gemüse wird. Vor allem für „Hochhauskinder“ sind solche Orte eine wichtige Erfahrung in einem Leben, das sich sowohl in der Schule als auch zu Hause überwiegend in geschlossenen Räumen abspielt. In vielen Schulgärten mangelt es jedoch an personellen und zeitlichen Ressourcen. Die betreuenden Lehrer, die sich häufig noch in ihrer Freizeit engagieren, geraten angesichts enger Stundenpläne und der kurzfristigen Aufmerksamkeit mancher Schüler schnell an ihre Grenzen. In den Ferien wird die Pflege des Schulgartens vollends zum Problem.

Das 2010 entstandene Koblenzer Projekt „Netzwerk Generationen-Schulgärten“ fand einen Lösungsweg: Senioren, die sich bestens auskennen, die eigene Gartenarbeit aber aufgegeben haben, packen neben den Schülern soweit mit an wie sie es leisten können. In der Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Altersgruppe gewinnen beide Seiten. Das Projekt wurde mit der UN-Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet und von der Koblenzer Bürgerstiftung unterstützt. Mehr über das Netzwerk …

Ähnlich wie manchen Schulgärten ergeht es dem Uni-Gardening-Projekt im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin. Anne Schindhelm, die Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Hochschulen bei dem Projekt berät, beklagt die Fluktuation, die durch Ortwechsel, Prüfungsstress und fehlendem gärtnerischen Wissen bei den jungen Menschen entsteht. Sie hofft nun über Vorträge zum Beispiel in der Volkshochschule, interessierte Bürger und Bürgerinnen im Rentenalter für eine Mitarbeit zu gewinnen, um gegenseitigen Erfahrungsaustausch und eine Kontinuität der Gartenarbeit auch in den Semesterferien zu erreichen. Zum Projekt …

Ein Fazit aus der Zusammenarbeit zwischen Älteren und Jungen in Koblenz: Das Gartenwissen in Deutschland liegt heute in der Hand der Großeltern-Generation („Generationen 50plus“). Schulgärten oder sogar Universitäten können davon profitieren, wenn es ihnen gelingt, Seniorpartner und Seniorenpartnerinnen zu finden.

Das ReifeNetzwerk unterstützt diese Idee.

 

36c6500bbfAndrea Preißler (Biowerkstatt Bildung und Projekte), Mitglied des ReifeNetzwerks, berät Unternehmen zur Errichtung von Mitarbeitergärten als teambildende Maßnahme von Jung und Alt. Auch die Beratung zur Gestaltung von besonderen Gärten in Pflegeheimen, die eine positive Wirkung auf ihrer Bewohnerinnen und Bewohner haben und so auch zum guten Ruf der Häuser beitragen, wird angeboten.

Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich auf selbstbewusste Senioren einstellen

 

csm_logo_11_DST_RGB_kurz_72dpi_735d67750dVom 2. bis 4. Juli 2015 fand der 11. Deutsche Seniorentag unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ statt. Trotz tropischer Temperaturen strömten in den drei Tagen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher in das Congress Center der Messe Frankfurt am Main. Am Freitag waren auch viele junge Menschen dabei, die sich beruflich oder privat für das Thema interessieren.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) ist die Lobby der Älteren. Es ist der BAGSO in Frankfurt wieder gelungen, eine hochkarätige Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Auch die begleitende Messe SenNova brachte neue Anregungen, die begeistert aufgenommen wurden. Das Tagungsprogramm deckte viele Aspekte des Älterwerdens ab und die Beteiligung der Besucherinnen und Besucher zeigte, wie aufgeschlossen und aktiv Menschen reiferen Alters am Leben teilnehmen. Mehr dazu unter: www.bagso.de.

„66 gute Ideen für ein aktives Altern“ ist der Titel der Broschüre, die Prof. Dr. Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende der BAGSO, auf der SenNova präsentierte und von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung – erstellt wurde. Mehr dazu unter: www.in-form.de/aeltere.

In den Vorträgen wurden Themen behandelt wie „Neue Medien und Technik kennen lernen“, rund um die Gesundheit gab es viele Informationen und praktische Anleitungen, die Polizei Hessen war mit dem Präventionsmobil präsent und in der Video-Box lief der Film: Wie wollen wir in Zukunft alt werden?

Neue Produkte und Dienstleistungen machten die Messe SenNova spannend. So könnten man den ersten generationenfreundlichen Strandkorb bestaunen, Paro – die Roboter-Robbe streicheln, erfuhr, wie Verpackung leicht zu öffnen sind, wie Bäder so umzubauen sind, dass alle Generationen sich wohl fühlen. Es wurde gezeigt, wie komfortabel man heute im Bus unterwegs sein kann, wie carehotels es ermöglichen, dass Familien mit zu pflegenden Angehörigen gemeinsam Urlaub machen können, wie Bildung auch im fortgeschrittenen Alter neue Horizonte eröffnen kann. Da das Leben nicht nur aus Urlaub besteht, sondern viele im Alltag mit Fragen wie zum Beispiel Demenz konfrontiert werden, die sie überfordern, ist die mobile Demenzberatung „Für Sie ins Quartier“ eine interessante Lösung. Mehr dazu unter: www.fuer-sie-ins-quartier.de

Positiv anzumerken ist, dass die Gruppe der Älteren ein „neues“ Selbstbewusstsein an den Tag legt. Als eifrige Besucherin der Deutschen Seniorentage, die alle drei Jahre an unterschiedlichen Standorten stattfinden, so zum Beispiel in Hannover, Leipzig, Hamburg und aktuell Frankfurt stelle ich als Mitglied des ReifeNetzwerks fest, dass sich das Altersbild positiv wandelt. Das, was das ReifeNetzwerk seit 10 Jahren unterstützt, wird zunehmend Realität. Die heutigen Seniorinnen und Senioren – oder wie man auch immer sie nennen möge – sind selbstbewusst, interessiert und durchaus finanzstark. Sie erwarten von der Wirtschaft und Gesellschaft gute Angebote und fairen Umgang. Sie selbst tragen ihren Anteil dazu bei.

 

Monika PröttMonika Prött ist Inhaberin der PRÖTT & PARTNER GbR – Ansprechpartner für anspruchsvolle Kommunikation, speziell in den Branchen Finanzen, Ernährungsindustrie, Gesundheitsmarkt. Sie hat „Das ReifeNetzwerk“ initiiert und die Deutsche Seniorenpresse Arbeitsgemeinschaft e.V. (dsp) mitgegründet.