Ambulant vor Stationär

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Ambulant vor Stationär ist eine wesentliche Gesetzesgrundlage im gesamten Pflegegesetz SGB XI. Anders ausgedrückt kann man auch sagen: Daheim statt Heim. Dazu müssen jedoch die Voraussetzungen stimmen.

Wir werden immer älter und das ist erfreulich. Aktiv und selbstbewusst beginnt die Rentenphase. Alt sein bedeutet heute nicht mehr automatisch hilfsbedürftig oder krank zu sein. Jedoch mit steigender Lebenserwartung nimmt eben auch die Zahl derer zu, die nicht mehr alleine für sich sorgen können. Derzeit ist es noch die Familie, die dann einspringt. Rund zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut und zwar überwiegend von den Angehörigen.

Neben der häuslichen Pflege etablieren sich auch immer mehr ambulante Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen. Sie können eine wertvolle Ergänzung daheim oder eine echte Alternative zum Pflegeheim sein.

Jeder Einzelne muss rechtzeitig Entscheidungen treffen, die zukunftsweisend sind. In Deutschland sind lediglich 5 % des Wohnungsbestandes behinderten- bzw. seniorengerecht. Ein barrierefreies Zuhause, zusammen mit intelligenten Smart-Home-Lösungen, bietet in der Zukunft beachtliche Möglichkeiten, solange wie möglich in der gewohnten Umgebung zu verbleiben, mit Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität, sowie Erhaltung der Sicherheit. Mobile Dienste verschiedener Anbieter vernetzen technische Möglichkeiten sogar inzwischen mit Notrufsystemen. Mit intelligenten Raum- und Gebäudesystemen können sowohl kognitive als auch kommunikative Fähigkeitsstörungen teilweise ausgeglichen werden. Der Markt der sogenannten AAL-Systeme (alltagsunterstützende Assistenzsysteme) ist in den letzten Jahren stark angestiegen und die technischen Bauteile haben sich wesentlich verbilligt.

Die Kommunikationstechnik kennen wir heute von der Nutzung von Handy, Tablett und Smartphone. Erweiterte Haushaltstechnik, wie z.B. das Abschalten des Herdes wenn kein Topf auf dem Herd steht oder die Überlaufsperre an einer Badewanne sind sicherlich bekannte Systeme. Zurzeit werden z.B. folgende Zusatzsysteme angeboten, die auch nachträglich eingebaut werden können: Fenstersensoren, Temperatursteuerung, Notruf, Vitalüberwachung, Lichtsteuerung, Sturzmelder, Herzfrequenzmesser, Türüberwachungssysteme, usw.

Diese Systeme lassen sich problemlos nachrüsten. Die einfachste Smart-Home-Lösung bietet ein funkgestütztes System. Damit lassen sich die Systeme über Apps sowohl über das Handy als auch über den PC steuern. Man kann sich diesen Systemen auf ganz verschiedene Weise nähern. Einerseits über die eigenen Kenntnisse und Bedürfnisse als auch über den Preis.

Somit ergeben sich weitere Ausbaumöglichkeiten und Erweiterungsdienste, z.B. im Bereich der Assistenzleistungen. Darin liegen viele zukünftige Möglichkeiten.

Beim Gedanken der Vorsorge im Pflegefall muss man wesentlich früher mit der entsprechenden Beratung und Aufklärung anfangen. Dazu gehören die Smart-Home-Systeme. Berater sollten eine Kooperation bzw. Vernetzung mit lokalen Handwerksbetrieben suchen. Daraus entstehen viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit auch im Finanzdienstleistungsbereich und der qualifizierten Beratung.

 

Gerhard SchuhmacherGerhard Schuhmacher, Dipl. Betriebswirt (FH), bis 2013 Regionaldirektor einer Versicherungsgesellschaft; bis 1989 Bankkaufmann in verantwortungsvoller Tätigkeit; seit 2012 Gesellschafter bei  Die Alten Hasen GmbH“. Seit 04.06.2013 Träger der Bundesverdienstmedaille. 1978 Mitbegründer der Caritas Sozialstation St. Johannes e.V., 63906 Erlenbach, seit 1984 deren 1. Vorsitzender. Seit  2009  1. Vorsitzender der DiAG Altenhilfe (Arbeitsgemeinschaft der Altenhilfe, Hospizarbeit und Pflege im Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V.).

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