Schulgärten: Wie sich alte Hasen für “junges Gemüse“ einsetzen können

In Schulgärten erleben Kinder die Jahreszeiten, lernen wie sich Erde anfühlt und wie aus winzigen Samenkörnern essbares Gemüse wird. Vor allem für „Hochhauskinder“ sind solche Orte eine wichtige Erfahrung in einem Leben, das sich sowohl in der Schule als auch zu Hause überwiegend in geschlossenen Räumen abspielt. In vielen Schulgärten mangelt es jedoch an personellen und zeitlichen Ressourcen. Die betreuenden Lehrer, die sich häufig noch in ihrer Freizeit engagieren, geraten angesichts enger Stundenpläne und der kurzfristigen Aufmerksamkeit mancher Schüler schnell an ihre Grenzen. In den Ferien wird die Pflege des Schulgartens vollends zum Problem.

Das 2010 entstandene Koblenzer Projekt „Netzwerk Generationen-Schulgärten“ fand einen Lösungsweg: Senioren, die sich bestens auskennen, die eigene Gartenarbeit aber aufgegeben haben, packen neben den Schülern soweit mit an wie sie es leisten können. In der Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Altersgruppe gewinnen beide Seiten. Das Projekt wurde mit der UN-Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet und von der Koblenzer Bürgerstiftung unterstützt. Mehr über das Netzwerk …

Ähnlich wie manchen Schulgärten ergeht es dem Uni-Gardening-Projekt im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin. Anne Schindhelm, die Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Hochschulen bei dem Projekt berät, beklagt die Fluktuation, die durch Ortwechsel, Prüfungsstress und fehlendem gärtnerischen Wissen bei den jungen Menschen entsteht. Sie hofft nun über Vorträge zum Beispiel in der Volkshochschule, interessierte Bürger und Bürgerinnen im Rentenalter für eine Mitarbeit zu gewinnen, um gegenseitigen Erfahrungsaustausch und eine Kontinuität der Gartenarbeit auch in den Semesterferien zu erreichen. Zum Projekt …

Ein Fazit aus der Zusammenarbeit zwischen Älteren und Jungen in Koblenz: Das Gartenwissen in Deutschland liegt heute in der Hand der Großeltern-Generation („Generationen 50plus“). Schulgärten oder sogar Universitäten können davon profitieren, wenn es ihnen gelingt, Seniorpartner und Seniorenpartnerinnen zu finden.

Das ReifeNetzwerk unterstützt diese Idee.

 

36c6500bbfAndrea Preißler (Biowerkstatt Bildung und Projekte), Mitglied des ReifeNetzwerks, berät Unternehmen zur Errichtung von Mitarbeitergärten als teambildende Maßnahme von Jung und Alt. Auch die Beratung zur Gestaltung von besonderen Gärten in Pflegeheimen, die eine positive Wirkung auf ihrer Bewohnerinnen und Bewohner haben und so auch zum guten Ruf der Häuser beitragen, wird angeboten.

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