Radfahren und Senioren – das Dreamteam für Fahrradhändler

Radsport boomt - auch bei Senioren. © fotolia - Gina Sanders

Radsport boomt – auch bei Senioren. © fotolia – Gina Sanders

Fahrradfahren boomt, und das nicht nur bei den Jüngeren. In ihrer Ausgabe vom 10. Juli 2015 meldet die Leipziger Volkszeitung, dass die Einwohner Leipzigs bundesweit die meisten Fahrräder besäßen. So kämen auf umgerechnet 1.000 Einwohner 912 Stück, was einen bundesweiten Rekord darstellt. „Es gibt eine ganz neue Kultur im Umgang mit Fahrrädern – nicht nur bei jungen Leuten, sondern auch bei Senioren.” So erklärte Torben Heinemann vom Amt für Verkehrs- und Tiefbau den Rekord, der selbst Fachleute ein wenig überraschte.

„Gesundheit, Mobilität und aktive Freizeitgestaltung haben heute über alle Altersstufen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, der mit zur steigenden Beliebtheit des Fahrrads beiträgt. Besonders attraktiv ist die Bewegung auf zwei Rädern bei der wachsenden Gruppe der über 50-Jährigen und bei Senioren“, stellte der Pressedienst Fahrrad bereits im vergangenen Jahr fest, und weiter: „Das typische Seniorenrad, das viele in Form eines trägen Citybikes mit tiefem Einstieg und wenig Innovation vor Augen haben, gibt es so kaum mehr auf dem Markt. Im gleichen Maße wie sich Lebensstil und Lebensgefühl der Senioren verändert bzw. vervielfältigt haben, hat sich auch die Radtechnik diversifiziert.“

Mit den aktuellen E-Bikes ist Fahrradfahren auch für Ältere wesentlich einfacher und komfortabler geworden. Zum Beispiel bringen Nabendynamos und LED-Beleuchtung viel Licht nahezu wartungsfrei auf die Straße, welches sich selbst bei Rädern der 700- bis 1.000-Euro-Klasse auch noch selbsttätig einschaltet. Einige Modelle werden sogar mit der gewohnten Rücktrittbremse angeboten, denn: „Was nützt die beste Bremsanlage, wenn der Umgang ungewohnt ist oder gar eine abschreckende Wirkung hat?“, erläutert Victoria Arnold vom Pedelec–Pionier Flyer. Stufenlose Automatikgetriebe, wartungsarme Antriebe, Vollfederung, integrierte Kabelschlösser oder Gepäckträger mit einem praktischem System zum schnellen Anbringen von Körben oder Taschen überzeugen gerade die Älteren in den Punkten Komfort und Bedienbarkeit.

Aber es gibt auch ältere Radfahrer, die mit dem bequemen und gemütlichen Dahinradeln nichts am Hut haben und sich stattdessen lieber von knochenharten, ungefederten Rennrädern quälen lassen. Und es werden immer mehr. Nach jedem Radrennen wie der Vuelta oder der Tour de France steigen bekanntlich die Verkaufszahlen der sportlichen Fahrräder – und das sicherlich nicht nur durch junge Radsportler. Denn viele Ältere haben erkannt, dass: „ … das Radfahren gegenüber anderen Sportarten deutliche Vorteile aufzuweisen hat. Einer der gravierenden ist, dass man beim Radfahren auf besonders schonende Weise das Herz und den Kreislauf trainieren und in Schuss halten kann. Und das ohne die gefährliche Belastung des Bewegungsapparats. Denn beim Radfahren sitzt man bekanntlich im Sattel. Knie- und Fußgelenke, Sehnen und Bänder, die bei älteren Menschen oft nicht mehr so fit sind, werden also überhaupt nicht belastet.“ (radsporttraining.de).

„Radsportler von 60 Jahren können Ähnliches leisten wie 20 Jahre jüngere.“, stellte das führende Radsportmagazin TOUR schon 2009 fest. Genaugenommen hätten 20-jährige untrainierte Radsportler keine Chance gegen einen routinierten 70-Jährigen, der noch einen 43-er Schnitt im Zeitfahren tritt. Natürlich hält das Magazin wie auch andere Radsportzeitschriften immer wieder Trainingstipps auch für die älteren Radsportler bereit. Blogs engagierter HobbyradsportlerInnen 50+ tun ein Übriges, um den Boom noch weiter zu fördern. Auf wichtigen Radsportplattformen wie STRAVA oder Garmin Connect finden sich Gruppen und Clubs der über 50-Jährigen, um sich gegenseitig anzufeuern und zu motivieren.

Alles zusammen schafft ein optimales Umfeld für Fahrradhändler, die einen Schwerpunkt ihres Angebotes auf den Radsport legen. Denn insbesondere die Älteren legen viel Wert auf die kompetente Beratung durch den Fachhändler. Gerade auch, weil sie wissen, dass sie dort auch nach dem Kauf einen verlässlichen Ansprechpartner finden, wenn es um Reparaturen oder Nachrüstungen geht. Denn mit dem Kauf eines Rennrades in Standardausrüstung ist es für die meisten Hobbysportler nicht getan. Gerade beim Rennrad – und auch bei der Rennradbekleidung – gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten der nachträglichen Optimierung. Der Rennradrahmen ist die einzige Konstante, alle anderen Teile lassen sich durch qualitativ hochwertige und vor allem leichtere Bauteile ersetzen. Die Kosten solcher Optimierungen können dabei schnell die Anschaffungskosten des Rennrades erreichen oder übersteigen. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, versteht sich.

Und gerade Senioren sind willige Optimierer – auch, weil sie es sich leisten können. Eine Sattelstütze, Laufradsätze, Gabeln oder Lenker aus dem Wunderwerkstoff Carbon sparen einige Hundert Gramm Gewicht und ernten bei den Radfahrkollegen ehrfürchtiges Staunen. Dass der engagierte Seniorenradsportler dabei nicht unbedingt leistungsfähiger wird, stört dann nur noch marginal.

Fahrradhändler haben natürlich längst den Markt der E-Bikes für Senioren entdeckt, sollten aber auch das Segment des Radsports für Senioren im Blick behalten. Hier eröffnen sich vielfältige Chancen für einen Ausbau des Geschäftes. Das ReifeNetzwerk steht selbstverständlich als Partner für den Einstieg in dieses lukrative Marktsegment zur Verfügung.

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