Das Internet: Eine Welt der Jungen für Junge?

IMG_0116„Das gesamte Online-Business ist hauptsächlich von der jungen Generation gestaltet. Silver Surfer sind auf diesem Feld kaum beruflich tätig. Trotz Mafo werden die meisten Marketingentscheidungen immer noch nach eigenen Präferenzen, Vorlieben, Vorstellungen, Schönheitsempfindungen getroffen. Deswegen ist die Online-Welt eine Welt der jungen Menschen für junge Menschen.“, so die These von Daniel Telaar, Head of Concept bei Razorfish Healthware, nachzulesen im Leitartikel „Das volle Leben“ der Ausgabe 02/2014 von Lead Digital.

Ja, da ist was dran. Zwar sind längst die sogenannten Best Ager als zahlungskräftige und  -willige Klientel ausgemacht, die mit Macht ins Netz drängt. Merkliche Zuwächse bei der Internet-Nutzung sind insbesondere bei Personen ab 50 Jahren zu verzeichnen, die höchsten Zuwachsraten gibt es im Alter zwischen 60 und 69 Jahren, während die der 14 – 49-Jährigen stagnieren – allerdings auf sehr hohem Niveau. Je oller desto doller – bei der Netznutzung der Älteren trifft das zu. Und dennoch werden die Älteren im Digitalmarketing nicht wirklich beachtet.  

Im Netz verhält es sich damit nicht anders als im wirklichen Leben. Auch hier tut sich die Werbeindustrie schwer mit der zwar lukrativen, aber kapriziösen Zielgruppe, die sich nur schwer in die üblichen Zielgruppensegmente einteilen lässt.  Die Älteren gelten als besonders kritisch, werbeerfahren und anspruchsvoll, was die Ansprache mit den üblichen Mitteln schnell ins Leere laufen lässt. So lösen zum Beispiel laute Headlines und schrille Farben in der Regel einen sofortigen „Ignore“-Effekt aus.

Wie also lautet der Zauberspruch, um die über 50-Jährigen zu begeistern und an sich zu binden? Um es gleich vorwegzunehmen: den gibt es nicht! Aber es gibt ein Bündel von Maßnahmen, die es leichter machen, mit dieser kaufkräftigen Zielgruppe in Kontakt zu kommen. Dazu muss man allerdings bereit sein, sich ein wenig mit der Erlebenswelt der Best Ager auseinanderzusetzen. Immerhin besetzt inzwischen die Generation „Woodstock“ die oberen Ränge der Alterspyramide. Sie fühlen sich aber durchaus nicht alt, sondern im Schnitt 10 – 15 Jahre jünger als ihr biologisches Alter. Obwohl sie über ein beachtliches Konsumpotenzial verfügen – im Schnitt liegt das monatliche Haushaltsnettoeinkommen bei 2.200 Euro – werden sie nach wie vor „unterschätzt und mit Defiziten und abfälligen Klischees gegeißelt“ (Lead Digital); gut zu beobachten am Beispiel des 50+ Active & Healthy Living-Stores von Amazon USA, wo konsumwillige Silversurfer gleich auf der Startseite mit den Themen „Health Care“, „Medical Supplies“ und sogar „Incontinence“ konfrontiert werden.

„Die Dechiffrierung der Welt der älteren Mitbürger steht an“, meint die Autorin des Lead Digital-Artikels Kerstin Mattys und zitiert nochmals Daniel Telaar: „Es geht darum, ihre Eigenheiten anzuerkennen, sie ernst zu nehmen und dabei den Fokus nicht zu sehr auf das Alter zu legen, sondern auf Lebensstile und Lebenseinstellungen – und daraufhin zu segmentieren.“ So richtig die Aussage ist, so schwierig ist sie umzusetzen. Marketeers mit Mitte 30, die ihre aufgeregte Facebook-Whatsapp-Twitter-Welt für unverzichtbar halten, können sich kaum vorstellen, dass eine von vielfältigen Erfahrungen geprägte Lebenswelt der Älteren auch ganz gut ohne auskommen kann und dass eher ganz pragmatisch abgewogen wird, ob und wie sich die modernen Tools für den eigenen Mehrwert einsetzen lassen.

Das ReifeNetzwerk sieht sich als Mittler zwischen diesen Welten. Hier ist nicht nur ein vielfältiges handwerkliches Know-how mit dem speziellen Blick auf die Wünsche und Erwartungen der Silver Surfer vorhanden. Die Partner des Netzwerks zeichnet darüber hinaus vor allen Dingen eines aus: altersmäßig auf Augenhöhe mit der verheißungsvollen Zielgruppe zu sein.

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