Senior sells!

Einen unglaublichen Hype hat Deutschlands führende Werbeagentur Jung von Matt mit dem schrägen „Supergeil“-Video für Edeka ausgelöst. Bisher wurde der erst vor wenigen Tagen ins Netz gestellte Clip mehr als 1,8 Mio. mal abrufen und zählt damit schon jetzt zu den erfolgreichsten Werbekampagnen Edekas:

Supergeil

„Das Video ist eine musikalische Begegnung mit den Eigenmarken von Edeka”, sagte eine Sprecherin. „Ziel war es, die Vielfalt der Edeka-Eigenmarken auf humorvolle Art an ein jüngeres Publikum zu kommunizieren”, erklärte sie.

Protagonist der Video-Serie ist der 58-jährige Berliner Schauspieler Friedrich Liechtenstein, dem es dank seines Kult-Status, der sich bislang allerdings überwiegend auf Berlin beschränkte, und trotz seines etwas fortgeschrittenen Alters gelungen ist, genau dieses Ziel zu erreichen und besonders das Interesse einer jüngeren Zielgruppe auf die Supermarktkette zu lenken.

Das Video sei Teil der aktuellen Edeka-Eigenmarkenkampagne. „In der nächsten Woche starten im Rahmen dieser Kampagne der neue TV-Spot sowie begleitende Maßnahmen im Print- und Online-Bereich”, sagte die Sprecherin.

Wer nicht genug davon bekommen kann: hier gibts mehr …

Ministerin Schwesig für Senioren nicht zuständig?

Ministerin SchwesigIst Manuela Schwesig nur für das Thema „Familie“ im Amt? Sind die anderen Themen, insbesondere „Senioren“, für sie bestenfalls Prio 2? Zu diesem Eindruck kann kommen, wer die jüngsten Pressemitteilungen und Meldungen unter der Rubrik „Aktuelles“ aus dem Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verfolgt.

Sucht man auf der Webseite des Ministeriums ganz neutral nach „Meldungen“, so stellt man erstaunt fest, dass alle knapp 80 Treffer seit Amtseinführung der neuen Ministerin am 17.12.13 dem Bereich „Familie“ zugeordnet sind. Dies mag ein vorübergehender Ausdruck einer neuen Kategorisierung sein, die noch im Umbruch ist. Doch die dort angesprochenen Themen sind in der Tat sehr „familienlastig“ – Themen zu Senioren finden sich da jedenfalls gar nicht.

Gleiches gilt für die 6 Pressemitteilungen des BMFSFJ bis 12.2.14. Einziger Bereich bisher: „Familie“. Liest man die Inhalte, dann geht es oft um Kinder, um kinderlose Paare sowie um Chancengleichheit von Frauen und Männern. Alles wichtig und berechtigt – aber Senioren kommen nicht vor.

Bei Frau Schröder (17. Legislaturperiode) war das anders: knapp 145 Meldungen und PM zum Thema „ältere Menschen“. Unter Frau von der Leyen (16. Legislaturperiode) kam das BMFSFJ auf 107 PM und Meldungen zu dem Thema. Beide Ministerinnen hatten sich dabei den Senioren schon früh in ihrer Amtszeit zugewandt.

Ministerin Schwesig hat ihre 100 Tage noch nicht hinter sich, mit Kritik soll man also vorsichtig sein. Und es mag durchaus sein, dass sie es mit Obama hält: „The best is yet to come.“ Aber ein wenig Sorge bereitet die bisherige thematische Schieflage schon. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, die Ministerin verschiebe hier bewusst und engagiert die Prioritäten. Das ist für die negativ betroffenen Gruppen immer schlecht. Doch angesichts des demografischen Wandels (auch wenn manche(r) das Wort schon nicht mehr hören mag) ist es auch für unser Land mehr als bedenklich.

Hoffen wir also, das dies alles nur ein unrepräsentativer, schiefer erster Eindruck ist, der schnell vergeht. Aber ein aufmerksames Auge werden wir nun schon drauf haben.

E-Commerce 50+: Vertrauen ist gut …

Senior bezahlt mit Kreditkarte im Internet… Kontrolle ist besser – möchte man spontan ergänzen. Aber das ist im Internethandel nicht immer so einfach. Insbesondere nicht für ältere Semester, die sich ohnehin erst zögerlich mit dem Einkaufen im Internet vertraut machen – berichtet Lead Digital in der zweiten Ausgabe der Miniserie „Ältere Zielgruppen“ (Heft 03/2014). Zu unübersichtlich ist in den meisten Fällen die Benutzerführung und zu groß die Angst, mit einem schnellen Klick etwas auszulösen, was möglicherweise nicht wieder rückgängig zu machen ist. Schon das Anlegen eines Accounts, bei dem in der Regel ellenlange AGB zu akzeptieren sind, stellt für viele Ältere gefühlt eine unüberwindbare Hürde dar. Ganz zu schweigen vom Payment, welches üblicherweise vorab durch Bankeinzug, Kreditkarte oder Online-Dienste zu leisten ist. Weiterlesen

Das Internet: Eine Welt der Jungen für Junge?

IMG_0116„Das gesamte Online-Business ist hauptsächlich von der jungen Generation gestaltet. Silver Surfer sind auf diesem Feld kaum beruflich tätig. Trotz Mafo werden die meisten Marketingentscheidungen immer noch nach eigenen Präferenzen, Vorlieben, Vorstellungen, Schönheitsempfindungen getroffen. Deswegen ist die Online-Welt eine Welt der jungen Menschen für junge Menschen.“, so die These von Daniel Telaar, Head of Concept bei Razorfish Healthware, nachzulesen im Leitartikel „Das volle Leben“ der Ausgabe 02/2014 von Lead Digital.

Ja, da ist was dran. Zwar sind längst die sogenannten Best Ager als zahlungskräftige und  -willige Klientel ausgemacht, die mit Macht ins Netz drängt. Merkliche Zuwächse bei der Internet-Nutzung sind insbesondere bei Personen ab 50 Jahren zu verzeichnen, die höchsten Zuwachsraten gibt es im Alter zwischen 60 und 69 Jahren, während die der 14 – 49-Jährigen stagnieren – allerdings auf sehr hohem Niveau. Je oller desto doller – bei der Netznutzung der Älteren trifft das zu. Und dennoch werden die Älteren im Digitalmarketing nicht wirklich beachtet.   Weiterlesen