Unglaublich: die Autokäufer werden älter!

130416 Senioren im AutoFokus online berichtet von einer Sensation: deutsche Neuwagenkäufer werden immer älter! Diese überraschende Erkenntnis hat eine Forschungsgruppe rund um Professor Ferdinand Dudenhöffer an der CAR Universität Duisburg Essen herausgearbeitet.

Nach der Studie ist der durchschnittliche Neuwagenkäufer 52 Jahre alt, bei Mercedes sogar 56, bei SEAT (jüngste Käufergruppe) auch immerhin schon 44 Jahre.

Doch was ist daran eigentlich überraschend? Die Entwicklung selbst kann es nicht sein, denn wenn eine ganze Nation kaum etwas Wichtigeres als Autos kennt und dabei immer älter wird, wäre nur das Gegenteil verblüffend. Wie sollen denn die Autokäufer nicht älter werden, wenn das Durchschnittsalter generell steigt?

Die eigentliche Überraschung – ist die Überraschung über diese Entwicklung. Da haben nämlich anscheinend einige “den Schuss nicht gehört”, wie man so sagt. Das weiß man doch seit Jahren! Die Menschen, die in 2 Jahren als Rentner ein Auto kaufen, sind doch alle schon längst geboren, ausgebildet und gesettled in Lohn und Brot. Viele Trends können einen überraschen, aber wieviele 65-Jährige es 2015 geben wird, das kann jeder mit Hauptschulabschluss ausrechnen.

Eine Ursache für diese “Altersblindheit” einer ganzen Manager-Generation kann man in dem Artikel erahnen. Da wird der Trend nämlich als “Vergreisung” bezeichnet. Vergreisung? Sind 65-Jährige Greise? Manche “Geistes-Teenies” sehen es vermutlich so.

In Worten wie diesem und den dazugehörigen Bildern in den Köpfen liegt der Schlüssel für die mangelnde Beachtung der automobilen Anforderungen eines Großteils der deutschen Bevölkerung. Greise passen eben nicht zu den gestylten Models und in die futuristischen Welten des modernen Automobilmarketings.

Der Smart etwa ist bei Senioren recht beliebt, u.a. weil man da recht hoch sitzt und leicht ein- und aussteigt. Aber gezeigt werden in der Werbung nur junge Menschen.

“Wir dürfen nicht die Kommunikations-Zielgruppe mit der Absatz-Zielgruppe verwechseln!” sagt man zu diesem Mismatch unter Fachleuten. “Zeigen müssen wir Junge, kaufen sollen dann die Alten.”

Doch diese raffinierte Dialektik scheitert meist in der Praxis, ein Grund: Marketing Manager sind auch nur Menschen. Sie können sich nicht so mal eben befreien von den dominanten Bilderwelten ihrer eigenen Werbung und Kommunikation, in denen sie sich täglich bewegen. Diese Bilder hängen an den Wänden der Büros und Meetingräume, flimmern auf Bildschirmen, liegen auf den Schreibtischen.

Und in diesem massiv konditionierenden Umfeld sollen sie – schnipps – umschalten auf die Anforderungen der wirklichen, der senioren Kundschaft? “Ich plan doch kein Auto für meinen Opa!” Allseitiges Nicken. Niemand will sich die Karriere mit dem Image des Greisen-Marketiers versauen.

Aber ist das nicht zwangsläufig so, muss die Werbewelt nicht immer etwas schöner sein als die wirkliche? Schöner okay – aber nicht diskriminierend! Dass das durchaus geht zeigen die Amerikaner. Amazon etwa hat sich in den USA auf die Kommunikation mit der Zielgruppe 50+ eingestellt – sicher nicht aus Idealismus.

In Deutschland bleiben hingegen noch viele sinnvolle Entwicklungen für die wirklichen Kunden ungeliebt belächelt, werden angesichts chinesischer Absatz-Booms immer wieder auf Prio-2 gesetzt und verstauben in Schubladen.

Dabei gäbe es schon allein rund ums Auto viele seniore Fragen, die auf eine Antwort warten, hier nur ein paar Beispiele:

  • Wie kann der vom gehobenen Firmenwagen verwöhnte, ausscheidende Manager auf seinem mobilen Standard gehalten werden, so dass er gegenüber Nachbarn und Freunden nicht “auto-sozial abrutscht”?
  • Wie können die Helligkeit und Farben der leuchtenden Anzeigen und Bedienelemente so flexibilisiert werden, dass sie auf unterschiedliche Augenanforderungen eingestellt werden können? Nicht jeder kann z.B. nachts rot auf blau gleich gut erkennen.
  • Wie muss das Auto für den Senior aussehen, dass sich auch die Seniorin sicher und gern damit bewegt? Viele Frauen müssen alleine deshalb ans Steuer, weil bei ihrem männlichen Partner die Fahrtüchtigkeit immer weniger gegeben ist.
  • Wie sieht das ideale Senioren-Auto aus, in dem auch Enkelkinder sicheren Platz finden? Immer häufiger werden die 4-8-Jährigen für einige Tage den Großeltern überlassen oder müssen an manchen Tagen von Oma zur Kita oder Schule gebracht werden.

Wir bei Das Reifenetzwerk beschäftigen uns mit solchen Fragen – und ihren Antworten. Wir verstehen die Zielgruppe 50plus und wissen, wie man mit ihr kommuniziert. Kontaktieren Sie uns für einen unverbindlichen Austausch!

  • Ihnen hat dieser Artikel gefallen? Dann teilen Sie ihn bitte mit Anderen, via Mail oder via die sozialen Netze.
  • Sie wollen keinen Artikel unseres Blogs verpassen? Dann folgen Sie uns einfach auf twitter: @reifenetzwerk ist da unser Name. Auf twitter stellen wir jeden Beitrag noch einmal kurz vor.
  • Oder werden Sie Fan von Das ReifeNetzwerk auf Facebook
  • Und registrieren Sie sich am besten auch gleich hier auf dieser Blogseite (rechts oben) für unseren Newsletter. Alle 2-3 Monate fassen wir unsere wichtigsten Artikel in einer Sonderausgabe noch einmal zusammen.

 

Print Friendly

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>