Telekom erkundet neues Geschäftsfeld für Senioren

Dach-Zentrale-Flagge-1Zum 1. Februar steigt die T-Systems International, eine Tochter der Deutschen Telekom, in ein für sie völlig neues Geschäftsfeld ein. Im Verbund mit der AOK Rheinland/Hamburg will sie sich als Gesundheitsdienstleister positionieren und startet dazu im niederrheinischen Goch ein Pilotprojekt, bei dem mehrere Ärzte und Apotheken sowie ein Sanitätshaus über eine Kommunikationsplattform verbunden sind. Senioren soll es via eines einfach zu bedienenden Videotelefonie-Systems ermöglicht werden, sich mit diesen Anbietern zu vernetzen. Auch Angehörige können sich ein solches Gerät bestellen, um so einfach den Kontakt von Angesicht zu Angesicht zu halten.

Das Produkt heißt Vitalig. Es ist ein einfach zu bedienendes Videotelefonie-System und wurde explizit für Senioren entwickelt, die bisher keine Erfahrungen mit Computern hatten. Für sie wurde ein All-in-One-PC mit Touchscreen so konfiguriert, dass er alleine als Plattform für das Kommunikationssystem dient. Andere Anwendungen sind damit nicht möglich, auch normale Telefongespräche lassen sich mit dem System nicht führen.

Laut Axel Wehmeier, Leiter des strategischen Geschäftsbereichs Gesundheit bei der Deutschen Telekom, soll die bewusste Reduzierung auf die wesentlichen Funktionen helfen, die Hemmschwelle für Senioren zu senken. Zukünftig sollen auch Client Lösungen für Smartphones und Tablet-PCs angeboten werden, so dass die Neuanschaffung von Hardware entfallen kann, wenn diese Geräte bereits vorhanden sind. 

Nutzer müssen lediglich den Bildschirm berühren, um verschiedene Schaltflächen zur Kommunikation mit den Dienstleistern oder angeschlossenen Familienmitgliedern zu erreichen. Über ein rudimentäres Shop-System ist die Bestellung von Waren bei den angeschlossenen Dienstleistern möglich. Es ist geplant, später weitere Anbieter einzubinden, die den Kunden ihre Ware ins Haus liefern.

Für die Telekom bietet das Projekt die Möglichkeit, bei den Kunden nicht nur als Lieferant von Telekommunikationsleistungen wahrgenommen zu werden. Ziel ist es, möglichst ein Rundum-Angebot für Senioren zu schaffen.

Die AOK ist zudem an möglichen Kosteneinsparungen interessiert. Eine gesundheitliche Versorgung im eigenen Heim ist gegenüber einem Platz im Pflegeheim deutlich günstiger.

Ein Konferenzsystem alleine hilft jedoch kaum einem Senioren, wichtig ist auch eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Infrastruktur. Deshalb wurde die Stadt Goch für dieses Pilotprojekt ausgewählt, da dort bereits viele Dienstleistungen für Senioren angeboten werden.

Voraussetzung für die Teilnehmer ist ein Breitband-Anschluss mit mindestens sechs Megabit pro Sekunde. Da jedoch gerade in ländlichen Orten der Bedarf für Hilfssysteme für Senioren hoch ist, will der Konzern in Zukunft die Lösung auch für den Betrieb über die neue Funktechnik LTE aufrüsten.

Das Engagement der Telekom zeigt, dass ein Markt erkannt wurde, der in Zukunft rasant wachsen wird. Für Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, im Geschäftsfeld 50plus Lösungen zu entwickeln, um sich in diesem zukunftsträchtigen Markt rechtzeitig zu etablieren.

via Heise

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