Silver-Mobilfunk = goldene Potenziale

Mit Silver-Mobilfunk bezeichnen wir hier die mobile Telefonie der Senioren-Generation. Dazu gibt es eine neue Studie von Deloitte: hier das lesenswerte Original in deutscher Sprache und für den deutschen Markt.

Die Studie definiert Senioren als Generation 55+, für eine einfache Schreibweise wollen wir hier von G55+ sprechen.

Wesentliche Erkenntnisse aus der Studie sind:

  • G55+ = 26 Mio Mobilfunk Nutzer
  • Seit 2011 ist G55+ die Altersgruppe mit den stärksten Zuwächsen (+225%, alle anderen zwischen +45% und +70%)
  • Bei Email, Suchfunktionen, Navigation, Banking kaum Unterschiede zu anderen Altersgruppen bzgl. Intensität / Häufigkeit der Nutzung. Deutlich niedrigere Nutzung durch G55+ hingegen bei Shopping, Social Media, Video-Streaming.
  • Niedrigeres Kaufinteresse an Smartphones und Tablets, höheres an “normalen” = Standard-Handys
  • 3 Subsegmente in G55+
    • Aktive = 8 Mio
    • Pragmatische = 12,5 Mio
    • Passive = 6 Mio
  • Kriterien für Anbieterwechsel
    • Preise für G55+ weniger wichtig als den anderen Altersgruppen
    • Qualität ungefähr gleich wichtig
    • Service und Support deutlich wichtiger für G55+
  • Zitat: “Das Segment der älteren Mobilfunknutzer ist heterogen, entsprechend divers sind die Anforderungen an Endgeräte und Serviceangebote.

Neben den statistischen Ergebnissen zeigt die Studie auch diverse Ansatzpunkte für spezifische Leistungen, Bündelungen von Services und innovative Angebote auf und ist so eine Ideenfundgrube für alle Produkt- und Marktentwickler in diesem Segment.

Lobenswert ist auch der Ansatz, die Gruppe 55+ als eine heterogene darzustellen und zumindest 3 Subsegmente zu definieren. De facto ist der Markt zwar noch vielfältiger, aber schon die Dreiteilung erlaubt aufschlußreiche Darstellungen, was dem einen Subsegment gut, dem anderen aber auf keinen Fall angeboten werden kann.

Beispiel: Erreichbarkeits-Service, integrierte Notruf-Dienst oder spezielle Senioren-Geräte. Sie sind alle sehr sinnvoll für “Passive”, aber als Angebot unattraktiv bis abschreckend für “Aktive”.

So kommt die Studie zu dem klaren und richtigen Ergebnis: Nur differenzierte Angebote versprechen Erfolg. Leicht werden es also die Entwickler und Vermarkter hier nicht haben, aber es winken erhebliche Potenziale.

Erst ganz zum Schluß erliegen die Autoren noch ein wenig der Senioren-Romantik, die sie lange erfolgreich vermieden haben. Senioren brauchen das Handy nicht – sei es Smart, Standard oder irgendetwas Seniorenspezifisches -, um sich jung zu fühlen, sondern schlicht um ihren Alltag zu bewältigen!.

D.h. sie brauchen und benutzen es, wie jeder andere auch, nur ist der seniore Alltag eben anders – und Vielen leider unverständlich. Gute Produkte für Senioren werden darum von Menschen entworfen, die sich mit diesem Alltag auskennen. Nochmal eine kleine Streicheleinheit, damit sich Opa jung fühlt? Der falsche Marketing-Approach!

Richtig ist, wie immer im Marketing: eine gute Lösung für einen erkannten Bedarf. Zu dieser Erkenntnis trägt die Deloitte Studie ohne Zweifel bei.

Die Zitate und Fakten haben wir gefunden in:
Deloitte-Analyse, basierend auf den Ergebnissen des
Deloitte Global Mobile Consumer Survey 2012
Quelle: Deloitte

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