Warum RTL an die „Best Ager“ ran will.

Die ARD weiß es, das ZDF weiß es schon lange und auch das ReifeNetzwerk wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen: Es gibt eine – zwar schon immer vorhandene, aber bisher sträflich vernachlässigte – agile und kaufkräftige Zielgruppe jenseits des Standards der 14-49 Jährigen. Das hat nun auch die Mediengruppe RTL erkannt und hat die 20-59 Jährigen zu ihrer Kernzielgruppe ernannt (wir berichteten).

Wie es zu dieser Abwendung von einer Zielgruppendefinition kam, die jahrelang wie in Stein gemeißelt schien, und was sich RTL davon verspricht, erklärt Matthias Dang, stellvertretender Geschäftsführer IP Deutschland, dem Werbezeitenvermarkter von RTL, in einem Interview mit der WELT: „Da steckt Geld, die Leute sind sehr aktiv und auch im Kopf junggeblieben.“

Von der ehemaligen Zielgruppe 14-49 will er nichts mehr wissen: „Bislang investierte die Industrie 70 bis 80 Prozent ihrer Budgets in diese Gruppe, die ihrerseits in zahllose Subgruppen zerfällt. Seitens der Kunden wurden die Produkt- und Kampagnenzielgruppen aber immer mehr nach oben ausgeweitet, erst bis zu den 54-Jährigen und dann bis zu den 59-Jährigen. Das war ein schleichender Prozess.“

Und er ist sich sicher, dass andere Sender seinem Beispiel folgen werden, auch wenn die ProSiebenSat.1-Gruppe erklärt hat, bei 14/49 bleiben zu wollen: „Wir haben das Thema jetzt mit drei Jahren Vorlauf angeschoben und sind damit nicht allein. Die ARD-Werbetochter, Tele 5 und Sky weisen 20/59 ebenfalls schon aus. Dem demographischen Wandel kann sich keiner entziehen, aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Zielgruppe etabliert.

 

Immer mehr Rentner arbeiten

Elektriker im RentenalterAm 28.08. wurde in den Medien berichtet: Immer mehr Rentner arbeiten… 760.000 Ruheständler üben einen Mini-Job aus und 150.000 sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Jahr 2.000 waren es nur 280.000 Minijobber und 80.000 regulär angestellte Senioren.

Seit die Zahlen veröffentlicht wurden, melden sich Sozialverbände, Politiker, Gewerkschaften und natürlich auch die Medien zu Wort…. jeder versucht die Zahlen für sich zu nutzen. “Altersarmut”, “Rente mit 67″, “Leistungsfähigkeit der Älteren” sind die häufigsten Überschriften. Spannend finde ich die Äußerung von Ulrike Macher, Präsidentin der Sozialverbandes VdK: “Rentner arbeiten, um den Enkeln auch mal 10 EUR zuzustecken.” Dagegen sieht Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft den Hauptgrund darin, dass sich ältere Menschen noch fit fühlen und arbeiten wollen.

Aus meiner Sicht werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Vor 10 Jahren waren weniger Menschen im Rentenalter. Fakt ist, dass die Renten in den letzten Jahren immer wieder gesunken sind. Aber in den letzten Jahren wurde die private Vorsorge auch immer weiter gefördert. Rentner heute leben nicht nur von der gesetzlichen Rente. Sie haben auch weitere Kapitaleinkünfte.

Spannend wäre es zu wissen, wieviel Prozent der 64-bis 75-Jährigen arbeitet. Und wenn es mehr sind als im Jahr 2000, dann hat sicher jeder einen ganz eigenen Grund – daraus politische und gesellschaftliche Forderungen abzuleiten, halte ich ohne weiteres Zahlenmaterial für unseriös.

Was meinen Sie? Freue mich auf Kommentare.

Oh, wer hätte das gedacht: Frauen zwischen 45 und 70 Jahren wollen ganz normal aussehen!

Eine neue Untersuchung hat ergeben: Frauen zwischen 45 und 70 wollen weder bunt noch grau sein … sie tragen was ihnen gefällt. Welch’ Überraschung … es wurden 40 Frauen befragt – nicht wirklich viel für eine repräsentative Umfrage. Aber alle sagen wohl unisono: Sie wissen, was ihnen steht.

Aus meiner Sicht eine völlig überflüssige Meldung: Frauen mit mehr als 40 Jahren Kauferfahrung brauchen niemanden mehr, der ihnen sagt, was gerade „in“ oder „out“ ist … schön, dass auch ein Kaufhaus dieses entdeckt. Aber was ist mit den Männern?

Und wer bringt dieses Erkenntnis auch den Verkäufern und Verkäuferinnen bei?

Das ReifeNetzwerk schult auch Mitarbeiter! Damit auch Menschen über 50 Spaß haben beim Einkaufen …

Terminankündigung: Fachkräftemangel – wer arbeitet heute und morgen in sozialen Insitutionen?

Kurzmitteilung

Terminankündigung: Fachkräftemangel – wer arbeitet heute und morgen in sozialen Insitutionen?

Tagung zum Fachkräftemangel in den Branchen Jugend- und Behindertenhilfe, Elementarpädagogik, Pflege/Altenpflege. Bestandsaufnahme, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten. Best practise Beispiele und Expert/innen – Input.

28. September 2012 , 10:00 Uhr - 15:30 Uhr, Leibniz Universität Hannover
Programm und Anmeldemöglichkeit

Und es geht doch ….. endlich mal Gutes!

Hallo, hier ist mal wieder Käthe, eigentlich spreche ich ja immer Missstände an. Und schreibe auf, worüber ich mich ärgere und was Unternehmen aus meiner Sicht ändern sollten. Heute möchte ich Ihnen viel Positives berichten. Ich war ein paar Tage an der Ostsee. Dort funktioniert ein wunderbares Miteinander von Alt und Jung. Die Unternehmen und die Verantwortlichen am Ort haben die Bedürfnisse der Urlauber verstanden. Zugänge zum Strand, die so angelegt sind, dass man sie mit dem Kinderwagen genauso nutzen kann wie mit dem Rollator. Auch sind alle Fußwege so gebaut, dass man keine Hindernisfahrt machen muss. Die Restaurants haben sich auf alle Gäste eingestellt. Es gibt von den meisten Gerichten kleinere und größere Portionen (auch Kindern wollen nicht immer den obligatorischen Kinderteller mit Pommes und Fischstäbchen). Das Unterhaltungsprogramm bietet für alle Altersklassen etwas. Und worüber ich mich sehr gefreut habe: In den Läden und Restaurants waren junge, mittelalte und auch ältere Mitarbeiter beschäftigt. Alle waren nett und freundlich. Und konnten Fragen kompetent beantworten. Es geht doch! Wenn ein funktionierendes Miteinander im Kleinen klappt – dann habe ich auch noch Hoffnung, dass es auch im Großen klappt!

Kennen Sie auch gute Beispiele? Ich freue mich auf positive Meldungen!

Ältere Arbeitnehmer – weniger leistungsfähig? Ein Mythos!

Am KopiererArbeitnehmer sind so alt wie nie zuvor in Deutschland – Tendenz steigend.  Zu Beginn der 1990er Jahre waren knapp 44 Prozent der Erwerbspersonen über 40, heute sind es bereits 58 Prozent. Damit wächst die Sorge: Wird die deutsche Wirtschaft durch die Alterung ihrer Belegschaften Produktivität und Innovationskraft einbüßen, weil Ältere weniger leistungsstark und kreativ sind?

„Nein“, sagt Volkswirt Joachim Möller im aktuellen Beitrag seiner regelmäßigen Kolumne auf KarriereSPIEGEL und räumt damit mit einem Mythos auf, auf den auch unser Autor Peter Apel in seinem Manifest hingewiesen hat. „Ältere können nicht nur mithalten, sondern auch ausstechen.“ Zwar nimmt die sogenannte fluide geistige Leistungsfähigkeit tendenziell mit dem Lebensalter ab – das heißt, Ältere verfügen über weniger Kapazität, sich auf neue Aufgaben einzustellen, sie können schlechter irrelevante Informationen wegfiltern und sie haben mehr Schwierigkeiten, sich in neuen Situationen adäquat zu verhalten.

Andererseits ist die höhere Berufs- und Lebenserfahrung der Älteren zweifellos produktivitätsfördernd. Der Rückgriff auf den gespeicherten Erfahrungsschatz ist vorteilhaft bei der Problemlösung im betrieblichen Alltag. Ältere sind meist schon länger im Betrieb, sie kennen die Abläufe genau. Ihr Qualitätsbewusstsein ist im Schnitt höher und sie arbeiten präziser.

Für Unternehmen sind ältere Mitarbeiter deshalb keinesfalls ein Wettbewerbsnachteil – im Gegenteil. Entscheidend ist, Alterung als Prozess zu begreifen. Eine betriebliche Strategie, die erst dann gegensteuert, wenn Defizite auftreten, ist verfehlt. Die geistige und körperliche Fitness im Alter ist das Resultat eines lebenslangen Prozesses. Es kommt zudem auf das richtige Maß bei den Anforderungen an: Unterforderung erweist sich als ebenso schlecht für die Produktivität wie Überforderung.

Die Sorge vor einer automatisch nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft aufgrund alternder Belegschaften ist also unbegründet. Es ist ohne weiteres möglich, die Beschäftigungsfähigkeit und Innovationskraft bis ins höhere Alter zu erhalten. Man muss aber einiges dafür tun.

Wie der Weg zu nachhaltigerer Wettbewerbsfähigkeit in einer älter werdenden Volkswirtschaft erfolgreich eingeschlagen werden kann hat Das Reifenetzwerk in seinem Programm “VALUE Protection” vorgestellt. Wir sind überzeugt, dass die wesentlichen Impulse aus den Unternehmen kommen müssen, von den Führungskräften wie von der Belegschaft – über alle Altersgruppen hinweg. Richtig aufgesetzt und intern kommuniziert ist das ein Win-Win-Programm!

Quelle: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/a-850666.html

Best Ager erkennen sich in der Werbung wieder.

In den Augen von Senioren entspricht die Art und Weise, wie ihre Zielgruppe in der Werbung präsentiert wird, immer stärker der Realität.

Dies ergibt eine exklusiv für die Fachzeitung HORIZONT (Deutscher Fachverlag) durchgeführte, repräsentative Umfrage. So geben rund 42 Prozent der über 50-Jährigen an, dass sie die Darstellung von Senioren in der Werbung als realitätsnah empfinden, im Vorjahr waren es nur etwa 34 Prozent.

Zudem sind mittlerweile 53 Prozent der Best Ager eher überzeugt davon, dass vermehrt auch Produkte für Senioren beworben werden. Letztes Jahr teilten lediglich rund 44 Prozent diese Ansicht. Bezüglich der Darsteller in Werbespots denkt insgesamt fast die Hälfte aller Befragten, dass die Testimonials in Werbekampagnen immer stärker älteren Jahrgängen angehören.

Digitale Werbeformen bleiben der Zielgruppe 50plus fremd: Je älter die Befragten, desto geringer das Interesse an digitalen Anzeigen. Die traditionelle Werbung schneidet hingegen laut Umfrage in allen Altersklassen gut ab. Insbesondere stieg im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der Verbraucher ab 50 Jahren, die Werbung als interessant empfinden (von 27,5 auf 31,2 Prozent). Doch geben trotz höherer Werbeaffinität noch etwa 70 Prozent der Senioren an, dass Produktwerbung sie nicht zum Kauf anregt.

Durchgeführt wurde die repräsentative Befragung vom Frankfurter Link Institut für Markt- und Sozialforschung im Juli 2012 unter 1.000 Personen ab 14 Jahren. Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht HORIZONT im Report „Zielgruppe Best Ager“ in der Ausgabe 33/2012 am heutigen Donnerstag, den 16. August 2012.

Originaltext: Horizont Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/35681 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_35681.rss2
Foto: creativ collection

Unser Kommentar: Die „Senioren“ werden immer jünger. Nicht nur, dass sie sich in der Regel 10-15 Jahre jünger als ihr biologisches Alter fühlen. Sie wirken auch äußerlich dynamischer und fitter. Gut, dass sich die Werbeindustrie langsam von den althergebrachten Stereotypen verabschiedet und auf sich das neue Lebensgefühl der Älteren einstellt. Das kommt gut an!

Terminankündigung: AAL in Niedersachsen.

Kurzmitteilung

Terminankündigung: AAL in Niedersachsen. Gesundheitsstandorte – Technische Assistenzsysteme für Wellness, Fitness und Gesundheit
Am 19.10.2012 findet die 4. Fachtagung „AAL in Niedersachsen.“ des Forschungsnetzwerkes Medizintechnik im „Schlauen Haus“ in Oldenburg statt. Die Veranstaltung greift thematisch den Schwerpunkt der „Telemedizin“ in verschiedenen Anwendungen auf.

Zielgruppe 14-49 ist out

Wird ja auch Zeit: 14-49 ist out. Die anderen Sender und Magazine werden sicher nachziehen. Hoffentlich.

RTL, Vox, n-tv und Super RTL weisen ab 2013 die Einschaltquoten nur noch für die Zielgruppe der 20- bis 59-Jährigen aus – und folgen damit dem Tele-München-Sender Tele 5, der dies schon umsetzt und seit dem Frühjahr mit dem Thema um Kunden wirbt

Wie die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Dienstagsausgabe weiter berichtet, wollen dagegen die Sender der ProSiebenSat.1-Familie bei der bisherigen Referenzgruppe der 14- bis 49-Jährigen bleiben.

Tele 5 wirbt seit Monaten für 20 bis 59. (Motiv: Unternehmen)

Tele 5 wirbt seit Monaten für 20 bis 59. (Motiv: Unternehmen)

Die Details: Parallel weisen die RTL-Sender, die den Wechsel in der Referenzzielgruppe zusammen mit der Mediaagentur Zenithmedia angeschoben haben, bereits seit einiger Zeit die neue Zielgruppe aus. Matthias Dang, künftiger Chef des RTL-Vermarkters IP Deutschland, begründet den Sinneswandel – nach drei Jahrzehnten mit der Werbezielgruppe 14 bis 49 Jahre – gegenüber der „FTD“ mit der Alterspyramide. Die letzten geburtenstarken Jahrgänge der 60er-Jahre würden gerade aus der bisher verwendeten Werbezielgruppe der Privatsender herauswachsen. „Es wäre rückständig, die Referenzzielgruppe nicht an die Realität anzupassen“, so Dang.

Bereits im Jahr 2018 sollen nur noch 42 Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 49 Jahre rangieren, so die Berechnung der IP. 46 Prozent seien dann älter als 50 Jahre. „Konzentriert man sich nur auf die unter 50-Jährigen, schneidet man sich eine relativ wichtige Zielgruppe ab“, betont Stefan Graf, Leiter Sales & Services bei Tele 5. Es sei wichtig, sagt er dem Blatt, dass die Programmmacher die Zielgruppe über 50 kennen und zu erreichen versuchen.

Für ProSiebenSat.1 und ihren Vermarkter SevenOne Media bleibt dagegen 14 bis 49 Jahre „das Maß für die Leistung unseres Programms“, wie SevenOne-Lenker Thomas Wagner betont. Die „FTD“ rechnet vor, dass ProSieben größter Verlierer des Wechsels würde. Demnach hätte der Sender aus München im erste Halbjahr nach neuer Rechnung nur 8,2 statt 11,3 Prozent Marktanteil erreicht. Weiter heißt es, der größte Gewinner wäre mit 2,3 Prozentpunkten mehr das ZDF (das an der Verjüngung des Durchschnittszuschauers auf 61 Jahre arbeitet), gefolgt von der ARD. Um dennoch den Zuschauern jenseits der bisherigen Werbezielgruppe gerecht zu werden, setzt ProSiebenSat.1 auf einen Best-Ager-Kanal. Wie seit einigen Monaten bekannt ist, will Konzern-CEO Thomas Ebeling damit die kaufkräftigen Zuschauer zwischen 45 und 65 Jahren erreichen.

Quelle: werben und verkaufen