Wie jedes Jahr untersucht die Initiative D21 wer das Internet nutzt. Die aktuelle Studie zeigt das der größte Zuwachs in der Gruppen der 60- bis 69 jährigen und der Zielgruppe 70plus ist. 60,4 Prozent der 60-69 jährigen nutzt das Internet.
Wie jedes Jahr untersucht die Initiative D21 wer das Internet nutzt. Die aktuelle Studie zeigt das der größte Zuwachs in der Gruppen der 60- bis 69 jährigen und der Zielgruppe 70plus ist. 60,4 Prozent der 60-69 jährigen nutzt das Internet.
Den älteren Menschen geht es besser denn je. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Forsa-Studie »Altern in Deutschland«, die im Auftrag der Körber-Stiftung und dem Magazin stern durchgeführt wurde. Die Studie bestätigt einmal mehr, dass der vom ReifeNetzwerk geprägte Begriff der PEGGIs (steht für die Attribute Persönlichkeit, Erfahrung, Geschmack, Geld, Interessen) – auch wenn er sich bisher noch nicht durchgesetzt hat – die Generation(en) der über 50-Jährigen treffend beschreibt. Sie bilden sich weiter, reisen gerne und manche ergreifen noch neue Berufe.
Dabei gehen sie äußerst selbstbewusst durch die neue Lebensphase:
Die Studie kann heruntergeladen (direkter Download) werden unter: http://bit.ly/MTgfJ0
Die Verbrauchermarktkette real bietet einen neuen Service: Einmal die Woche werden Senioren (nach Anmeldung) mit einem Bus abgeholt und auch wieder (mit den Einkäufen) zurückgefahren. Eine echte Alternative zum “Lieferservice” wie ich finde. Schließlich wollen Senioren auch durch die Gänge schlendern und sich zum einkaufen inspirieren lassen. Manche Dinge können so einfach sein… Ein gutes Beispiel vielleicht auch für andere Supermärkte (auf dem Land)
Vier statt drei Generationen gibt es in unserer Gesellschaft: Die Altersgruppe der 55- bis 75-Jährigen lässt sich anhand ihrer Lebenswelt deutlich von jener der älteren Senioren unterscheiden. Belege dafür liefert das Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT). “Statt der Dreiteilung Jugend – Arbeitende – Pensionisten hat sich mittlerweile ’60 plus’ als neue dritte Generation etabliert. Sowohl Politik als auch Wirtschaft übersehen diese Gruppe jedoch”, erklärt IFT-Leiter Peter Zellmann gegenüber pressetext.
Die Rente dauert heute ein Jahrzehnt länger als 1970. Einerseits stieg die Lebenserwartung – Frauen haben mit 60 heute noch 25 statt zuvor 18 Jahre vor sich, Männer 21 statt 15, andererseits schob sich der Pensionsantritt um drei Jahre vor und liegt nunmehr bei 57 (Frauen) bzw. 59 (Männer). Was die Menschen mit dieser zusätzlichen Freizeitverhalten machen, hat Zellmann mit seinem Team durch eine Metaanlayse repräsentativer Umfragen aus den Jahren 2005 bis 2011 erhoben.
Ruhig sind “Silver Ager” nicht, zeigt ein Blick auf den Aktivitätslevel: 70- bis 74-Jährige betreiben im Schnitt 14,6 Freizeittätigkeiten regelmäßig, was die Forscher auf die verbesserte Gesundheit in dieser Altersgruppe zurückführen. Zum Vergleich: Im Mittel kommt der Österreicher auf 17,8 Freizeitaktivitäten, nur Jugendliche schaffen Spitzenwerte bis 21. Ab dem 80. Lebensjahr sinkt das Niveau allerdings auf 11,4 Aktivitäten.
Kommentar: Ich unterscheide in der Ansprache sogar 6 verschiedene Altersgruppen
50 bis 60 Jahre – ausgefüllte Menschen
60 bis 65 Jahre – Vor-Ruhestand
65 bis 70 Jahre – aktiver Ruhestand
70 bis 75 Jahre – gemütlicher Ruhestand
75 bis 82 Jahre – gelassener Ruhestand
82 bis 99 Jahre – genießende Senioren
Wobei das Alter nur eine “Hilfsgröße” ist – manche Menschen fühlen sich mit 80 wie 60 – aber andere auch umgekehrt.
Gemeinsame Reisen von Großeltern mit ihren Enkelkindern nehmen zu
Straß im Straßertale (ots) – Großeltern dürfen im Urlaub ihre Enkelkinder verwöhnen, das zählt zu den “Vorrechten” von “Oma und Opa.” Bei den 50plus Hotels gibt es spezielle
Oma-Opa-Enkel-Urlaubsangebote mit Verwöhnprogrammen – und diese Zielgruppe wächst. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FuR) aus Kiel hat 2006 festgestellt, dass 13 Prozent aller Reisen mit Kindern bis 13 Jahre in Begleitung von Personen über 50 Jahre waren. Die FuR-Experten prognostizieren für 2015 knapp 20 Prozent von Enkelkindern, die den Urlaub mit ihren Großeltern verbringen. “Für die Eltern ist dies eine Erleichterung”, so Hermann Paschinger, Obmann der 50plus Hotels Österreich, “und für die Enkel sind Großeltern eine Bereicherung, aber auch umgekehrt”. Wichtig sind gemeinsame Interessen, so Paschinger, “Spaß, Abwechslung und ja keine Langeweile sind Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Oma-Opa-Enkel-Urlaub”. Im Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen der Europäischen Union hat der Großeltern-Enkel-Urlaub noch eine zusätzliche Aktualität.
Kommentar: Na das ist doch eine neue Zielgruppenkombination, die auch für andere Branchen interessant sein könnte?
Am Wochenende hat mich eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP sehr beeindruckt. Jugendliche in USA sollen im Schulbus eine 68jährige “Aufpasserin” beleidigt herumgeschubst haben. Andere Schüler filmten die Übergriffe und stellten dieses ins Internet. Zusammen mit der Bitte, doch für eine Urlaubsreise der älteren Dame zu spenden! Bis FreitagAbend gingen 550.432 USD ein….
Sollte diese Geschichte nicht erfunden sein – isst doch ein toller Beweis, dass die schnelle Verbreitung von Nachrichten auch viel Gutes bewirken kann.
Hört oder liest man heute etwas zum Thema “Zielpersonen von Social Media”, dann scheint es sich bei den Senioren um hoffnungslos unerreichbare und darum auch getrost vernachlässigbare Fälle zu handeln.
Das Senioren-Alter beginnt für viele Marketing- und Mediaplaner mit 50 Jahren. Nicht jedem ist dabei vermutlich klar, dass diese Gruppe 50+ die größte “Kohorte” in Deutschland ist (verglichen mit den beiden anderen Kohorten “0-19 Jahre” und “20-49 Jahre”).
2012 sind 34,2 Millionen Personen mindestens 50 Jahre alt, das sind 42% der Bevölkerung. Und diese Gruppe wächst stetig: in 20 Jahren wird jeder zweite Bundesbürger zu ihr gehören.
Nichtwissen, Vorurteile, Ignoranz und vielleicht auch Berührungsängste verhindern immer noch, dass dieser schon jetzt dominante Teil der Bevölkerung im rechten Licht gesehen wird. Das betrifft gerade das Thema neue Medien und Social Media.
Es wird einem aber auch schwer gemacht, denn die verwendeten Begriffe sind vielfältig und oft auch schwammig: Die Segmentierungen nach sogenannten “Generationen” (50+, 55+, 65+ usf.) beruhen meist eher auf erhebungstechnischen Abgrenzungen als auf sachlichen Zusammenhängen und Generations-Gemeinsamkeiten. „Peggi“ (für P=Persönlichkeit, E=Erfahrung, G=Geschmack, G=Geld, I=Interessen) war gut gemeint, aber hat sich nicht durchgesetzt, „Golden Ager“, “Best Ager” und „Silver Generation“ weisen auf das wirtschaftliche Potenzial, aber sie romantisieren und verstellen so den Blick.
Die Statistiker helfen ebenfalls nicht. Das Statistische Bundesamt (von dem hier öfter die Rede sein wird), unterscheidet in seinen Publikationen z.B. nur sehr grob die Altersgruppen „45-64 Jahre“ und „65 Jahre und älter“, der (N)Onliner Atlas trennt in 10er-Blöcken (…,50-59, 60-69, 70+), andere machen wieder andere Schnitte.
Bei soviel Bezeichnungs- und Segmentierungs-Babylon fällt es in der Tat schwer zu vergleichen und ein klares Bild zu gewinnen.
Eine differenziertere und auch einheitliche Segmentierung der Personengruppe über 50 Jahre wäre indessen überaus wünschenswert, hier seien nur 2 Gründe aufgeführt:
In der aktuellen Mai-Ausgabe der Monatspublikation „Wirtschaft und Statistik“ des statistischen Bundesamts wird u.a. das Thema „Der Einsatz von Computer und Internet in privaten Haushalten in Deutschland, Ergebnisse der Erhebung 2011“ behandelt. Hier wird erkannt, dass der flächendeckende Einzug von Computer und Internet in den privaten Haushalten grosso modo stattgefunden hat, dass es aber auch noch Internet-Muffel gibt: „Es handelt sich dabei überwiegend um Einpersonenhaushalte, in denen Personen ab 65 Jahren leben. Die älteren Frauen sind dabei seltener mit Computer oder Internetzugang ausgestattet als die Männer in der gleichen Altersklasse.“
Zum Glück stellt das Statistische Bundesamt auch die Basisdaten dieser Untersuchung zur Verfügung. Zusammen mit weiteren Quellen kann man durchaus ein modifiziertes Bild zeichnen.
Lt doubleclick ad planner von Google sind immerhin 8% der der facebook Community in D zwischen 55 und 64 Jahre alt und 2 % 65 Jahre oder älter.
Es stimmt, “je älter desto offline“, aber die Senioren holen auf!
Gerade am „hinteren Ende“ sind die großen Potenziale, nicht einfach rechnerisch, sondern faktisch:
Und im europäischen Vergleich?
Während Deutschland in Sachen Internet-Nutzung in Europa meist einen unspektakulären Mittelplatz einnimmt – bei den Senioren liegt es im oberen Feld, in 2010 auf Platz 7: 41% der 65 – 74-jährigen in D waren Internetnutzer gegenüber 28% im EU-Mittel (Quelle: Sonderveröffentlichung des Statistischen Bundesamtes).
Und noch etwas wurde in dieser Untersuchung erkannt: „Wer das Internet aber erst einmal für sich entdeckt hat, ist häufig darin unterwegs. Von den 65- bis 74-jährigen Nutzern und Nutzerinnen waren 2010 im EU-Durchschnitt 62% „jeden bzw. fast jeden Tag“ online.“ (gleiche Quelle).
Besonders interessant ist, was die Senioren im Internet suchen und buchen.
Hier sind die Stichworte und Oberbegriffe mit den meisten Treffern, alles für die Zielgruppe 65+. Quelle ist wieder der Band 5/2012 aus der Reihe Wirtschaft und Statistik des statistischen Bundesamts.
Die von den Seniorinnen und Senioren online getätigten Umsätze überschreiten bald die Milliarden-Schwelle. Wer diese Klientel als Online-Abstinenzler abtut geht an wachsenden Teilen des Marktes vorbei. Aktive User von schon jetzt 4 Millionen Personen darf man nicht übergehen. Diese Klientel will umworben und angemessen (!!) im Internet adressiert und betreut werden.
Und Social Media wird hier zunehmend wichtig. Schon jetzt sind 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner auf den entsprechenden Portalen aktiv.
Fazit:
Internet-Muffel darf man die deutschen Seniorinnen und Senioren schon lange nicht mehr nennen. Nun erschließen sie sich auch die bisher den jüngeren vorbehaltene Domäne des Social Media. Statt sie als uninteressant abzustempeln, müssen Kommunikationsverantwortliche die Notwendigkeit einer zielgruppengerechten Ansprache der Generation 50+ gerade hier erkennen. Dabei muss man die Besonderheiten der Zielgruppe verstehen, ihre Bedarfe kennen und die Arten der angemessenen Ansprache beherrschen.
Die Senioren sind nicht verloren für Social Media, sie stehen am Anfang einer schrittweisen Erschließung, passend zu ihren Anforderungen, Wünschen, Einschränkungen und Bedürfnissen. Wer sie versteht, wird mit ihnen in interessante Dialoge treten können.
Es ist ganz klar: die Zukunft wird älter – das gilt gerade für facebook, twitter & Co!
Na das ist doch mal ein gute Idee: Ein TV Kanal für “Best-Ager” (leider wurde in der Ankündigung darauf verzichtet, diese Gruppe näher zu beschreiben). Da bin ich mal gespannt, wie sich das Programm zusammensetzt – und auch was wann gesendet wird….. Vielleicht bekommen dann die Öffentlich/rechtlichen ja noch ernsthaft Konkurrenz….. Aber auch die Mediadaten werden spannend…. denn auf die immer gern genannte “Werbe-relevante-Zielgruppe der 14-49jährigen” wird man wohl nicht zurückgreifen wollen….
Heute möchte ich ein, wie ich finde, tolles Projekt vorstellen: http://www.aupair-50plus.de/
Nach der Schule für eine Zeit ins Ausland – nur wenige haben sich den Traum erfüllt! Jetzt kann man sich diesen Traum auch noch in späteren Jahren erfüllen. Weltweit suchen Familien eine ältere Kinderbetreuung oder auch Gesellschafterinnen.
Ich wünsche den Machern viel Erfolg und den Teilnehmerinnen (es werden zur Zeit nur Damen “vermittelt”) ganz viel Spaß!
Und was ist daran so besonders? Eigentlich nichts…. Gleiche Geschichte – gleiche Schauspieler… genau ein Teil der Schauspieler ist immer noch dabei! J.R. wackelt mit Rollator durchs Altersheim, Schönling Bobby ist ergraut und Sue Ellen trinkt nicht mehr! Ansonsten ist alles beim alten – fiese Machtspielchen… Warum ich das toll finde? Es zeigt doch, dass das Alter nur eine Äußere Erscheinung ist – am Menschen an sich ändert sich nicht (wäre doch auch schade, wenn J.R. auf einmal ruhig und zufrieden wäre)